Zukunftskongresses diskutiert die Digitale Agenda

Deutschland zum digitalen Wachstumsland entwickeln

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Die IT-Branche unterscheide sich vor allem in drei Punkten wesentlich von anderen Industrien:

  • Infrastrukturen. Eine moderne Infrastruktur ist die Lebensader der Digitalen Gesellschaft Deutschlands und Europas sowie Grundlage für eine starke ITK-Industrie. Europa fällt beim Aufbau der Netze der nächsten Generation allerdings immer weiter zurück. So liegen die jährlichen Pro-Kopf-Investitionen in die TK-Infrastruktur in den USA mit 180 Euro fast 40 Prozent über denen in Europa (130 Euro).
  • Wirtschaftswachstum. Nennenswerte Produktivitätssteigerungen können wir in Zukunft nur über mehr Innovationen erzielen. Dafür braucht Deutschland qualifizierte Fachkräfte und gute Ideen. Privates Wachstumskapital ist zur Skalierung von elementarer Bedeutung. Allerdings fließen das Vertrauen und Geld der Anleger in erfolgreiche ITK-Märkte außerhalb Europas. So haben die Venture-Capital-Investitionen im Verhältnis zum jeweiligen BIP in der Europäischen Union nur etwa ein Achtel der Investitionen in den USA betragen.
  • IT-Sicherheit. Hohe IT-Sicherheit ist ein wichtiger Standortfaktor und Wettbewerbsvorteil. Diese Verlässlichkeit zahlt sich aus, wenn sie für Kunden weltweit durch globale, nachprüfbare Kriterien transparent gemacht und belegt wird. In den letzten Jahren liegt im Bereich der IT-Sicherheitstechnologien ein konstantes Außenhandelsdefizit vor, im Jahr 2012 lag es bei 347 Millionen Euro. Den vorwiegend kleinen und mittleren Unternehmen dieses Segments fällt es ohne flankierende wirtschaftspolitische Maßnahmen, wie sie in vielen anderen Staaten üblich sind, deutlich schwerer, neue Märkte zu erschließen.

Nicht zuletzt die Berichte über Abhörmaßnahmen der Sicherheitsbehörden und Nachrichtendienste sowie die erhöhte Wirtschaftskriminalität im Netz hätten die Verletzlichkeit einer digitalisierten Wirtschaft und Gesellschaft deutlich gemacht und würden nach klaren politischen Maßnahmen verlangen.

Gleichzeitig sei aber auch deutlich geworden, dass IT-Sicherheit einen wesentlichen wirtschaftspolitischen Aspekt umfasst. Maßnahmen zur Erhöhung der IT-Sicherheit könnten sich bei den technologischen Entwicklungen nicht nur auf den Sicherheitsbereich konzentrieren, sie müssten auch auf die wirtschaftspolitische Stärkung der ITK-Wirtschaft setzen.

Strategischer Erfolgsfaktor für alle Branchen

Das Positionspapier weist auch auf die zunehmende Rolle der Informationstechnologie für politische und gesellschaftliche Entwicklungen hin: „Eine zentrale Rolle spielen die technologischen Möglichkeiten der ITK auch bei der Gestaltung aktueller Megatrends in Politik und Gesellschaft. Dazu zählen die Umbrüche im industriellen Sektor (Industrie 4.0), die Digitalisierung unserer Infrastrukturen und der Aufbau intelligenter Netze, die Energiewende, die Globalisierung, Mobilität und Urbanisierung, digitale Arbeit oder auch der demografische Wandel und Gesundheit.“

Pro Jahr liege zudem der Wachstumsbeitrag durch die Digitalisierung für die bundesdeutsche Wertschöpfung bei rund 0,5 Prozentpunkten. Der Wachstumsimpuls von 145 Milliarden Euro entspreche etwa der gesamten Bruttowertschöpfung einer Nation wie Finnland. Von der Digitalisierung profitieren dabei alle Branchen. Der Einsatz von ITK könne Unternehmen somit helfen, sich erfolgreich von ihren Wettbewerbern zu differenzieren.

Entsprechend weist der Branchenverband auch auf die Bedeutung der IT-Industrie auf den Arbeitsmarkt hin: „Durch dieses zusätzliche Wachstum entsteht auch Beschäftigung. Im Jahr 2012 sorgte die Digitalisierung in Deutschland für 1,46 Millionen Arbeitsplätze. Besonders stark ist der Anstieg der Beschäftigung mit 976.000 in den Dienstleistungssektoren. In der Industrie sorgte die Digitalisierung für einen Wachstumseffekt von 300.000 zusätzlichen Stellen. Am stärksten gilt dies für den Maschinenbau mit 28.000 und die Automobilindustrie mit 24.000 Arbeitsplätzen.“

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