Ergebnisse des Zukunftspanels

„Der Aufgabendruck in den Verwaltungen wächst weiter“

| Redakteur: Manfred Klein

Auch der zweite Zukunftskongress wird wieder im bcc stattfinden
Auch der zweite Zukunftskongress wird wieder im bcc stattfinden (Foto: bcc – Congress Center Berlin)

Auch in diesem Jahr wurde im Vorfeld des Zukunftskongresses Staat & Verwaltung eine repräsentative Studie durchgeführt, um Fortschritte und Potenziale der (technologiegestützten) Modernisierung der Öffentlichen Verwaltung in Deutschland zu untersuchen. Erste Ergebnisse des Zukunftspanels liegen jetzt vor.

Pof. Dr. Gerhard Hammerschmid von der Hertie School of Governance hat das Zukunftspanel durchgeführt
Pof. Dr. Gerhard Hammerschmid von der Hertie School of Governance hat das Zukunftspanel durchgeführt (Foto: Hertie School of Governance, Peter Himsel)

Die Studie richtet sich an alle Entscheidungsträger in Öffentlichen Verwaltungen mit besonderem Fokus auf eGovernment und Verwaltungsmodernisierung. eGovernment Computing sprach mit Prof. Dr. Gerhard Hammerschmid von der Hertie School of Governance, der die Studie im Auftrag der Macher des Zukunftskongresses Staat & Verwaltung durchführte.

Welche Schlussfolgerungen ziehen Sie aus den Ergebnissen des Zukunftspanels?

Hammerschmid: Die Ergebnisse zeigen klar, dass die Öffentlichen Verwaltungen in Deutschland heute vor drei zentralen Herausforderungen stehen, die es gilt in den nächsten Jahren konsequent anzugehen. Zum einen der budgetäre Druck und damit zusammenhängend die Notwendigkeit von Maßnahmen wie Aufgabenkritik, Strukturbereinigungen und Prozessoptimierung. Zum anderen die Digitalisierung und der Einsatz neuer eGovernment-Lösungen sowohl für verwaltungsinterne Abläufe wie auch für Bürger und Unternehmen. Und zum dritten eine Neuausrichtung beziehungsweise weitere Professionalisierung des Personalbereichs. Hier stehen eine demografieorientierte Personalpolitik, die Attraktivität der Öffentlichen Verwaltung als Arbeitgeber sowie Maßnahmen der Führungskräfte- und Personalentwicklung im Vordergrund.

Die große Bedeutung dieser Herausforderungen, aber auch das Spannungsfeld zwischen budgetärem Druck und notwendigen Investitionen in die anderen Bereiche stellt hohe Ansprüche an Behördenleitungen und Führungskräfte. Sie sind zunehmend gefordert, alle drei Erfordernisse auszubalancieren und entsprechende Maßnahmen konsequent voranzutreiben.

Die Behördenleitungen sind sich der Herausforderungen zwar bewusst, die konkrete Umsetzung hinkt allerdings noch deutlich hinterher und man sieht eigentlich in allen drei Bereichen ein gewisses Auseinanderklaffen von Anspruch und Praxis. So nimmt die Digitalisierung beziehungsweise die Umsetzung von eGovernment erst in weniger als der Hälfte der befragten Behörden eine wichtige Rolle ein und ist vielfach auf Informationsangebote der Behörde beschränkt. Eine weitgehende Digitalisierung von bürger- und unternehmensbezogenen Dienstleistungen sowie die Einführung der eAkte sind erst bei rund 15 Prozent der Behörden umgesetzt.

Auch in Hinblick auf zentrale Maßnahmen zur Realisierung von Einsparungen besteht noch erhebliches Potenzial. Maßnahmen, welche im letztjährigen Zukunftspanel in besonders positive bewertet wurden, wie etwa Prozessoptimierung, Aufgabenkritik, Shared Services für interne Dienstleistungen oder Effizienzmessungen und -untersuchungen sind erst in weniger als einem Drittel der Behörden umgesetzt.

Und zentrale, als besonders zweckmäßig erachtete Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität der Öffentlichen Verwaltung als Arbeitgeber befinden sich ebenso vielfach erst in der Planung. Die Ergebnisse legen somit nahe, dass es in den nächsten Jahren vor allem darum gehen wird, die Umsetzung dieser als notwendig erachteten Maßnahmen erfolgreich voranzutreiben und dabei die bisher gemachten Umsetzungserfahrungen systematisch zu nützen.

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Interessant – allerdings nicht ganz überraschend in Folge der NSA-Debatten – ist eine steigende...  lesen
posted am 27.06.2014 um 16:26 von woksoll


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