Erweiterungsmodul für „i.s.h.med“

Der Weg zur digitalen Fieberkurve

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Daten aus den Geräten der Intensivüberwachung fließen automatisch in die digitale Kurve ein, was dem Personal einen schnellen Überblick über den Zustand des Patienten ermöglicht
Daten aus den Geräten der Intensivüberwachung fließen automatisch in die digitale Kurve ein, was dem Personal einen schnellen Überblick über den Zustand des Patienten ermöglicht (Bild: Siemens AG)

Die Fieberkurve jedes Patienten im Krankenhaus ist zentrales Arbeitsmittel für Ärzte und Pfleger. Sie gibt Auskunft unter anderem über Blutdruck, Puls und Medikation und damit über den Zustand des Patienten. Noch immer ist die Fieberkurve meist handgeschrieben, daher fehleranfällig und eingeschränkt nutzbar.

Für das Krankenhausinformationssystem „i.s.h.med“ von Siemens Healthcare ist ab sofort in Deutschland ein neues Lösungspaket verfügbar. Mit ihm lässt sich der in der Fieberkurve dokumentierte Verordnungs- und Verabreichungsprozess nahezu papierlos abbilden. Die Arbeitsabläufe sind im i.s.h.med-Lösungspaket – basierend auf Kundenerfahrungen – bereits vordefiniert. Das erleichtert die Implementierung und hilft, die Medikation effizient zu gestalten: Ärzte können Verordnungen im KIS eingeben, das daraus für das Pflegepersonal automatisch Arbeitslisten erstellt; die Dokumentation der Verabreichung erfolgt ebenfalls über das KIS.

Darüber hinaus bietet das Lösungspaket eine Anbindung an den Arzneimittelkatalog und das Tool „Clinical Checking“ der Dosing GmbH. Damit lassen sich Verordnungen auf Wechselwirkungen oder die richtige Dosierung prüfen und gegebenenfalls korrigieren. Gerade bei älteren, multimorbiden Patienten mit Mehrfachmedikation kann dies wesentlich dazu beitragen, die Arzneimitteltherapiesicherheit zu erhöhen.

Fieberkurve in der Intensivmedizin ist komplex

Im Vergleich zu Patienten auf der Normalstation ist die Fieberkurve in der Intensivmedizin aufgrund der speziellen Erfordernisse wesentlich komplexer. Über die üblichen Vitalwerte hinaus enthält sie unter anderem Informationen zur Herz- und Atemfunktion. Dem trägt das neue Modul „Critical Care“ des KIS Soarian Rechnung, das ab sofort in zahlreichen Ländern verfügbar ist. Daten aus den Geräten der Intensivüberwachung fließen automatisch in die digitale Kurve ein, was dem Personal einen schnellen Überblick über den Zustand des Patienten ermöglicht.

Im Gegensatz zu dezidierten Abteilungssystemen für die Intensivmedizin ist Soarian „Critical Care“ vollständig in das Krankenhausinformationssystem eingebunden. So lassen sich die Informationen aus der Intensivmedizin – je nach Berechtigung – auch auf der Aufwach- oder Normalstation einsehen. Das Personal dort kann von seiner gewohnten KIS-Benutzeroberfläche zum Beispiel ablesen, welche Medikamente der Patient bekommen hat, wie sich dessen Vitalwerte daraufhin verändert haben und somit Schlüsse für die Weiterbehandlung ziehen.

Zudem ist das Modul „Critical Care“ für eine flächendeckende Anbindung von Medizingeräten im Krankenhaus ausgelegt und lässt sich auch außerhalb der Intensivstation nutzen.

Zum Einsatz kommen wird das Intensivmodul beispielsweise im Erasmus University Medical Center Rotterdam und im University Medical Center Groningen. Ein von beiden Häusern kürzlich beauftragtes Projekt beinhaltet allerdings nicht allein die Implementierung eines KIS, sondern ebenfalls Archiv- und Vernetzungslösungen und bildet so die Basis einer zukunftsfähigen IT-Strategie für die Kliniken. Damit ist es ein Beispiel für das Konzept „Unified Information Management“, das Siemens auch auf der diesjährigen conhIT vorstellte. Es trägt den sich wandelnden Anforderungen von Krankenhäusern in ganz Europa Rechnung.

Kliniken benötigen ein Gesamtkonzept

Angesichts rasant wachsender Datenmengen und einem zunehmenden Bedarf an fachbereichsübergreifender Zusammenarbeit suchen Kliniken weniger nach Einzellösungen für spezielle Probleme. Vielmehr benötigen sie ein Gesamtkonzept, um Informationen unterschiedlicher Formate und Herkunft – Bilddaten, Laborwerte oder Arztbriefe – zu verwalten und institutions- und sektorübergreifend zur Verfügung zu stellen. Mit Unified Information Management stellt Siemens Healthcare-IT-Konzepte für die Kunden bedarfsgerecht aus Archivierungs- und Vernetzungslösungen zusammen.

„Soarian Health Archive“ und das herstellerneutrale Multimediaarchiv „Syngo.share“ werden dabei für Archivierung und Management von Dokumenten und Bildern eingesetzt. Für den gezielten und sicheren Datenaustausch stehen die Vernetzungslösungen „Soarian Integrated Care“ und das IHE (Integrating the Healthcare Enterprise)-basierte Sense zur Verfügung. Welche Komponenten des Unified Information Managements umgesetzt werden, richtet sich nach den spezifischen Bedürfnissen des Kunden. Die Lösung ist so skalierbar und flexibel,dass sie bis hin zu komplett digitalen Versorgungsprozessen führen kann.

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