Case Study: Implementierung neuer Software

Der Faktor Mensch

| Autor / Redakteur: Jens Gieseler / Susanne Ehneß

Psychologische Komponente

Über eintausend Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen arbeiten mit dem Seminarmanagementsystem aus dem schwäbischen St. Johann
Über eintausend Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen arbeiten mit dem Seminarmanagementsystem aus dem schwäbischen St. Johann (Bild: Easysoft)

Doch weitaus wichtiger sei die psychologische Komponente, meint Drude. Menschen veränderten ihre Routinen ungerne. Um diese Hürde zu nehmen, müsse man ein Team motivieren. Das gelinge jedoch nur, wenn sich danach schnell Erfolge einstellen. Dazu gehörten eine gute Software und ein guter Service. So zeigt sich für den Dortmunder Qualität, wenn IT-Dienstleister wie Easy­soft Wünsche aus der Praxis aufnehmen und ihr Produkt kontinuierlich weiterentwickeln. Dass geschulte Nutzer der entscheidende Faktor für die Zufriedenheit sind, hat Easysoft anlässlich einer Kundenumfrage im April dieses Jahres festgestellt. Von den Organisationen, deren Mitarbeiter regelmäßig Schulungen besuchen, erhielt der Marktführer im Gesundheitswesen Supernoten. 1.150 deutschsprachige Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen arbeiten mit dem Seminarmanagementsystem aus dem schwäbischen St. Johann.

Friedhelm Seiler, bei Easysoft für Vertrieb und Schulungen verantwortlich, zog Konsequenzen: „Wir bieten die Software jetzt mit einer Seminarflatrate an. Wer die nimmt, kann so viele Mitarbeiter nach Berlin an unsere Akademie schicken, wie er will und zwar so oft, wie er will.“

Weil die Kommunikationsplattform des Neumünsteraner Krankenhauses internetbasiert ist und damit nicht in das klinische System inte­griert werden musste, gab es für das Projekt von Sarah Stölting wenig technische Probleme. Entscheidender war, dass die Nutzer aus dem Pflegebereich einen Arbeitsplatz finden, an den sie sich jenseits des alltäglichen Trubels zurückziehen können, um ungestört zu arbeiten. „Da sind wir noch mittendrin“, gibt die Pflegemanagerin zu.

Nutzer überzeugen

Gezielt werden etwa 90 Mitarbeiter mit der Plattform angesprochen: Multiplikatoren, Caremanager und das Pflegemanagement. „Wir wollten die Gruppen mindestens zu Beginn des Projektes klein halten, um sie mit gezielten Inhalten und klaren Aufgaben zu gewinnen“, sagt Stölting. So finden die Caremanager Besprechungsprotokolle und Informationen zu Vor- und Nachbereitung von Meetings. Die können sie zu jeder Tageszeit und von jedem internet­fähigen Computer anschauen. Außerdem werden Dokumente eingestellt, an denen alle oder zumindest viele mitarbeiten sollen. „Dadurch vermeiden wir das Chaos von unterschiedlichen Versionen, die auftreten, wenn wir per Mail arbeiten würden“, erklärt sie weiter. Schrittweise kann so eine Präsentation erarbeitet werden, über die in einem Forum auch diskutiert werden kann.

Die jüngeren Mitarbeiter tun sich mit der neuen Technik leichter als die älteren, so die Erfahrung. Wer auf Facebook bereits zu Hause ist oder Erfahrungen im eLearning besitzt, kennt das gemeinsame Arbeiten im virtuellen Netz bereits.

Die Widerstände bei den Unerfahrenen sind größer. Außerdem führt die hohe Arbeitsbelastung im Klinikalltag dazu, dass lediglich die Hälfte der 90 angesprochenen User die Plattform nutzt. So ist die Plattform für einige eine Entlastung und sinnvolle Möglichkeit, um Wissen zu erarbeiten und sich auszutauschen, während es für andere eine weitere Aufgabe ist, die sie eher belastet.

Sarah Stölting ist von den Möglichkeiten der Plattform begeistert. Entsprechend ernüchtert ist sie vom langwierigen Fortschritt. Sie empfiehlt: „Man muss das langsam und ordentlich aufbauen, nur so kann man das Vertrauen der Mitarbeiter gewinnen.“

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