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Baden-Württemberg Deutlich mehr Geld für schnelles Internet und den IKT-Standort

Redakteur: Manfred Klein

Wirtschaftsminister Nils Schmid will rund 33 Millionen Euro in die Weiterentwicklung des IKT-Standorts Baden-Württemberg investieren. Und Verbraucherminister Alexander Bonde will fast 31 Millionen pro Jahr in den Breitbandausbau stecken. Baden-Württemberg soll auch für die Informationsgesellschaft ein Top-Standort bleiben.

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Immer weniger Orte ohne Breitbandversorgung – aber reicht die Bandbreite?
Immer weniger Orte ohne Breitbandversorgung – aber reicht die Bandbreite?
(Grafik: Baden-Württemberg)

Bonde erklärte dazu: „Das Land fördert den Breitbandausbau zukünftig noch stärker und will die jährlichen Mittel von bisher 11,7 Millionen Euro ab 2015 auf 30,9 Millionen Euro jährlich erhöhen. Damit unterstützen wir die für den Breitbandausbau zuständigen Kommunen, wo der Markt versagt.“

Baden-Württemberg investiere auch Geld in die Erforschung innovativer Erschließungsverfahren, so Bonde: So habe das Land hatte die Entwicklung von Verfüllbaustoffen für das Microtrenching, einer Methode zum Verlegen von Breitbandkabeln, in Auftrag gegeben, die Ergebnisse seien in eine bundesweite Empfehlung eingeflossen.

„Zugleich suchen wir weiter nach Sparpotenzialen. Denn 80 Prozent der Ausbaukosten entfallen nach wie vor auf die notwendigen Bautätigkeiten, vor allem auf die Tiefbaumaßnahmen. Hier gilt es durch das Zusammenwirken mit anderen Versorgungsunternehmen oder den Einsatz neuer Technologien Kosten einzusparen“, so Bonde.

Neue Techniken seien zum Beispiel Mikro- und Minitrenching, die Verlegung in Abwasserleitungen oder die Mitverlegung bei anderen Infrastrukturvorhaben. Mit der Umsetzung der vor kurzem beschlossenen Kostenreduzierungsrichtlinie der EU in deutsches Recht könnten weitere Mittel gespart werden.

Die Maßnahmen würde nun Erfolge zeitigen,s o Bode. Baden-Württemberg komme mit dem Ausbau des schnellen Internet voran, wie eine aktuelle Studie zeige. Habe es 2012 vor Start der Breitbandinitiative II noch 700 Gemeinden mit weißen Flecken in der Internet-Grundversorgung gegeben, so seien es heute noch etwa 200 Ortsteile.

Dies belege auch eine aktuelle Studie des TÜV Rheinland, so Bonde. Nach Angaben des TÜV Rheinland hätten 99,4 Prozent der Haushalte Baden-Württembergs eine Grundversorgung von mindestens zwei Megabit pro Sekunde. 68 Prozent der Haushalte hätten die Möglichkeit, Hochgeschwindigkeits­netze mit 50 Megabit pro Sekunde oder mehr zu nutzen.

Wirtschaftsminister Nils Schmid und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer erklärten auf einem Treffen der Spitzen der IKT-Allianz des Landes, sie wollten die Allianz weiter unterstützen.

„Die Landesregierung investiert rund 33 Millionen Euro in die Weiterentwicklung des IKT-Standorts Baden-Württemberg“, sagte Wirtschaftsminister Nils Schmid. Im Rahmen der Initiative Forward IT will das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft mit dieser Fördersumme in den Jahren 2015 bis 2018 Projekte der IKT-Allianz unterstützen.

„Ein wichtiges Element von Forward IT ist der Ausbau des FZI in Karlsruhe zur IT-Sicherheitsagentur. Das FZI soll künftig vor allem dem Mittelstand im Land beim Schutz vor Datenspionage und Datenmissbrauch helfen“, so Schmid.

Ministerin Bauer ergänzte: „Innovation beginnt mit Wissenschaft. Die Verarbeitung großer Datenmengen ist heute eine entscheidende Grundlage wissenschaftlicher Forschung. Als Voraussetzung für Spitzenforschung und Exzellenz sowie für den Erfolg unserer Wissenschaftseinrichtungen und der Wirtschaft des Landes im nationalen und internationalen Wettbewerb werden wir den Ausbau einer leistungsfähigen, effizienten und innovativen Informationsinfrastruktur vorantreiben.“

Die entsprechenden Landesstrategien für High Performance Computing und Big Scientific Data seien von Wissenschaftsorganisationen bereits jetzt als innovativ, vorbildhaft und überregional wegweisend bewertet worden.

Die IKT-Allianz gründete sich im September 2013 auf Initiative von Wirtschaftsminister Schmid und Wissenschaftsministerin Bauer. Die über 30 Allianzpartner haben knapp 40 Maßnahmenvorschläge unterbreitet, die die Entwicklung des IT-Standorts Baden-Württemberg unterstützen sollen. In einem ersten Schritt ist die Umsetzung von Projekten in den Handlungsfeldern „Sicherheit der IKT-Nutzung und der Datennutzung“, „IKT als Querschnittstechnologie und die Digitalisierung der Anwenderbranchen“ sowie eine Internationalisierungsoffensive zur Standortentwicklung vorgesehen.

Diese erste Tranche wird mit rund 17 Millionen Euro vom Wirtschaftsministerium unterstützt und generiert ein Projektvolumen von insgesamt rund 38,5 Millionen Euro. Weiterhin ist eine zweite Tranche im Rahmen des Innovationspakets Zukunft vorgesehen, das Schmids Ressort mit rund 16 Millionen Euro fördern wird. Themen sind beispielsweise Cloud Computing und Big Data, Industrie 4.0 oder Smart Home/ Ambient Assisted Living.

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