Strategiediskussion

Der IT-Planungsrat schärft sein Profil

| Autor / Redakteur: Andreas Statzkowski / Manfred Klein

Andreas Statzkowski diskutiert mit Cornelia Rogall-Grothe und Heike Raab die Aufgaben des IT-Planungsrats
Andreas Statzkowski diskutiert mit Cornelia Rogall-Grothe und Heike Raab die Aufgaben des IT-Planungsrats (Bild: Fuhrmann)

Der Berliner Innenstaatssekretär Andreas Statzkowski hat in diesem Jahr den Vorsitz des IT-Planungsrates inne. Auf dem 3. Kongress des IT-Planungsrates hat Statzkowski in einer Rede beschrieben, welchen Aufgaben er sich in diesem Zusammenhang stellt und welche Aufgaben auf den IT-Planungsrat warten. Hier die wichtigsten Inhalte seiner Rede.

Deutschland hat bundesweit Nachholbedarf bei der Nutzung von eGovernment. Im europäischen Vergleich hinken wir stark hinterher. Laut eGovernment-Monitor 2014 liegt der Anteil von eGovernment-Nutzern in der Bevölkerung in Österreich bei 72 Prozent, in Schweden bei 71, in der Schweiz bei 61 und in Deutschland jedoch nur bei 45 Prozent.

Gleiches zeigt der EU Digital Economy and Society Index: Während Deutschland in fast allen Bereichen überdurchschnittlich gut abschneidet, liegt es bei den Public Services auf Rang 18 und speziell bei der eGovernment-Nutzung sogar nur auf Rang 23. Diese Zahlen verdeutlichen, dass wir uns deutlich steigern müssen.

Aus meiner Sicht ist es für den Erfolg von eGovernment erforderlich, dass die Hindernisse für den Online-Zugang zur Verwaltung konsequent abgebaut werden. Wir müssen Online-Transaktionen aus der Sicht der Kunden durchdenken und uns vor allem an ihren Bedürfnissen orientieren. Wichtig ist dabei vor allem, dass wir einen einheitlichen Zugang zu allen eGovernment-Anwendungen in Form eines Service-Kontos schaffen.

Es muss ein personalisierter Zugang zur Verwaltung entwickelt werden, der standardisierte Anbindungsoptionen für alle Fachverfahren vorsieht. Damit wäre es nicht mehr notwendig, dass die Nutzer sich für jedes Verfahren gesondert anmelden müssen. Außerdem müssen künftig Medienbrüche reduziert oder von vornherein vermieden werden. Soweit möglich, sollten Verfahren durchgängig digitalisiert werden.

Zurzeit sorgen Medienbrüche dafür, dass Online-Prozesse unnötig verzögert werden. Mit einer flächendeckenden Einführung der eAkte könnten wir ein Nebeneinander von elektronischer und papiergebundender Aktenführung verhindern.

Schließlich müssen wir als Verwaltung die Effizienzgewinne und die Einsparpotenziale von eGovernment noch besser erkennen. Wenn alle erkennen, das eGovernment nicht nur für die Bürger, sondern auch für die Verwaltung viele Vorteile bietet, wird dies auch die Umsetzung beschleunigen.

Was kann der IT-Planungsrat in diesem Zusammenhang tun? Auf seiner traditionellen CeBIT-Sitzung hat der IT-Planungsrat folgendes beschlossen: Eine Arbeitsgruppe des IT-Planungsrat soll im Laufe dieses Jahres die wesentlichen Gründe für die niedrige Akzeptanz von eGovernment-Leistungen benennen und praktikable Änderungsvorschläge vorlegen. Insbesondere soll die Arbeitsgruppe politisch attraktive Kernvorhaben für den IT-Planungsrat identifizieren. Die Arbeitsgruppe wird begleitet vom Kompetenzzentrum Öffentliche IT des Fraunhofer-Instituts Fokus. Der IT-Planungsrat wird die Ergebnisse voraussichtlich auf seiner Herbstsitzung am 1. Oktober auswerten und einen Beschluss zu den vorgeschlagenen Lösungsansätzen fassen.

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Diese spannende Bilddokumentation dazu lässt schön erkennen, was des IT-Planungsrats liebste...  lesen
posted am 03.06.2015 um 07:27 von Unregistriert


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