Green IT zwischen Soll und Haben

Dem Klima zuliebe Energie sparen?

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Energiesparpotenzial: 60 Prozent

Klaus Rumsauer, Director Enterprise Server & Storage bei HP, weist auf den Rattenschwanz hin, den nicht-virtualisierte Server und Speichersysteme nach sich ziehen: „Unnötige Server, beispielsweise, die heute noch im Einsatz sind, beanspruchen viel Peripherie.“ Er zählt auf: „Power-, Kühlungs-, Wärmeableitungs- und USV-Geräte sind zusätzliche Strom- und Platzverbraucher. Dazu kommen unnötige 19-Zoll-Schränke.“ Neben den 19-Zoll-Schränken erachtet er den Platzverbrauch der Peripheriegeräte als besonders kritisch. „Durch ihren hohen mechanischen Anteil können sie mit der Miniaturisierung der Rechner und Speichersysteme nicht Schritt halten.“ Das Energieeinsparungspotenzial auf der Server-Seite einschließlich der eingesparten Peripherie beziffert Rumsauer auf bis zu 60 Prozent, sofern das Rechenzentrum auf eine neue Rechnergeneration setze. „Ihr Rechen-Leistungszuwachs gegenüber der Vorgängerversion beträgt etwa 80 Prozent, bei 30 Prozent weniger Servern als zuvor.“ Er rät den Entscheidern, die Probe aufs Exempel zu machen und zu investieren „bevor die steigenden Stromkosten – das sind heute schon 30 bis 40 Prozent der Server-Betriebskosten – noch deutlicher ins Kontor schlagen.“

Virtualisierung mit Bedacht

Mit Blick auf TCO (Total Cost of Own-ership) gehe diese Strategie fast immer auf. Der ROI (Return on Investment) kann dennoch weniger zufriedenstellend ausfallen. „Nur der Umwelt und dem Klima zuliebe werden wahrscheinlich weder die Hersteller noch die Behörden-Rechenzentren Geld ausgeben“, schätzt Peter Arbitter, Leiter Portfolio und Technologie Management bei Siemens IT Solutions and Services. Er empfiehlt deshalb eine Virtualisierung mit Bedacht. „Der erste Schritt besteht darin, herauszufinden, inwieweit Server und Speichersysteme auf Basis der bestehenden Infrastruktur Erfolg versprechend zusammengeführt und virtualisiert werden können.“ Erst im zweiten Schritt sollte geprüft werden, inwieweit gezielte Systeminvestitionen die Ergebnisse – mehr Leistung bei weniger Stromverbrauch und -kosten – maximieren, rät Arbitter. Er macht in diesem Zusammenhang die Entscheider darauf aufmerksam, dass neue Server fast immer mit neuen Zusatzgeräten für Power und Cooling verbunden seien. Dies sei ein Grund mehr, Neuanschaffungen vorher genau durchzukalkulieren, diesem Betrag die erreichbaren Einsparungen an Strom- und Betriebskosten gegen zu rechnen. Siemens IT Solutions and Services hat in Kooperation mit Lehrstühlen der Technischen Universität München eine Software entwickelt, die genau das für Server-Installationen kalkuliert. Die Software läuft auf einem Standard-Notebook. „Simulationsmodell 1: Es wird geprüft, welches Potenzial in der Virtualisierung des bestehenden Server-Parks steckt. Modell 2: Es wird hinterfragt, inwieweit durch gezielte Anschaffungen dieses Leistungs-, Verbrauchs- und Kostenprofil noch verbessert werden kann“, erklärt Arbitter.

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