Strategiediskussion

Der IT-Planungsrat schärft sein Profil

| Autor / Redakteur: Andreas Statzkowski / Manfred Klein

Ausbau von Online-Transaktionen

Wir dürfen jedoch auch nicht aus den Augen verlieren, was für den Ausbau von eGovernment über das Jahr 2015 hinaus notwendig ist. Strategisch muss beim Umgang der Öffentlichen Verwaltung mit dem Thema eGovernment ein Kulturwandel erfolgen. Denn die Bereitstellung von Infrastrukturen für eGovernment passt als Querschnittsaufgabe nicht in das klassische Ressortprinzip.

Vielmehr muss die Verantwortung für Infrastrukturen quasi vor die Klammer gezogen und in eine Hand gelegt werden. Bei dieser Neuordnung der Kompetenzen verbliebe die hoheitliche Aufgabenwahrnehmung selbstverständlich in der Verantwortlichkeit der jeweils zuständigen Ressorts.

Für die entsprechenden Reformschritte müssen Politik und Verwaltung jedoch zunächst einen Mentalitätswandel durchlaufen. Dies wird mit Sicherheit noch viel Überzeugungsarbeit brauchen. Hier stehen wir erst am Anfang einer langen Entwicklung. Dies führt mich zu meinem zweiten Schwerpunktthema.

Quo vadis FITKO?

Die Föderale IT-Kooperation – kurz FITKO – ist eine Maßnahme, die der IT-Planungsrat schon seit längerer Zeit verfolgt. Derzeit stellt sich die Situation so dar, dass Bund, Länder und Kommunen viele einzelne Lösungen in den Bereichen IT-Infrastrukturen, IT-Sicherheit und IT-Anwendungen entwickeln. Unter anderem Kongresse wie der IT-Planungsrat-Fachkongress geben die Möglichkeit, sich über diese Lösungen auszutauschen.

Darüber hinaus gibt es auf Bund-Länder-Ebene bereits etliche erfolgreiche Kooperationen, wie zum Beispiel die Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT), die Behördenrufnummer 115 oder die Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE). Allerdings fehlt bislang die Institutionalisierung der Vernetzung unter einem Dach und die zentrale Steuerung der bestehenden Strukturen durch den IT-Planungsrat.

Darüber hinaus mangelt es an einem kontinuierlichen Dialog des IT-Planungsrats mit den IT-Bedarfsträgern von Bund, Ländern und Kommunen und den Fachministerkonferenzen. Es gibt keine systematische Erhebung des übergreifenden IT-Bedarfs und keine Koordination des Auf- und Ausbaus föderaler IT- und eGovernment-Infrastrukturen. Auch fehlt es an einer strategischen Bewertung von Vorhaben des IT-Planungsrats nach Maßgabe eines konkreten Zielbildes zur föderalen IT-Landschaft und an einer kontinuierlichen Prüfung von Alternativen.

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Diese spannende Bilddokumentation dazu lässt schön erkennen, was des IT-Planungsrats liebste...  lesen
posted am 03.06.2015 um 07:27 von Unregistriert


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