Die Zunahme des Datentransfers und die Folgen für Wirtschaft und Verwaltung

Der Zukunftsstandard für den Datentransfer

01.06.2010 | Autor / Redakteur: Udo Kiesel, Dr. Thomas Duve / Manfred Klein

eXTRa – der künftige Datenübertragungsstandard für eGovernment? (Quelle: fotolia)
eXTRa – der künftige Datenübertragungsstandard für eGovernment? (Quelle: fotolia)

Der allgemeine Trend ist nicht zu übersehen: Die Kommunikation zwischen Wirtschaft und Behörden sowie zwischen den Behörden untereinander wird zunehmend in digitaler Form praktiziert. Das verlangt nach einem neuen einheitlichen Datenaustauschformat als Standard. Eine Rolle, die eXTra wie auf den Leib geschnitten scheint. Der nachfolgende Artikel stellt den Funktionsumfang von eXTra dar und folgt in weiten Teilen einer Darstellung der Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung.

Papiergebundene Meldeverfahren werden nicht zuletzt aufgrund des technologischen Fortschritts und der zunehmenden digitalen Vernetzung der Gesellschaft mehr und mehr durch digitale Übertragungsformen ersetzt. Dies erhöht nicht nur das Datenvolumen, sondern führt auch zu einer ganz neuen Dimension des Automatisierungsprozesses mit besonderen Anforderungen an Qualität und Sicherheit.

Zu diesen allgemeinen Beobachtungen gesellen sich konkrete staatliche Anforderungen, denen die Unternehmen sowie die Verwaltungen Rechnung tragen müssen:

Die Meldungen gemäß der Datenerfassungs- und Übermittlungsverordnung (DEÜV) umfassen im Wesentlichen die Datenübermittlung von Beitragsnachweisen sowie die Meldungen zur Sozialversicherung an die SV-Träger. Seit dem 1. Januar 2006 sind alle Arbeitgeber zur elektronischen Übermittlung verpflichtet. Der Umfang beläuft sich auf jährlich 113 Millionen Sozialversicherungsmeldungen und 120 Millionen Beitragsnachweise.

Seit dem 1. Januar 2004 sind Arbeitgeber mit maschineller Lohnabrechnung verpflichtet, die Lohnsteuerbescheinigung bis zum 28. Februar des Folgejahres nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung per elektronischer Steuererklärung (ELSTER) an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Dies führt somit zu einem Datenvolumen, welches der Anzahl der Arbeitnehmer entspricht.

Zum 1. Januar 2009 wurde Arbeitgebern die gesetzliche Pflicht auferlegt, Neueinstellungen in bestimmten Branchen sofort zu melden, um Schwarzarbeit effektiver bekämpfen zu können. Spätestens bei Beschäftigungsaufnahme muss der Arbeitgeber diese Information an die Datenstelle der Träger der Rentenversicherung melden. Dies sind jährlich etwa 2,7 Millionen Sofortmeldungen von rund 900.000 Arbeitgebern.

Die Daten zum elektronischen Entgeltnachweis (ELENA) werden seit dem 1. Januar 2010 von etwa 3,5 Millionen Arbeitgebern pro Monat für rund 40 Millionen Beschäftigte gemeldet.

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