Umweltzeichen könnte Bestandteil öffentlicher Ausschreibungen werden

Der „Blaue Engel“ sieht alles

| Redakteur: Susanne Ehneß

Sie sprechen von einer Re-Zertifizierung?

Neubauer: Ja, die Betreiber müssen am Ball bleiben, wenn sie ihre Auszeichnung behalten möchten.

Wilkens: In regelmäßigen Abständen von einem Jahr wird die Zertifizierung wiederholt. Die Werte müssen demnach kontinuierlich über das Jahr hinweg erhoben werden, damit – bei Einhaltung der Vorgaben aus der Vergabegrundlage – eine erneute Zertifizierung erfolgen kann.

Die IT verändert sich. Wie verhält es sich mit der Aktualität der Daten, die einer Zertifizierung zugrunde liegen?

Wilkens: Selbstverständlich werden auch die Kennzahlen, auf denen die Zertifizierung basiert, regelmäßig kontrolliert. Rechenzentren und deren IT-Technik entwickeln sich stetig, daher wird die Vergabegrundlage alle drei Jahre überprüft.

Neubauer: Grundsätzlich können User sämtliche Daten im Monitoring-System eigenständig festlegen und konfigurieren. Möchte ein Nutzer auf die Zertifizierung hinarbeiten, führen wir in unserem Tool eine Vorkonfiguration durch, welche relevante Werte – wie beispielsweise den EUE-Wert oder die Jahresarbeitszahl – als Kennwerte definiert. Diese Daten werden selbstverständlich auch entsprechend der Vorgaben aktualisiert. So kann ohne weiteres die Vergabegrundlage beachtet werden, und auch entsprechenden Optimierungen im Rechenzentrumsbetrieb steht nichts mehr im Wege.

Welche Voraussetzung muss von RZ-Betreibern erfüllt werden?

Wilkens: Werden bereits der Energiebedarf für die IT, Kühlung und Stromversorgung regelmäßig erfasst, müssen lediglich die Jahresarbeitszahl (JAZ) und der Virtualisierungsgrad (VG) geprüft werden. Entsprechen diese nicht den Werten 3,5 (JAZ) beziehungsweise 2 (VG), müssen Maßnahmen getroffen werden, um die geforderten Ergebnisse zu erzielen. Die Erfahrung aus den ersten Zertifizierungen zeigt, dass dies innerhalb weniger Wochen umsetzbar ist. In Fällen, in denen keine Virtualisierung im RZ eingeführt wurde, ist der Aufwand höher. Mit der Implementierung ergeben sich jedoch für die Betreiber immer Vorteile, da eine Virtualisierung mit der Einführung eines Monitorings der virtuellen Maschinen einhergeht. Damit werden dann wiederum viele wichtige Parameter des IT-Monitorings für den Blauen Engel erfasst.

Neubauer: Im Grunde müssen für die Auszeichnung mit dem Blauen Engel über einen Zeitraum von zwölf Monaten alle relevanten Werte erfasst und dokumentiert werden. Bei neu errichteten Rechenzentren handelt es sich um drei Monate. Somit bedarf es lückenloser Messreihen, die anhand eines geeigneten Monitoring-Tools leicht zu dokumentieren sind.

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, was künftig auf RZ-Betreiber zukommt.

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