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Ranking digitaler Volkswirtschaften Deutschland punktet allein mit stringenter eGovernment-Strategie

| Redakteur: Manfred Klein

Im zehnten Jahr ihrer Erhebung wurde aus der e-readiness-Studie von IBM und EIU (Economist Intelligence Unit) die „Digital Economy Rankings“. Die Studie bewertet die 70 größten Volkswirtschaften nach deren Fähigkeit, Informationstechnologie und Telekommunikation (ITK) einzusetzen. Schweden und Dänemark belegen die ersten Plätze, Deutschland fällt weiter zurück.

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Europa gerät beim Aufbau einer digitalen Volkswirtschaft offenbar ins Hintertreffen – sind die eEurope-Programme nur Makulatur?
Europa gerät beim Aufbau einer digitalen Volkswirtschaft offenbar ins Hintertreffen – sind die eEurope-Programme nur Makulatur?
( Archiv: Vogel Business Media )

Wie in den vergangenen Jahren auch, haben die nordeuropäischen Länder in der aktuellen Untersuchung wieder sehr gut abgeschnitten. Unter den ersten sechs Plätzen sind mit Schweden, Dänemark, Finnland, den Niederlanden und Norwegen allein fünf nordische Staaten vertreten. Nur die USA schafft es noch nach vorne auf einen sehr guten dritten Platz. Finnland, Südkorea und Japan sind generell die größten Gewinner und steigen in der Gesamtwertung um jeweils sechs Plätze auf. Insgesamt stehen die gut platzierten asiatischen Länder insbesondere im Hinblick auf die Qualität ihres Breitband- und Mobilfunkangebots besser da als Europa und Nordamerika.

Insgesamt auf dem 18. Platz positioniert, hat Deutschland insbesondere bei den Kriterien für das geschäftliche (vom 14. auf den 16. Platz) und das soziokulturelle Umfeld (vom 9. auf den 10. Platz), den gesetzlichen Rahmenbedingungen (vom 18. auf den 21. Platz) sowie der allgemeinen Akzeptanz von ITK-Angeboten (vom 15. auf den 18. Platz) verloren. Bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen liegen Hongkong, Singapur und die USA auf den ersten Plätzen. Bei der allgemeinen Akzeptanz, wozu unter anderem die Verbreitung von e-Business, die generelle Nutzung des Internets sowie die privaten Ausgaben für ITK gehören, liegen die Niederlande, Dänemark und Norwegen vorne.

Einzig die politischen Voraussetzungen – dazu gehören unter anderem staatliche Ausgaben für ITK, eine stringente eGovernment Strategie und das Angebot von Online-Services – haben sich in Deutschland verbessert: von einem mageren 29. Platz im letzten Ranking auf aktuell Rang 25. Doch selbst mit dieser Platzierung ist Deutschland weit abgeschlagen und sollte unbedingt gegensteuern. Bei diesem Thema macht Westeuropa zwar insgesamt keine gute Figur – lediglich zwei Länder, Schweden und Dänemark, befinden sich unter den Top 10. USA, Südkorea und Hongkong können hier am stärksten punkten. Explizit hervorgehoben haben die Autoren allerdings die vor allem gegenüber dem Vorjahr höhere Nutzung von Online-Services hierzulande, wohingegen die Qualität des Breitband-Angebotes vor allem in der Fläche sehr zu wünschen übrig lässt.

Die Ergebnisse sind für Westeuropa insgesamt nicht sehr schmeichelhaft: „Westeuropa hat in allen vier untersuchten Kategorien gegenüber den Vorjahren an Boden verloren“ sagt Susanne Dirks, Leiterin des weltweiten Zentrums für ökonomische Entwicklung der IBM Unternehmensberatung. „Die Region muss aufpassen, dass unsere digitalen Ökonomien vor allem mit den asiatischen Ländern Schritt halten.“

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