9. eGovernment-Wettbewerb Deutsche Verwaltungen wollen an die europäische IT-Spitze

Redakteur: Gerald Viola

Das Bundesarbeitsministerium, das Innenministerium Brandenburg, das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz, die Stadt Coburg, das Projekt D115, die Finanzbehörde Hamburg mit dem Finanzministerium Schleswig-Holstein sowie das Hessische Innenministerium sind die Gewinner des 9. eGovernment-Wettbewerbs.

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Der Wettbewerb, der von BearingPoint und Cisco ausgerichtet wird, kürt jährlich die innovativsten IT-Projekte in der Verwaltung. Unter einer Vielzahl hochkarätiger Einreichungen wurden ausgezeichnet:

  • das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit dem Projekt „eGovernment-Strategie Teilhabe“: Über ein barrierefreies Online-Portal ermöglicht dieses Projekt behinderten Menschen den vereinfachten Zugang zu einer Vielzahl gebündelter Informationen wie Ansprechpartner, Zuständigkeiten und Adressen. Im Fokus steht dabei die systematische Einbindung benachteiligter Menschen im Bereich eGovernment (Kategorie „Zukunftsmodell Verwaltung 2030“).
  • das Ministerium des Innern Brandenburg für die Einführung eines landeseinheitlichen elektronischen Systems für Zusammenarbeit (EL.ZA): EL.ZA ermöglicht den Nutzern der Ministerialverwaltung eine weitgehende elektronische Bearbeitung ihrer Prozesse, Dokumente und Akten auf einer Plattform. Diese medienbruchfreie „All-in-one-Lösung“ wird dank modernster webbasierender Kommunikationsmittel möglich (Kategorie „IT-Strategie der Verwaltung“).
  • das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz mit dem Projekt „Medienbruchfreie DNA-Datenerfassung und -übermittlung“: Über ein einheitliches, schnelles, sicheres und vor allem gerichtsfestes Erfassungs- und Übermittlungssystem gewährleistet die neue Datenerfassung und -übermittlung die medienbruchfreie Bereitstellung von Laborinformationen und DNA-Analysen. Ziel ist eine noch effizientere und schnellere Zusammenarbeit und damit eine signifikant höhere Aufklärungsquote in der Verbrechensbekämpfung (Kategorie „eCollaboration“).
  • die Stadt Coburg für das Projekt „Digitales Stadtgedächtnis“: Mittels eGovernment wird den Bürgern der Stadt Coburg die direkte Mitgestaltung des neuen Stadtarchives ermöglicht. Sie können die Inhalte des Stadtgedächtnisses aktiv mitbestimmen sowie eigene kleine Bildarchive und Geschichten einbringen. Mit diesem Ansatz wird der generationenübergreifende Zusammenhalt der Coburger durch zeitgemäße Internettechnologien gestärkt (Kategorie „Next Generation Services“).
  • der D115-Verbund, vertreten durch die beteiligten Modellregierungen, teilnehmenden Landes- und Bundesbehörden sowie dem Bundesministerium des Innern und dem Land Hessen: Die einheitliche Behördenrufnummer D115 ermöglicht Bürgern Zugang zu Auskünften über die Leistungen der Öffentlichen Verwaltung unabhängig von der jeweils betroffenen Verwaltungsebene (Kommune, Land, Bund). Damit ist die D115 ein bemerkenswertes Beispiel für den Abbau bürokratischer Hürden und einer bürgernahen Verwaltung (Kategorie „Innovation – Deutschland, Österreich, Schweiz“).
  • die Finanzbehörde Hamburg und das Finanzministerium Schleswig-Holstein für das Projekt „eGovernment Infrastruktur 2.0“: Im Fokus dieses Projektes steht der Aufbau einer gemeinsamen, umfassenden Infrastruktur auf Kommunal- und Landesebene für die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein. Ziel ist die in beiden Bundesländern gleichartige, vereinfachte Nutzung moderner Identitätslösungen, wie die digitale Signatur des elektronischen Personalausweises (Kategorie „Beste eGovernment-Lösung für die Bürger“ – Publikumspreis).
  • das Hessische Ministerium des Innern und für Sport für das Projekt „Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie“: Mit der Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie werden alle elektronischen Systeme jeder Genehmigungsinstanz (Land, Kommunen, Kammern) verbunden und somit gleichzeitig eine Anbindung an die einheitliche Behördennummer D115 für die Antragsteller bereitgestellt. So wird die Bündelung und Steuerung aller Prozesse über einen einheitlichen Ansprechpartner in Hessen ermöglicht (Kategorie „Beste eGovernment-Lösung für den Wirtschaftsstandort Deutschland“ – Sonderpreis der Jury für die Wirtschaft).

„Die Gewinnerprojekte begeistern durch ihre erhebliche Innovationskraft und zeigen, dass die deutschen Verwaltungen auf dem besten Weg sind, europaweit eine absolute Spitzenposition einzunehmen“, so Jon Abele, Partner und Leiter des Geschäftsbereichs Public Services bei BearingPoint. Thomas Mierschke, Managing Director Öffentliche Hand und Service Provider bei Cisco Deutschland, erklärt: „Mich hat in diesem Jahr vor allem beeindruckt, wie intensiv die Bürger in viele Projekte eingebunden sind. Das zeigt, dass eGovernment ein echtes Zukunftsthema ist – nicht nur, um öffentliche Strukturen und Prozesse zu optimieren, sondern auch, um für die Bürger einen möglichst hohen Mehrwert zu erzielen.“

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