Bundeskabinett verabschiedet Hightech-Strategie

Deutschland soll weltweiter Innovationsführer werden

| Redakteur: Manfred Klein

Für diesen Aufgabenbereich sieht die Strategie der Bundesregierung folgende Themenschwerpunkte vor, die eGovernemnt Computing hier kurz vorstellt:

  • Industrie 4.0: Die Wirtschaft steht an der Schwelle zur vierten industriellen Revolution. Durch das Internet getrieben, wachsen reale und virtuelle Welt immer weiter zu einem Internet der Dinge zusammen. Die Kennzeichen der Industrieproduktion der Zukunft sind die starke Individualisierung der Produkte bei einer hochflexibilisierten Produktion, die frühzeitige Einbeziehung von Kunden und Geschäftspartnern in Design- und Wertschöpfungsprozesse und die Kopplung von Produktion und hochwertigen Dienstleistungen, die in sogenannte hybride Produkte mündet. Ziel der Bundesregierung ist die Unterstützung von Wirtschaft und Wissenschaft bei der Umsetzung von Industrie 4.0, auch im Hinblick auf IT-Sicherheit, um Deutschland als Leitanbieter für diese Technologien und zukünftigen Produktionsstandort zu positionieren. Gleichzeitig werden die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die verschiedenen Beschäftigtengruppen in den Blick genommen, um sie im Interesse der Unternehmen und Beschäftigten gestalten zu können.
  • Smart Services: In der Wirtschaft werden zunehmend Produkte, Prozesse und Dienstleistungen miteinander zu intelligenten Dienstleistungen (Smart Services) verknüpft und entsprechend „veredelt“. Sowohl bei den IT-Anbietern als auch bei den IT-Anwendern eröffnen internetbasierte Dienstleistungen große Wachstumspotenziale. Sie führen z. B. zu Veränderungen des Produktportfolios, zu Betriebsoptimierungen von Anlagen durch neue Wissensplattformen und zur Virtualisierung von IKT-Infrastrukturen, einschließlich der damit verbunden Fragen der IT-Sicherheit. Die Bundesregierung will deutsche Unternehmen vor dem Hintergrund des Potenzials der Smart Services dabei unterstützen, die volle Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette und die Produktionsprozesse zu sichern.
  • Smart Data: Big Data-Technologien verbessern und beschleunigen Entscheidungen und optimieren Geschäftsprozesse. Bisherige Big Data-Anwendungen und Technologien sind kaum für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geeignet. Mit dem Programm „Smart Data“ fördert die Bundesregierung daher die Entwicklung und Erprobung innovativer Dienste und Dienstleistungen von und für mittelständische Unternehmen mittels Big Data-Technologien.
  • Cloud Computing: Cloud Computing bietet der Wirtschaft vielfältige Wachstumschancen und Entwicklungspotenziale. Dies gilt insbesondere für junge sowie kleine und mittlere Unternehmen. Über die Cloud können diese auf innovative Technologien zugreifen, die bislang in erster Linie großen Unternehmen vorbehalten waren. Deshalb fördert die Bundesregierung mit dem Technologieprogramm „Trusted Cloud“ innovative, sichere und rechtskonforme Cloud-Lösungen.
  • Digitale Vernetzung: Zentrale Voraussetzung für intelligente Anwendungen und innovative Dienste der Zukunft sind leistungsfähige, sichere Kommunikationsnetze und die Interoperabilität verschiedener Technologien. Deshalb treibt die Bundesregierung den Ausbau von flächendeckenden Hochleistungsnetzen voran. Um die vollen IKT-Potenziale bei Bildung, Energie, Gesundheit, Mobilität und Verwaltung auszuschöpfen, wird die Bundesregierung eine übergreifende Strategie „Intelligente Vernetzung“ erarbeiten.
  • Digitale Wissenschaft: Die Digitalisierung bringt große Umbrüche auch für die Wissenschaft mit sich, sie eröffnet vielfältige neue Möglichkeiten der Forschung und der Zusammenarbeit. Die Bundesregierung will die Wissenschaft bei der erfolgreichen Gestaltung der digitalen Transformation unterstützen, die digitalen wissenschaftlichen Informationsinfrastrukturen stärken und eine breite Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von digitalen Informationen sicherstellen. Dazu wird gemeinsam mit den Ländern ein Rat für Informationsinfrastrukturen als übergeordnetes Koordinierungs- und Beratungsgremium gegründet, der mit seinen Empfehlungen die Wissenschaft in ihrem Selbstorganisationsprozess unterstützt. Auf dieser Grundlage ist geplant, ausgewählte strategische Projekte mit großer Hebelwirkung für durchlässige, offene und kompatible Strukturen zu fördern.
  • Digitale Bildung: Das Bildungssystem soll die Menschen noch besser auf die Nutzung der Potenziale digitaler Medien und die Anforderungen der Wissensgesellschaft vorbereiten und hierzu breite Kompetenzen schaffen. Die Bundesregierung wird sich daher gemeinsam mit den Ländern und unter Einbindung weiterer Akteure im Bildungsbereich für den stärkeren Einsatz digitaler Medien in der Bildung und im gesamten Lebenslauf einsetzen. Gemeinsam wird eine Strategie „Digitales Lernen“ erarbeitet, die die Chancen der digitalen Medien für gute Bildung nutzt, weiter entwickelt und umsetzt. Die Wirkung digital basierter Bildung auf Lernende unterschiedlichen Alters und soziodemografischer Situation wird im Rahmen empirischer Bildungsforschung evaluierend begleitet.
  • Digitale Lebenswelten: Die Digitalisierung macht auch vor dem alltäglichen Familienleben nicht halt. So erweitert der digitale Fortschritt etwa die Möglichkeiten zur flexibleren Vereinbarkeit von Familie und Beruf – zugleich jedoch erschwert er die Abgrenzung dieser Lebensbereiche. Er stellt neue Anforderungen an die Erziehungsverantwortung der Eltern für ein gutes Aufwachsen ihrer Kinder: er schafft neue Möglichkeiten der Alltagsorganisation und der Interaktion zwischen den Generationen. Zugleich jedoch öffnet er auch neue Gräben zwischen denen, die den Wandel mitgehen und denen, die zurückbleiben. Auch diesen gesellschaftspolitischen Dimensionen wird sich die Bundesregierung stellen. Familien sollen darin gestärkt werden, die Chancen der zunehmenden Digitalisierung ergreifen zu können. Die Sozial- und Geisteswissenschaften können maßgeblich zur Bewältigung dieser gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen, indem sie spezifisches Wissen generieren und bereitstellen, das allen Menschen kulturelle und soziale Orientierung ermöglicht. Diese Fragestellungen werden beispielsweise im Rahmen des Agendaprozesses „Zukunft sichern und gestalten – Forschung zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen“ aufgegriffen.

Kritik zur Hightech-Strategie gibt es auch chon. So merkte der Branchenverband Bitkom an: Ein stärkeres Augenmerk sollte auf die Forschung an Netztechnologien gerichtet werden. „Wir müssen Innovation im Bereich der Netze noch stärker unterstützen“, sagt Bitkom-Präsident dieter Kempf.

Kommunikationsnetzen komme als Schlüsseltechnologie nicht erst seit den Enthüllungen der Spionageaffäre eine besondere Bedeutung zu. Gerade der Umbau der klassischen Produktion zur Industrie 4.0 setzt sichere und stabile Netze voraus.

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