DACH-Vergleichstudie zu eGovernment

Der Weg ist noch weit

| Redakteur: Manfred Klein

Neue Herausforderungen durch eGovernment

Beim eGovernment sehen die befragten Akteure in den Verwaltungen auch einige neue Herausforderungen auf sich zukommen. Entsprechend zeigt sich akuter Handlungsbedarf in den Bereichen „Akzeptanzprobleme bei Mitarbeitern“, bei den technologischen „Investitionshöhen“ und dem damit verbundenen steigenden „Ressourcenbedarf“ sowie beim ebenfalls „wachsenden (Aus- und) Fortbildungsbedarf“.

Die Koordination von staatlichen und kommunalen Stellen erachtet nur jede fünfte Verwaltung als ausreichend und genügend, während über zwei Drittel der Verwaltungen hier noch ein großes Potenzial für Verbesserungen, insbesondere in der vertikalen Kooperation, sehen. Mit eGovernment verknüpfen die befragten Verwaltungen jedoch auch ganz konkrete Erwartungen.

Formuliert werde diese primär von den Führungskräften der Verwaltung oder den CIOs/IT-Leitern. Am häufigsten wurden in der Umfrage die Verbesserung von Prozessen, die Entlastung der Verwaltung, Effizienzsteigerungen sowie Qualitätsverbesserungen genannt.

Interessant dabei: Offenbar unterscheiden sich die eGovernment-Erwartungen zwischen Politik und Verwaltung relativ häufig. Bedenklich ist auch, dass die Studie ein recht niedriges Akzeptanzniveau von eGovernment in den Verwaltungen aufdeckt.

Die Frage nach der Durchführung von Wirtschaftlichkeitsanalysen teilt die Verwaltungswelt nach Ansicht der Autoren in zwei Lager. Die eine Hälfte führt vor der Umsetzung von Projekten immer oder zumindest oft Wirtschaftlichkeitsanalysen durch.

Die andere Hälfte führt dies nur gelegentlich, selten oder auch gar nicht durch. Ein Großteil der Verwaltungen pflege jedoch einen sehr strukturierten und professionellen Umgang mit eGovernment-Projekten durch die Verwendung strategischer Listen für die Projektauswahl, einer festen Systematik und eines entsprechenden Instrumentariums, so die Autoren.

Die eingesetzten Verfahren seien zwar nicht komplexer Natur, brächten den Beteiligten aber zumindest einen profunden Überblick in Form von einfachen Kosten-Nutzen-Analysen oder Vor- und Nachteil-Bewertungen.

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