Mehr Innovation erwünscht Deutsche sind vom schleppenden digitalen Wandel enttäuscht

Autor: Julia Mutzbauer

Die Pandemie hat zwar die Digitalisierung in einigen Bereichen vorangetrieben – doch viele Bürger wünschen sich mehr digitale Innovation. So das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Software-Anbieters VMWare.

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Knapp jeder Dritte (31 Prozent) wünscht sich mehr digitale Interaktion mit Behörden
Knapp jeder Dritte (31 Prozent) wünscht sich mehr digitale Interaktion mit Behörden
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Neben wichtigen Branchen wie Einzelhandel, Finanzindustrie, Bildung und Gesundheit ist auch der Staat noch nicht in der Lage, dem digitalen Anspruch der Bürger gerecht zu werden, heißt es in der Studie. Nur weniger als ein Fünftel (18 Prozent) der Befragten sind der Meinung, dass Behörden heute eine bessere digitale Erfahrung bieten als vor der Pandemie.

Fast jeder Dritte (31 Prozent) wünscht sich mehr digitale Interaktion mit staatlichen Stellen. „Ein Potenzial, dass bisher nicht ausgeschöpft wurde“, kritisieren die Studienautoren. Weiterhin bezeichnen sich 57 Prozent der Befragten als „digital aufgeschlossen“ oder „digitale Entdecker“. „Digital aufgeschlossene“ Befragte sind Personen, die sich laut eigener Angabe darauf freuen, dass Unternehmen und Behörden mehr digitale Erfahrungen und Dienstleistungen anbieten. „Digitale Entdecker“ sind Personen, die laut eigener Angabe von Unternehmen, mit denen sie interagieren, erwarten, dass diese absolute digitale Vorreiter sind.

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So können sich die Befragten für smarte Straßenbeleuchtung (43 Prozent), elektronische App-basierte Parkleitsysteme (41 Prozent) und intelligente Abfalltonnen (40 Prozent) begeistern.

Weiter heißt es, Unternehmen müssten mit einer Abwanderung zur Konkurrenz rechnen, wenn sie die Erwartungen der Verbraucher an das digitale Erlebnis nicht erfüllen. Das betreffe zwar Land, Städte und Kommunen nicht, allerdings zeige gerade die aktuelle Situation, dass fehlende oder unzulängliche digitale Lösungen und Angebote Bremsfaktoren bei der Bewältigung staatlicher Aufgaben sind und zu massiver Unzufriedenheit in der Bevölkerung führen, betonen die Autoren.

Erwartungen an die digitale Welt

Das erwarten die Befragten – ob in ihrer Rolle als Staatsbürger oder als Verbraucher: Sie fordern ein hohes Maß an Sicherheit und Datenschutz (67 Prozent), eine unkomplizierte Nutzung über sämtliche Geräte hinweg (51 Prozent) sowie schnellere Serviceleistungen (32 Prozent).

„In den letzten Monaten hat sich gezeigt, wie wichtig digitale Konzepte und Lösungen für staatliche Behörden sind. Es gibt zwar Bereiche, in denen wir auf einem guten Weg sind – man denke nur an Online-BaföG oder Elterngeld. Doch wie die Studie zeigt, konnten die staatlichen Stellen ihre Bürgerinnen und Bürger noch nicht mit ihren Online-Angeboten begeistern“, kommentiert Horst Robertz, Senior Director Public Sector & Healthcare, VMware.

Digitale Services müssten so gestaltet werden, dass sie den Erwartungen der Bürger entsprechen. „Für den Staat und seine Behörden bedeutet diese, erstklassige Apps, Dienstleistungen und Erlebnisse für digital aufgeschlossene Anwender zu entwickeln und diese schnell bereitzustellen – unter Berücksichtigung des Datenschutzes“, so Robertz.

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Redaktion, eGovernment Computing