Suchen

Excise Movement and Control System Der Zoll verbannt noch mehr Papier aus den Verfahren

Redakteur: Gerald Viola

Der Countdown zur Einführung des Excise Movement and Control System (EMCS) läuft. Ab April 2010 stellt der Zoll auf die elektronische Abwicklung beim Transport verbrauchsteuerpflichtiger Waren wie Bier, Kaffee, Tabak oder auch Energieerzeugnisse um.

Firmen zum Thema

( Archiv: Vogel Business Media )

EMCS löst das Begleitende Verwaltungsdokument (BVD) ab. Pünktlich zum Start des Pilotverfahrens zertifiziert die ZNET systemhaus gmbh ihre EMCS-Teilnehmer-Software, die als Modul von zaraWEB oder als Standalone-Version verfügbar sein wird.

IT-System statt Papier

Das EMCS („Excise Movement and Control System“ – System zur Kontrolle der Beförderung verbrauchsteuerpflichtiger Waren) ist ein EDV-System für die Überwachung der Beförderung verbrauchsteuerpflichtiger Waren unter Steueraussetzung zwischen den Mitgliedstaaten. Dieses System wird das Papierformular ersetzen, das zurzeit Beförderungen dieses Typs begleitet (Begleitendes Verwaltungsdokument oder BVD). EMCS bedeutet Vereinfachung der Verfahren, papierlose Verwaltung und einen effizienten Einsatz moderner IT-Hilfsmittel – eine wichtige Entwicklung für Unternehmen, die mit Alkohol, Tabakwaren oder Rohölprodukten handeln.

Das System wird die Funktionsweise des Überwachungssystems für die Beförderung verbrauchsteuerpflichtiger Waren, die noch nicht in den zollrechtlich freien Verkehr übergeführt wurden, folgendermaßen verbessern:

  • Vereinfachung der Beförderung von Waren unter Steueraussetzung durch elektronische Übermittlung des Begleitdokuments anstatt der bisherigen Übermittlung in Papierform.
  • Absicherung der Beförderung von Waren durch Prüfung der Daten des Händlers bevor die Waren versandt werden und durch Gewährleistung einer schnelleren und sichereren Rücksendung des Nachweises, dass die Waren an ihrem Bestimmungsort angekommen sind.
  • Überwachung der Beförderung verbrauchsteuerpflichtiger Waren mittels Echtzeitdaten und Kontrollen bei der Beförderung.

EMCS gilt im Prinzip für alle Sektoren der Verbrauchsteuer (Alkohol und alkoholische Getränke, Tabakwaren, Energieerzeugnisse) und für alle betroffenen Wirtschaftsbeteiligten, die im Rahmen von Steueraussetzungen operieren. Verfahren unter Steueraussetzung werden für verbrauchsteuerpflichtige Waren angewendet, für die noch keine Steuern gezahlt wurden.

„Die Umstellung auf EMCS ist der nächste logische Schritt nach der verpflichtenden Einführung des ATLAS-Systems 2009“, erklärt Werner Tholl, Geschäftsführer von ZNET.

„Die Vorteile für die Kunden liegen klar auf der Hand: Das zeitaufwendige Versenden von Dokumenten oder Nachforschungen zu nicht abgefertigten BVD-Rückscheinen entfallen. Mit EMCS ist der Status jedes Transports sofort ersichtlich.“ Um die Software optimal auf die Ansprüche ihrer Kunden anzupassen, arbeiten die Wiesbadener Zollspezialisten eng mit einer Gruppe ausgewählter Anwender zusammen. Hierzu zählen namhafte Unternehmen wie Krombacher, Gebr. Maisel, LSG Sky Chefs und Henkell.

Online-Anwendung

ZNET stellt darüber hinaus Standard-Schnittstellen zu vorgelagerten ERP-Systemen wie SAP R/3, Navision, JD Edwards oder BPCS bereit, die einen komplett integrierten Datenfluss ermöglichen. „Nach der Zertifizierung im Januar 2010 bieten wir das EMCS-Modul genau wie unsere Zollplattform zaraWEB in einer Flatrate an. Da die Anwendung online verfügbar ist, kann sie auch von Unternehmen genutzt werden, die bereits über eine ATLAS-Teilnehmer-Software verfügen oder deren Anbieter nicht zertifiziert ist“, betont Tholl.

(ID:2042110)