Trusted eID-Services auf der CeBIT 2011 „Den Einstieg ins eID-Zeitalter besonders einfach machen“

Autor / Redakteur: eGovernment Spezial / Gerald Viola

Auf der CeBIT präsentiert der Berliner eGovernment-Spezialist ]init[ AG seine Lösungen und Dienstleistungen rund um den neuen Personalausweis (nPA).

Firmen zum Thema

Dirk Stocksmeier
Dirk Stocksmeier
( Archiv: Vogel Business Media )

eGovernment Computing sprach mit Dirk Stocksmeier, dem Vorstandsvorsitzenden von ]init[, darüber, was sich mit der Einführung des neues Ausweises im November 2010 für die Verwaltung geändert hat und welche Vorteile das eID-Service Providing von ]init[ bietet.

Herr Stocksmeier, haben Sie den neuen Personalausweis?

Stocksmeier: Ich war am 1. November 2010 unter den ersten, die ihren neuen Personalausweis (nPA) in Berlin beantragt haben. Abgesehen davon, dass ich von der Technologie in und um den Ausweis überzeugt bin, hatte dies auch berufliche Gründe: Seit 2009 begleitet ]init[ die Einführung des Ausweises auf technologischer Ebene intensiv. Natürlich wollte ich deshalb den neuen Personalausweis auch so schnell wie möglich selbst in der Hand halten, um die von uns entwickelten Anwendungen nicht bloß mit einen Testausweis ausprobieren zu können.

Ist der neue Personalausweis bereits in der Öffentlichen Verwaltung angekommen?

Stocksmeier: Rund ein Drittel aller Verwaltungen planen laut einer Studie des eGovernment-Kompetenznetzwerks Amt24 konkrete Anwendungen mit dem neuen Personalausweis. Die größten Mehrwerte werden vor allem bei Prozessen mit direktem Bürgerkontakt gesehen, die eine gesicherte Übertragung personenbezogener Daten erfordern.

Der neue Personalausweis legt hierfür mit der Erfüllung aller relevanten Bestimmungen aus Daten- und Verbraucherschutzsicht die Grundlage.

Wenn es um die konkrete Implementierung der Online-Ausweisfunktion in Anwendungen geht, üben sich die Entscheider aber zum Teil noch in Zurückhaltung. Das ist nachvollziehbar, denn auch für die Verwaltung gilt, dass erst ab einer bestimmten Verbreitung des Ausweises umfangreiche Mehrwerte entstehen können. Daher sind jetzt die Pioniere der Verwaltungsmodernisierung gefragt, die vorangehen und zeigen, wie eine sichere elektronische Authentisierung mit dem neuen Personalausweis funktionieren kann.

Bislang sind echte Anwendungen rar, in denen der Bürger seinen neuen Personalausweis einsetzen kann. Welche gibt es bereits und wann sind mehr Pilotanwendungen zu erwarten?

Stocksmeier: Wir arbeiten mit mehreren Behörden im Bereich der Bundes- und Landesverwaltung an zukunftsweisenden Projekten zur Nutzung des elektronischen Identitätsnachweises (eID-Funktion). Ein Beispiel: Damit Autokäufer Zeit und Wege sparen können, hat ]init[ mit Partnern aus Verwaltung, Forschung und Wirtschaft in Berlin die Online-Kfz-Zulassung mit dem nPA bereits technisch realisiert. Über ein Portal werden direkt im Autohaus die notwendigen Identitäts- und Fahrzeugdaten an die Zulassungsstelle übermittelt und dort bearbeitet.

Diese Anwendung befindet sich bereits im Echtbetrieb und wird von ]init[ neben weiteren Beispielen aus dem Behördenumfeld auf der CeBIT in Halle 9, Fläche B60, am Stand der BfIT vorgestellt.

Nächste Seite: Für wen sich der eID-Einsatz lohnt und wie die Behörden unterstützt werden

Für wen lohnt sich der Einsatz von eID besonders?

Stocksmeier: Grundsätzlich empfiehlt sich der Einsatz der eID-Funktion für alle Behörden und Dienststellen, die Bürgerdienste im Internet anbieten. Denn in diesem Fall müssen sich sowohl der Diensteanbieter als auch der Bürger sicher sein, dass auch die jeweils richtige Person am anderen Ende der Leitung sitzt und die persönlichen Daten empfängt.

Die Online-Ausweisfunktion erhöht jedoch nicht nur die Sicherheit von bestehenden eGovernment-Anwendungen. Sie schafft auch die Voraussetzung für neue Online-Dienste, für die bislang wegen mangelnder technischer Sicherheit die Akzeptanz beim Bürger fehlte oder für die eine Identifizierung per Ausweis rechtlich verbindlich ist.

Ein besonders hohes Potenzial bietet der neue Personalausweis überdies für die verwaltungsinterne und/oder verwaltungsübergreifende Zusammenarbeit. Gemeinsame Arbeitsplattformen oder Extranets mit geschützten Zugängen werden durch die eindeutige Identifizierung der Nutzer über ihren Personalausweis sicherer.

Und wie unterstützt ]init[ Behörden bei ihren nPA-Vorhaben?

Stocksmeier: ]init[ war mit insgesamt drei Projekten Teilnehmer im zentralen Anwendungstest des Bundesinnenministeriums zum nPA. So konnten wir frühzeitig Erfahrungen bei der Integration der eID-Schnittstelle in Fachverfahren sammeln und bringen diese jetzt in innovative Lösungskonzepte ein.

Aus diesem Engagement ist unser Full-Service-Angebot für Verwaltungen und Diensteanbieter hervorgegangen, welche die Möglichkeiten des nPA für ihre Online-Dienste nutzen möchten. Im Mittelpunkt stehen dabei unsere Trusted eID-Services. Mit dem eID-Service-Providing leisten wir unseren Beitrag, um Verwaltungen den Einstieg ins eID-Zeitalter möglichst einfach zu machen.

Welche Vorteile birgt das eID-Service-Providing gegenüber dem Eigenbetrieb eines eID-Servers?

Stocksmeier: Ein eigener eID-Server stellt vermutlich nur für wenige Verwaltungen die wirtschaftlichste Lösung dar. Für Behörden, welche den nPA in nur wenigen Anwendungen nutzen möchten oder die zunächst erste Erfahrungswerte sammeln wollen, ist das eID-Service-Providing als Mietlösung genau die richtige Wahl. Insbesondere wenn der gewählte Dienstleister neben den erforderlichen sicherheitstechnischen Anforderungen auch Ansprüche an skalierbare Services erfüllen kann und so die Kosten besonders transparent und planbar sind.

Dass unsere Aktivitäten rund um den neuen Personalausweis gerade im Innovationswettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ ausgezeichnet wurden, zeigt mir, dass wir mit unserem Angebot auf dem richtigen Weg sind.

(ID:2049677)