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Staat – Wissenschaft – Wirtschaft Die Akteure der deutschen Cybersicherheit

Autor: Susanne Ehneß

Wer kümmert sich konkret um die Cyber- und Informationssicherheit in Deutschland? Die Akteure aus Staat, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft wurden nun in einem Kompendium zusammengetragen.

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Cybersicherheit in Deutschland wird von zahlreichen Akteuren bestimmt
Cybersicherheit in Deutschland wird von zahlreichen Akteuren bestimmt
(© adragan - stock.adobe.com)

Cybersicherheit wird ein relevantes Thema quer durch alle Branchen und Gesellschaftsgruppen bleiben. Das Bundesinnenministerium fördert deshalb eine Zusammenarbeit aller Beteiligten, um sich effizienter gegen die Bedrohungen aus dem Netz wappnen zu können.

Nationaler Pakt

Ein solcher gesamtgesellschaftlicher Ansatz wurde bereits in der Cyber-Sicherheitsstrategie der Bundesregierung festgeschrieben, und im Koalitionsvertrag der aktuellen Legislaturperiode wurde der „Nationale Pakt Cybersicherheit“ ins Leben gerufen. „Ziel dieses Pakts ist es, alle gesellschaftlich relevanten Gruppen, Hersteller, Anbieter und Anwender sowie die Öffentliche Verwaltung in gemeinsamer Verantwortung für digitale Sicherheit einzubinden“, erklärt das Bundesinnenministerium.

Als ersten Schritt hat der Pakt nun einen Überblick über die Akteure und ihre Initiativen im Bereich der Cyber- und Informationssicherheit in einem Online-Kompendium zusammengetragen. „In einer mehrstufigen und strukturierten Erhebung sowie zahlreichen Multiplikator- und Stakeholder-Gesprächen haben wir nahezu jeden Winkel Deutschlands digital erkundet und über mehrere Aufrufe im Internet und in sozialen Medien Unternehmen, Vereine, NGOs und Einzelpersonen aufgerufen, uns online ihre Initiativen oder ihren Beitrag zur Cybersicherheit in Deutschland zu nennen“, wird im Vorwort des Kompendiums erläutert.

Kompendium

Und offenbar wurde so Einiges gefunden und genannt. Ganze 278 Seiten zählt das PDF, das einen umfassenden Überblick über die Bereiche Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft, Staat sowie Verbände und Interessensvertretungen gibt und anschließend die entsprechenden Akteure und Initiativen aufzählt.

Laut Kompendium stellen gemeinnützige Vereine den größten Anteil der Akteure, die sich in Deutschland zivilgesellschaftlich für Cybersicherheit engagieren, dar – und von ihnen gehen auch die meisten zivilgesellschaftlichen Initiativen aus. Teilweise werden diese durch die Öffentliche Hand gefördert. Zahlreiche Initiativen bieten Vorträge und Veranstaltungen an, um über Cybersicherheitsthemen aufzuklären oder den kompetenten Umgang mit Medien zu fördern, wie beispielsweise der Chaos Computer Club oder die Verbraucherzentralen.

Die Akteure und Initiativen der Wissenschaft verteilen sich ausgewogen auf außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Initiativen sowie Einrichtungen oder Initiativen von Hochschulen. Die größten Zentren für Cybersicherheit befinden sich in Bochum, Darmstadt und Saarbrücken. „Innerhalb Europas ist Deutschland insgesamt qualitativ und quantitativ sehr gut positioniert“, heißt es im Papier.

Unternehmen der Privatwirtschaft stellen mit etwa 58 Prozent den größten Teil der Akteure und Initiativen dar, die sich in Deutschland im Umfeld Cybersicherheit betätigen. Sie sind überwiegend der Branche „Informations- und Kommunikationstechnik“ zuzuordnen und beraten im Schwerpunkt bei Digitalisierungsprojekten und der Konzeption und Umsetzung von IT-Sicherheitskonzepten inklusive der Einführung von IT-Sicherheitsmanagementsystemen.

Staatliche Akteure und Initiativen sind vor allem in der Schaffung von Netzwerken sowie allgemeiner Sensibilisierung und Awareness für Cybersicherheitsthemen aktiv. Durch Förderungen, Kommunikationsmaßnahmen und das Zusammenbringen von Stakeholdern mit Schlüsselfunktionen nimmt der Staat eine allgemeine Rolle als Multiplikator ein. Bund und Länder unterscheiden hinsichtlich ihrer Initiativen und Handlungsfelder stark, auch regionale Anforderungen spielen hier eine Rolle. Beispielsweise betreibt das Land Bremen das Thema „IT-Sicherheit in der maritimen Branche (Portsecurity/Hafensicherheit)“. Hessen hingegen engagiert sich besonders in der Förderung und Ansiedlung von Ausgründungen aus Forschungsprojekten vor Ort. Von staatlicher Seite gibt es nur einige bundesweit einheitliche Strukturen, beispielsweise die Zentralen Ansprechstellen Cybercrime (ZAC) der Polizeien, die CERT-Einrichtungen jedes Bundeslandes oder die Kooperationen mit dem BSI in Cybersicherheitsthemen.

Staatliche Akteure

Das Kompendium listet die Akteure und Initiativen des Bundes auf, die für die Cybersicherheit eine Rolle spielen. An Behörden und Einrichtungen des Bundes sind dies:

  • Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur)
  • Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik (BfIT)
  • Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
  • BSI-Verbindungsbüros
  • Nationales IT-Lagezentrum
  • Computer Emergency Response Team der Bundesverwaltung (CERT-Bund)
  • Militärischer Abschirmdienst (MAD)
  • Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV)
  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
  • Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI)
  • Bundeskriminalamt (BKA)
  • Bundesnachrichtendienst (BND)
  • Bundespolizeipräsidium (BPOL)
  • Informationstechnik Zentrum Bund (ITZBund)
  • IT-Planungsrat
  • IT-Rat
  • Kommando Cyber- und Informationsraum (KdoCIR)
  • Nationaler Cyber-Sicherheitsrat
  • Nationales Cyber-Abwehrzentrum (Cyber-AZ)
  • Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS)

Alle weiteren Akteure und Intiativen sind im Kompendium übersichtlich aufgeführt – teils auch mit „Steckbriefen“, um eine Kontaktaufnahme zu erleichtern.

Weitere Ergebnisse finden Sie in unserer Bildergalerie oder natürlich direkt im „Online Kompendium Cybersicherheit in Deutschland“ (PDF).

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