DACH-Vergleichstudie zu eGovernment

Der Weg ist noch weit

| Redakteur: Manfred Klein

Zusammenfassung der Kernergebnisse

Allgemein akzeptiert scheint hingegen die Wichtigkeit der IT-Sicherheit. Dazu die Studie: „Bei der Frage nach der Durchführung von weiteren Controlling- und Qualitätssicherungsaktivitäten rangieren die Sicherung gegen Hacker, Viren und Spam, die Sicherung von Datenschutzvorgaben sowie die Auswertung von Nutzungsstatistiken der Webseiten auf den vorderen Plätzen. Die größten Planungsabsichten bestehen hinsichtlich der Evaluationen des Nutzens und der Kosteneinsparungen, der Bürger- und Kundenbefragungen zum eGovernment und des nachfrageorientierten Abgleichs des eGovernment-Angebots.“

Einen Überblick über die wichtigsten Ergebnisse in Deutschland, Österreich und der Schweiz liefert die folgende Übersicht:

  • Als Treiber für eGovernment-Aktivitäten sehen Behörden in erster Linie sich selbst und die Politik, während die gewachsenen Ansprüche der Verwaltungskunden (Bürger und Unternehmen) als Treiber nur eine nachgeordnete Rolle spielen. Dennoch werden als Ziele des eGovernments – vor allem in Österreich und der Schweiz – nach außen gerichtete Effekte, nämlich die Erhöhung der Qualität und die Verbesserung der Abläufe für Bürger und Wirtschaft genannt. Deutsche Verwaltungen sehen eher nach innen gerichtete Effekte, wie Zeitersparnis, als Ziel des eGovernments.
  • Mehr als drei Viertel aller deutschen Landes- und Kommunalbehörden haben eine eigene eGovernment-Strategie. Zum Befragungszeitraum verfügte allerdings erst ein Fünftel der deutschen Bundesländer über ein eigenes eGovernment-Gesetz. Fast zwei Drittel der Länder haben noch kein eGovernment-Gesetz, einige sind allerdings bereits dabei, ein Gesetz zu planen. Das eGovernment-Gesetz des Bundes wird dadurch seinem Charakter als Motor des eGovernments gerecht, auch wenn es noch ein langer Weg bis zur vollständigen Digitalisierung der Verwaltung ist.
  • Im Ländervergleich platziert sich bei der Frage der heute umgesetzten eGovernment-Services Österreich vor der Schweiz, gefolgt von Deutschland. Nur die Geo-Referenzierung und die elektronische Akte sind bei mehr als der Hälfte der befragten deutschen Verwaltungen im Einsatz, elektronische Amts- und Verkündungsblätter sowie elektronische Bezahlfunktionen immerhin noch bei knapp der Hälfte der Verwaltungen.
  • Die größten Planungs- und Entwicklungspotenziale finden sich in den Verwaltungen bei der eRechnung, der Prozessoptimierung von eGovernment, der Eröffnung eines De-Mail-Zugangs (nur Deutschland) sowie beim elektronischen Identitätsnachweis. Mehr als die Hälfte der Verwaltungen planen diese eGovernment-Elemente in der Zukunft einzusetzen.
  • Zentrale Herausforderungen bei der Einführung von eGovernment-Prozessen bleiben der demografische Wandel und die Akzeptanzprobleme innerhalb der eigenen Verwaltung. Knappe Personalressourcen sowie der Erhalt und Ausbau von Know-how stellen Behörden vor große Herausforderungen. Deshalb besteht bei vielen Behörden ein steigender Aus- und Weiterbildungsbedarf, um für die Herausforderungen der künftigen digitalen Verwaltung gerüstet zu sein. Weitere Erschwernisse liefern die vielerorts noch fehlenden gesetzlichen Rahmenbedingungen und finanziellen Ressourcen.
  • Drei Viertel der Befragten wünschen sich eine besser vernetzte Verwaltung. Ein Mehr an Kooperationen der Verwaltungen untereinander würde die Effizienz der eGovernment-Angebote erhöhen, aber auch die Akzeptanz sowohl bei Verwaltungsmitarbeitern als auch bei Verwaltungskunden fördern.

Aus diesen und den zahlreichen anderen Ergebnissen der Studie, leiten die Verfasser Handlungsempfehlungen für die untersuchten Länder ab. Als besonders dringlich erachten sie:

  • den Ausbau der Kooperation der Verwaltungen untereinander (insbesondere vertikale Kooperationen),
  • den Aufbau einer eGovernment-orientierten Personalentwicklung,
  • eine stärkere Integration der externen Perspektive in der Planungs- und Umsetzungsphase von Projekten,
  • eine intensivierte angewandte Forschung für die Umsetzung von eGovernment in den Verwaltungen,
  • die Entwicklung eines neuen, einfachen Bewertungsmodells für eGovernment-Projekte,
  • die Umsetzung einer stärker wirkungs- und ergebnisorientierten Verwaltungssteuerung auch und gerade im Zusammenhang mit eGovernment sowie
  • eine professionellere Projektsteuerung und Projektumsetzung.

Bei diesen allgemeinen Handlungsempfehlungen belassen es die Autoren indessen nicht. Sie haben auch individuelle Handlungsempfehlungen für die drei DACH-Länder formuliert. Diese finden sich in der Komplettstudie, die Sie über den angegebenen Link beziehen können.

Wer die vollständige Studie lesen möchte, wird hier fündig.

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