Interview mit BVA-Präsident Verenkotte

Den digitalen Wandel in der Verwaltung gestalten

| Autor: Manfred Klein

Inwieweit wurde bei der Registeranwendung die Kritik des NKR berücksichtigt?

Verenkotte: Die App ist kein alleinstehendes Produkt, sondern Ergebnis der fortschreitenden Digitalisierung der vom BVA angebotenen Personaldienstleistungen und steht als Teil des Dienstleistungsangebots den Beschäftigten der vom BVA betreuten Kundenbehörden exklusiv zur Verfügung.

Im Gegensatz dazu kann die Register Factory auch von anderen Behörden genutzt werden. Mit der Register Factory verfügt das BVA über einen modularen Baukasten zur schnellen und effizienten Umsetzung neuer Register.

Der NKR hat in seinem Gutachten eine umfassende Neugestaltung der nationalen Registerlandschaft unter anderem zur Umsetzung des Once-Only-Prinzips gefordert. Auch ich sehe die Bereitstellung beziehungsweise Verknüpfung von Daten für Online-Dienstleistungen als wichtige Voraussetzung für eine bürgernahe Digitalisierung der Verwaltung. Dabei müssen entsprechende Komponenten aufgebaut und parallel ein datenschutzkonformer Zugriff auf dezentrale Register ermöglicht werden.

Die Register Factory ist für die Anbindung dezentraler Register bestens geeignet, da sie sich in vielen Registern bewährt hat, andere Behörden auf Landes- und Bundesebene sie bereits nutzen und sie durch mehrere eGovernment-Preise ausgezeichnet wurde. Sie wird kontinuierlich weiterentwickelt. Die neue Version bringt dazu viele Verbesserungen aus der bisherigen Praxis zusammen. Ich bin überzeugt, dass mit der Register Factory aufgrund ihrer guten fachlichen und technischen Architektur die Registerlandschaft effizienter und nutzbringender gestaltet werden kann.

Die GroKo will laut Koalitionspapier besonders die Kommunen bei eGovernment und der Digitalisierung unterstützen. Wie könnte sich das BVA hier einbringen?

Verenkotte: Die Regierungskoalition hat sich ausweislich des Koalitionsvertrages vorgenommen, ein bürgerfreundliches „digitales Deutschland“ zu schaffen. Ein Programm „Digitale Verwaltung 2020“ für verbindliche Standards zur flächendeckenden Digitalisierung der Verwaltung soll dazu auf den Weg gebracht werden. Die Regierungskoalition möchte den Kommunen die Realisierung erleichtern, indem sie die besten Umsetzungslösungen häufig genutzter Verwaltungsleistungen anbietet und dadurch eine bessere Vereinheitlichung mit niedrigeren Folgekosten erreicht.

Das verbindende Element zwischen den Kommunen und dem BVA ist, dass wir die politischen Initiativen und rechtliche Vorgaben in konkrete Verwaltungsleistungen umsetzen. Auch wenn der Fokus der Aufgaben des BVA hierbei auf der Bundesebene liegt, gibt es eine intensive Zusammenarbeit mit dem kommunalen Bereich, zum Beispiel beim Nationalen Waffenregister. Zudem stehe ich im regelmäßigen Austausch mit den Vertretern der Kommunen, wirke im Beirat der KGSt mit und tausche mich mit der Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister (VITAKO) aus.

Wir stellen die vom BVA in den zahlreichen Modernisierungsvorhaben gemachten Erfahrungen in diesen Expertennetzwerken zur Verfügung. Dabei partizipieren wir auch im besonderen Maße von den Kenntnissen der Kommunen mit ihren unmittelbaren Bürgerkontakten. Zum Abschluss kann man an dieser Stelle ruhig noch einmal feststellen, dass der Bund viel von den Erfahrungen der Länder und Kommunen lernen kann, die in vielen Bereichen schlicht weiter sind. Der Austausch von Lösungen und Good Practices ist daher keine Einbahnstraße. Die Digitalisierung macht nicht an Verwaltungsgrenzen halt und kann nur gemeinsam gelingen.

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