Bedeutung von Open Data in Europa wächst

Deutschland hinkt der Entwicklung hinterher

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Während Europa insgesamt vorangeht, ist Deutschland in die Gruppe der Followers – neben Dänemark und Italien – zurückgefallen. Der Open-Data-Reifegerad liegt laut Studie zwar noch über dem europäischen Durchschnitt und stieg um 18,4 Prozentpunkte gegenüber 2015. Der Wert der Open-Data-Bereitschaft jedoch sei um 3,4 Prozentpunkte auf das europäische Mittel von 51,5 Prozent gesunken, so die Autoren.

„Wie bisher werden als Hemmnisse unklare und uneinheitliche Regelungen der Nutzungsbedingungen und Lizenzen für Open Data als Gründe genannt, auch wenn sie in der Praxis selten entscheidend sind“, heißt es dazu. Zudem mahne die Europäische Kommission weiterhin die Aktualisierung von Deutschlands nationaler Strategie an. Ebenso sei die nationale Koordinierung des föderalen Systems weiterhin eine Herausforderung. So würden beispielsweise neben dem Portal www.govdata.de nach wie vor regionale Portale bestehen, die nicht im nationalen Portal integriert seien. Dies erschwere die Open-Data-Nutzung und schmälere damit auch den Effekt, den Open Data haben könnte.

Gesetz soll Bereitstellung von Daten durch die Verwaltungen stärken

Allerdings bekomme mit dem geplanten Open Data-Gesetz und dem Beitritt zum Open Government Partnership das Thema Open Data nun mehr Unterstützung auf der politischen Entscheidungsebene im Bund, hoffen die Autoren der Studie. „Während die Open-Data-Szene in anderen Ländern von oben orchestriert wurde, ist sie in Deutschland bisher stark von unten gewachsen“, so Marc Reinhardt. „Das vom Bundesinnenministerium geplante Open-Data-Gesetz könnte hier neben dem Abbau von Hürden auch einen wichtigen Impuls auf allen föderalen Ebenen setzen.“

Wie wird Open Data in Deutschland erfolgreich?

Jedoch werde das Gesetz allein nicht den Erfolg von Open Data sichern. „Open Data ist eine Investition in die Zukunftsfähigkeit und benötigt Ressourcen: für Forschung, für feste Ansprechpartner zum Thema, für die Weiterentwicklung der Nutzerfreundlichkeit und für unterstützende Infrastrukturen“, so Marc Reinhardt.

Empfehlungen

Darüber hinaus empfiehlt der Bericht eine Reihe von Empfehlungen an die politischen Entscheidungsträger und Institutionen, die für die Open-Data-Politik verantwortlich sind. Um ihren Fortschritt zu sichern, den vollen Reifegrad zu erreichen und die Vorteile von Open Data voll nutzen zu können, sollten Länder:

  • die Implementierung ihrer Open-Data-Strategie abschließen, wobei sie die Bedeutung eines gesetzlichen Rahmens hervorheben und sowohl Lizenzen und Datenschutzaspekte als auch Standards regeln müssen;
  • automatisierte Prozesse entwickeln, um Daten von öffentlichen Behörden zu erfassen, und sich auf die konsistente und kohärente Qualität der Metadaten konzentrieren – also Zusammenfassung der bereitgestellten Daten, damit diese gefunden und verglichen werden können, bevor die Datensätze selbst heruntergeladen werden.

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