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LÜKEX 2011 erfolgreich beendet Deutschland übte Cyberwar gegen Supertrojaner

Redakteur: Gerald Viola

Bund und Länder probten gestern und heute erstmals die Abwehr eines Hackerangriffs auf Computer und Netzwerke in Deutschland. Christoph Unger, Präsident des Bundesamts für Katastrophenhilfe, in Bad Neuenahr-Ahrweiler, sagte, das entworfene Szenario habe den Angriff mit einem „hochpotenten, multiplen Supertrojaner“ simuliert. Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich zog eine positive Zwischenbilanz.

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LÜKEX gegen Supertrojaner
LÜKEX gegen Supertrojaner
( Foto: © Joachim Wendler - Fotolia.com )

Allerdings: „Die LÜKEX 2011 hat gezeigt, dass nationale IT- Bedrohungs- und Gefahrenlagen, wie in anderen Bereichen der Gefahrenabwehr auch, nur im Verbund der Beteiligten erfolgreich abgewehrt werden können. Hier sehe ich in der Bund-Länder-Kooperation, beispielsweise durch den landesweiten Aufbau von Computer-Notfallteams (CERTs) bei den Akteuren Verbesserungspotential.“

Gemeinsam mit allen Beteiligten werde die Übung bis voraussichtlich Mai 2012 detailliert ausgewertet. Ziel sei es, Verbesserungen in den Krisenplanungen und Managementabläufen zu erreichen.

Der diesjährigen Übung lag eine fiktive Übungslage zugrunde, die die Krisenstäbe in Bund und Ländern mit einer ganzen Reihe von Schadensereignissen – unter anderem massiven Spam-Angriffen, Schadprogrammen sowie einer mutwillig herbeigeführten Überlastung von Systemen - in den Verwaltungen sowie beteiligten Wirtschaftsunternehmen konfrontiert hat.

„Es ist ein Szenario, das im Alltag vorkommt“, unterstrich Horst Flätgen, Vizepräsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor Journalisten. „Das Regierungsnetz wird jeden Tag vieltausendfach angegriffen.“

IT-Experte Sandro Gaycken bezweifelt laut tagesschau.de, dass LÜKEX 2011 Erkenntnisse für den Ernstfall bringen werde. „Das Cyber-Abwehrzentrum hat sich von der Industrie etwas aufquatschen lassen, das weit am Ziel vorbei schießt“, sagt Gaycken.

Datenströme könnten durch Militäroperationen sehr viel gezielter gestört werden. „Deswegen ist diese Krisenmanagement-Übung nicht realistisch und für den Ernstfall nur wenig relevant“, meint der Technik- und Sicherheitsforscher der Freien Universität Berlin.

An der Übung haben insgesamt 2.500 Beteiligte aus 12 Bundesländern teilgenommen.

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