iD2010

Deutschland holt auf

31.08.2009 | Redakteur: Manfred Klein

Entwicklung von eGovernment

Zur Entwicklung von eGovernment vermerkt der Bericht: „Während einerseits auf dem Dritten Nationalen IT-Gipfel Anregungen für eine neue, umfassende eGovernment-Gesamtstrategie erarbeitet wurden – also das große Ganze wieder auf die Agenda gerückt ist – stehen auf der anderen Seite Fortschritte in sehr konkreten Anwendungsfällen im Mittelpunkt. Die Diskussionen über den elektronischen Personalausweis, De-Mail, die elektronischen Einkommensnachweise (ELENA) und natürlich die Umsetzung der Europäischen Dienstleistungsrichtlinie stehen im Fokus. Auch in den Randbereichen von eGovernment, wie bei eHealth und der Verwaltungsmodernisierung können öffentlichkeitswirksame Diskussionen um einzelne Projekte beobachtet werden. So wurden die Pläne zur elektronischen Gesundheitskarte und für die Einführung einer einheitlichen Behördenrufnummer D 115 breit rezipiert und diskutiert.“ Bei der Bewertung dieser Trends beziehungsweise deren Auswirkung auf die weitere eGovernment-Entwicklung nennt der Bericht folgende besonders neuralgische Punkte:

  • Vertrauen: In den Erörterungen zu den Projekten von nationaler Bedeutung stehen immer wieder die Themen Datenschutz und Datensicherheit im Mittelpunkt. Die Bedenken der Datenschützer und die Ängste der Bürger müssen ernst genommen werden, um Vertrauen und Akzeptanz aufzubauen. Hier bestehen deutliche Defizite.
  • Strategische Ausrichtung: eGovernment- und Verwaltungsmodernisierungsprojekte müssen aus einer strategischen Sicht aufeinander bezogen werden. Anders sind optimale Ergebnisse nicht zu erzielen.
  • Nutzerorientierung: Die Nutzung von eGovernment-Angeboten durch Unternehmen ist weiterhin verbesserungsbedürftig. Gerade hier sind in standardisierten Verfahrensabläufen große Einsparpotenziale sowohl auf Seiten des Staates als auch auf Seiten der Wirtschaft zu realisieren. Vor allem die kleinen und mittleren Unternehmen nutzen bislang eGovernment-Angebote wenig.
  • Integration: eGovernment muss für alle da sein. Dass es sogar unter den Onlinern erhebliche soziodemografische Unterschiede in der Nutzung der eGovernment-Angebote gibt, ist bedenklich. Herauszufinden, warum bestimmte Bevölkerungsgruppen diese Angebote weniger stark nutzen, obwohl sie Zugang zum Internet und damit zu den Online-Dienstleistungen haben, sollte die Grundlage für eine Optimierung des Angebots (und des Marketings) sein.
  • Erfahrungen übertragen: Erfahrungen, die bei der Erprobung und Umsetzung der einheitlichen Behördenrufnummer D 115 gesammelt werden sollten genutzt werden, um andere eGovernment-Projekte voranzubringen.

Trotz der Erfolge bleibt also noch viel zu tun. Die Autoren des Berichts und auch das BMWi setzen ihre Hoffnung dabei auch auf den 4. IT-Gipfel, der am 8. Dezember in Stuttgart stattfinden wird, und auf dem unter anderem die Themen Sicherheit und Datenschutz behandelt werden.

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