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Digital Office Index 2020 Der lange Abschied vom Papier

| Autor: Susanne Ehneß

Öffentliche Verwaltungen haben in puncto Digitalisierung Nachholbedarf, bei den eRechnungen sind sie aber Vorreiter.

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Das digitale Büro rückt immer näher
Das digitale Büro rückt immer näher
(© Rawf8 - stock.adobe.com)

Der diesjährige „Digital Office Index“ des Branchenverbands Bitkom zeigt: Die Digitalisierung der Verwaltungsprozesse schreitet quer durch alle Branchen voran, und 2020 gab es einen deutlichen Schub. Für Peter Collenbusch, Vorsitzender des Kompetenzbereichs Digital Office beim Bitkom, hat an dieser Entwicklung aber auch der „Corona-Effekt“ maßgeblichen Anteil.

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Jedes dritte Unternehmen investiert dieses Jahr deutlich in IT. 55 Prozent der Befragten haben aufgrund von Corona ihre Ausgaben für Hardware aufgebohrt, 39 Prozent für Software. Jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) fährt den finanziellen Ausbau des Digital Office in diesem Jahr allerdings zurück. „Angesichts der wirtschaftlichen Lage ist die Zurückhaltung mancher Unternehmen nachvollziehbar“, meint Collenbusch.

Die meisten Angestellten aus der Wirtschaft besitzen mittlerweile ein mobiles Arbeitsgerät: 93 Prozent bei den Banken, 89 Prozent bei den Versicherungen und 64 Prozent bei IT- und Beraterfirmen. Die Öffentliche Verwaltung hat hier noch Nachholbedarf – erst 40 Prozent ihrer fest angestellten Mitarbeiter bekommen ein Mobilgerät mit Internetzugang.

Gleichzeitig nimmt die digitale Kommunikation immer mehr zu. Der Austausch via Smartphone und Videokonferenzen hat Corona-bedingt massiv zugelegt: plus 30 beziehungsweise 13 Prozent.

Aber auch Fax und Festnetztelefonie gibt es noch. 49 Prozent nutzen „häufig“ oder „sehr häufig“ das Fax – allerdings ist hier ein Rückgang von 13 Prozentpunkten gegenüber 2018 zu verzeichnen. Alle befragten Unternehmen (100 Prozent) haben zudem noch die klassischen Telefone. Das gleiche gilt für eMails, die ebenfalls von allen befragten Unternehmen genutzt werden.

Der Bitkom hat auch die Nutzung von eRechnungen abgefragt. Erst 30 Prozent aller Unternehmen übermitteln derzeit ihre Rechnungen digital, aber Vorreiter ist mit 82 Prozent die Öffentliche Verwaltung. „Die Einführung der eRechnung geht über ein simples Update der Rechnungssoftware hinaus. Es sind weit mehr Geschäftsprozesse von diesem Vorgang betroffen und auch die Arbeitsinhalte von Mitarbeitern werden sich deutlich verändern. Es ist deshalb wichtig, dass sich alle betroffenen Unternehmen ausführlich und zeitnah mit der Einführung der eRechnung befassen“, mahnt Linda Oldenburg, Vorsitzende des Arbeitskreises Digitale Geschäftsprozesse im Bitkom. Der Stichtag 27. November 2020 ist bald da.

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