„TR RESISCAN“

Der Teufel steckt wie immer im Detail

| Autor / Redakteur: Ulrich Gerke / Susanne Ehneß

Hieran entfacht sich aktuell eine Debatte im DMS-Markt, wie sinnvoll die aktuell vorliegende TR Resiscan ist, wenn diese mit allen Anhängen im originalen Wortlaut in der Praxis umgesetzt werden soll. Als wesentliches Ziel hat sich TR Resiscan gesetzt, die angeblich bestehende Rechtsunsicherheit zu beseitigen und Rechtssicherheit herzustellen. Sie enthält aber gleichzeitig den Hinweis, dass mit der TR Resiscan nicht die Zulässigkeit des ersetzenden Scannens als solches geregelt wird (siehe Bildergalerie, Punkt 1).

Umgekehrt gibt es Meinungen, dass mit der TR Resiscan das Gegenteil einer Rechtssicherheit erreicht wurde. Während es in der Vergangenheit grundsätzlich keine Rechtsunsicherheit gab, wurde durch die TR Resiscan Rechtsunsicherheit erzeugt, da – bei Einsatz der TR Resiscan – Verwaltungen und Organisationen nun bewerten müssen, ob die Vorgaben der TR Resiscan (zwingend) umgesetzt werden sollen oder sogar müssen. Was sind aber die wesentlichen Kritikpunkte an der TR Resiscan?

Kritikpunkte

Die TR Resiscan bietet keine Rechtssicherheit im Sinne eines garantierten Verzichts des Richters auf das Papieroriginal des Digitalisats, wie es in der Öffentlichkeit häufig dargestellt wird.

Die Korrektheit eines eingescannten Dokuments kann selbst bei einer TR-Resiscan-zertifizierten Erfassungslösung nicht gewährleistet werden, daher könnte ein Richter zu Recht die Beweisfähigkeit des Digitalisats, selbst bei Einsatz der TR Resiscan, anzweifeln. Warum aber?

Die Praktiker wissen: Beim Scannen werden Papierdokumente mit einem Zeitverzug von x Stunden, Tagen oder sogar erst Wochen nach dem Absenden digitalisiert. In dem dazwischenliegenden Zeitfenster bestehen unterschiedliche Einflussmöglichkeiten auf dem Weg vom Original zum Digitalisat: Unterlagen vorsortieren, bereinigen, umkopieren, Leerseiten oder Werbeanhang löschen, Vorgangsarten bündeln et cetera.

Ein fachlich korrektes Digitalisat ist dasjenige Scanobjekt, welches am Ende eines fachlichen Erschließungs- und Bearbeitungsprozesses von einem mit Fachkenntnissen ausgestatteten Menschen (oder einem technischen System) als „Rechnung“, „Antrag“, „Bescheid“ oder „Schriftwechsel“ attribuiert (verschlagwortet) wird. Daher werden auch in einem GoBD- oder Resiscan-konformen Verfahren Fehler auftreten, alleine schon durch menschliche oder technische Unzulänglichkeiten, die sich nicht per Definition ausschließen lassen.

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posted am 25.07.2018 um 10:19 von Unregistriert


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