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Deutsche Kommune vernetzt ihre Gebäude und spart dabei Kosten

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Bewegungsmelder vielseitig eingesetzt

Musikinstrumente sind Werte. Die Musikschule wie auch weitere Gebäude im Kulturquadrat nutzen die Gebäudesensoren zur Einbruchsmeldung. Bewegungsmelder, die eigentlich für Licht, Heizung und Lüftung vorgesehen, melden bei verschlossenem Gebäude mögliche Einbrüche. Dabei signalisiert das Gebäude dem Eindringling, dass er erkannt wurde. Über eine Meldekette wird die Polizei informiert. Die auf KNX basierende Einbruchmeldeanlage ist zwar keine normgerechte Alarmanlage, hat sich aber in der Praxis schon bewährt.

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Die Pestalozzischule ist eine Grundschule und fußläufig zum Kulturquadrat entfernt. Allgemein bekannt ist, dass sich der CO2-Gehalt der Atemluft auf die Konzentration von Lehrer und Schülern auswirkt. Die gesundheitsschädliche Wirkung des Gases liegt primär in der Verdrängung von Sauerstoff. Da CO2 schwerer als Luft ist, tritt eine schädliche Wirkung besonders in Bodennähe auf. Sitzende Schüler sind also eher betroffen, als stehende Lehrkräfte.

Eine Konzentration von von 1,5 Prozent erhöht das Atemzeitvolumen des Menschen um mindestens 40 Prozent. Schon bei fünf Prozent einer Konzentration von CO2 reagiert der Mensch mit Schwindel und Kopfschmerzen. In der Pestalozzischule in Ahaus wird der CO2-Gehalt in den Klassenzimmern gemessen und bei Bedarf ein nachgerüstetes Lüftungssystem in den Fensterrahmen eingeschaltet. So unterstützt moderne Technik Schüler und Lehrer.

Bei jeder Sanierung auf Automation setzen

Wenn Gebäude neu geplant und errichtet werden, ist eine Gebäudeautomation einfach zu realisieren. Schwieriger ist es, wenn es um den Gebäudebestand geht. Hier verfolgt Ahaus konsequent den Weg, bei jeder Sanierung auf Automation zu setzen und den „Ahauser Gebäudestandard“, KNX und EIBPORT einzuführen. Überall wird grundsätzlich gleiche Hardware und gleiche Software verwendet mit dem Ziel, dass die Beobachtung und Bedienung überall gleich aussieht und somit leicht und ohne zusätzliche Schulung bedient werden kann.

Das reduziert den Aufwand für die Hausmeister und schließt Fehlbedienungen auch Fremder praktisch aus. Der Übersichtsbildschirm bietet alle relevanten Informationen auf einem Blick. Da die wesentlichen Schalter und Sollwertvorgaben hier abgebildet werden, ist es ganz einfach, so einen Gebäudekomplex wirtschaftlich zu fahren und damit Stadtsäckel und Umwelt zu schonen. Der Energiebericht, denn Stefan Hilgemann vorlegt, zeigt beeindruckende Zahlen.

Am deutlichsten zeigen sich Erfolge beim klimabereinigten Heizenergieverbrauch. Der sank in den Jahren von 2005 bis 31. Dezember 2016 von 10,4 Mio. Kilowattstunden auf 8,8 Mio. Kilowattstunden. Das entspricht einer Gesamteinsparung seit 2005 von 21,1 Mio. Kilowattstunden fossilen Brennstoffen und 1,2 Mio. Euro. Die tatsächliche Einsparung wäre noch höher, da laufend neue beheizte Flächen hinzukommen. Vorbeugend wurde in Ahaus durch intelligente Steuerung der Kostenspirale entgegengewirkt.

Interesse am Thema Smart Home?

Günther Ohland von der SmartHome Initiative Deutschland fragt am 14. September auf unserem Smart-Home-Kongress: „Ist ein umfassender Standard hilfreich?“. Treffen Sie den Fachjournalisten und Autor und diskutieren Sie mit ihm.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei unseren Kollegen von der Elektronik Praxis.

* Güther Ohland ist freier Fachjournalist und Buchautor sowie Erster Vorsitzender der SmartHome Initiative Deutschland e. V.

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