Mehr Aufklärungsarbeit soll Bürger beruhigen

Der neue Personalausweis steht für mehr Datenschutz

27.08.2010 | Autor / Redakteur: Dirk Arendt und Thomas Koch, OpenLimit SignCubes AG / Gerald Viola

Personalausweis: Nur Teile der Daten werden freigegeben
Personalausweis: Nur Teile der Daten werden freigegeben

Biometrie: Keine zentrale Spreicherung

An biometrischen Daten trägt der Ausweis verbindlich ein digitales Foto. Die zusätzliche Speicherung von Fingerabdrücken ist freiwillig. Entgegen einiger Vorurteile von Kritikern werden weder die Fotos noch die Fingerabdrücke zentral gesammelt und gespeichert. Sie sind lediglich verschlüsselt auf dem Chip des Ausweises gespeichert und dienen dazu, durch mehr als bloßen Augenschein festzustellen, ob der Träger des Ausweises auch tatsächlich sein Eigentümer ist.

Der Zugriff auf das Foto und den Fingerabdruck ist dabei technisch nur mit einem hoheitlichen Berechtigungszertifikat möglich. Bei der Grenzkontrolle kann also beispielsweise auf den digitalen Fingerabdruck zugegriffen werden, nicht aber bei Internetanwendungen. Der Identitätsdiebstahl wird somit erschwert. Jeder, der heute in die USA reist, muss sich von den dortigen Grenzbehörden fotografieren und seine Fingerabdrücke abnehmen lassen. Diese werden dort ganz bestimmt zentral gesammelt und gespeichert.

Datenschutz im internationalen Vergleich

Die US-Amerikaner legen beim Datenschutz übrigens bei weitem nicht die hohen Messlatten an den Tag, wie wir das in Deutschland tun. Die Organisation „Privacy International“ vergleicht in seinem „privacy ranking“ die nationalen Datenschutzbemühungen hinsichtlich des Schutzes privater Daten gegenüber Behörden und Unternehmen.

Deutschland, das mit Platz 5 auf einem vergleichsweise gutem Rang abschneidet, kann dabei auf eine langjährige Datenschutztradition zurückgreifen. So war das hessische Datenschutzgesetz von 1970 das erste seiner Art weltweit. Unter den ersten 20 Ländern sind mit Ausnahme von Kanada, Argentinien, Neuseeland und Südafrika ausschließlich europäische Staaten gelistet. Die USA belegen Platz 30 der 36 untersuchten Staaten.

In den Vereinigten Staaten existieren weder rechtliche Vorgaben über die Aufbewahrungsdauer von gesammelten personenbezogenen Daten, noch ein Recht auf eine Auskunft gegenüber Behörden oder Unternehmen darüber, welche Daten zur Person gespeichert sind.

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