Erhöhter Beweiswert digitalisierter Patientenakten

Der elektronische Datenaustausch wächst rasant

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Mit einer qualifizierten Signaturkarte sowie einer Software für Einzel- oder Stapelsignaturen kann der Arzt Dokumente komfortabel durch PIN-Eingabe unterschreiben
Mit einer qualifizierten Signaturkarte sowie einer Software für Einzel- oder Stapelsignaturen kann der Arzt Dokumente komfortabel durch PIN-Eingabe unterschreiben (Bild: OpenLimit SignCubes AG)

Der elektronische Datenaustausch im Gesundheitswesen wächst rasant. Moderne Arztpraxen stellen ihre Systeme vermehrt auf papierlose Patientenakten um. Das klingt in der Theorie einfach, wirft in der Praxis jedoch Fragen auf. Unklarheiten darfüber gibt es beim „Ersetzenden Scannen“. Welche Verfahren garantieren die Revisionssicherheit?

Aus diesem Grund haben sich die Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung daher erneut mit diesem Thema auseinandergesetzt und ihre „Empfehlungen zur ärztlichen Schweigepflicht, Datenschutz und Datenverarbeitung in der Arztpraxis“ aktualisiert.

Patientenakten dürfen nicht manipulierbar sein

Das seit Februar 2013 geltende Patientenrechtegesetz war der Anlass für die neue Fassung, die elektronische Dokumentation der ärztlichen Behandlung erstmals gesetzlich zu regeln. Laut § 630 f Absatz eins des Bürgerlichen Gesetzbuches dürfen Patientenakten auch elektronisch geführt werden, vorausgesetzt, der Arzt stellt die Manipulationsfreiheit der Akte sicher, indem er eine Software anwendet, die alle nachträglichen Änderungen automatisch kenntlich macht. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass einem eingescannten Arztbrief vor Gericht noch immer ein geringer Beweiswert zukommt als unterzeichneten Originaldokumenten.

De Rechtslage ist zwar unsicher, trotzdem werden immer mehr Originaldokumente ausschließlich digital dokumentiert und archiviert. Grund hierfür sind die enormen Kosten-, Zeit- und Raumeinsparungen, die durch Ersetzendes Scannen erreicht werden können. Um die Position des Arztes in gerichtlichen Auseinandersetzungen zu stärken, werden daher von Experten verschiedene organisatorische und technische Maßnahmen empfohlen.

„Der Schlüssel zu beweiskräftigen, elektronischen Dokumenten sind qualifizierte elektronische Signaturen und Zeitstempel“, sagt Marc Gurov, CEO von OpenLimit SignCubes AG. „Moderne Sicherheitslösungen zum Ersetzenden Scannen gemäß TR Resiscan (Technische Richtlinie) ermöglichen einfaches und schnelles Signieren elektronischer Dokumente per Mausklick.

Der Arzt erhält einen signaturgesetzkonformen Kartenleser, eine qualifizierte Signaturkarte sowie eine Software für Einzel- oder Stapelsignaturen und kann Dokumente so komfortabel durch PIN-Eingabe unterschreiben“, erklärt der Spezialist für rechtssichere Scanprozesse.

Die Rechtsabteilung der Bundesärztekammer rät Ärzten, sich vor Umstellung auf eine papierfreie Praxis professionell über Möglichkeiten der IT-Sicherheit beraten zu lassen.

Ergänzendes zum Thema
 
„Ersetzendes Scannen“
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