De-Mail macht's mit PGP

De-Mail jetzt doch mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

| Redakteur: Manfred Klein

(Bild: Gajus - Fotolia.com)

Totgesagte leben länger. Nachdem die De-Mail in den vergangenen Wochen wieder einmal heftig kritisiert wurde, kontert das Bundesinnenministerium jetzt mit einem Neuheitenkatalog. Unter anderem soll die Erstidentifikation erleichtert werden und die De-Mail eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bekommen.

Die De-Mail-Anbieter Deutsche Telekom, Francotyp-Postalia sowie United Internet mit 1&1, WEB.DE und GMX wollen dazu im April ein vereinfachtes Verfahren für die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einführen. Auch die bei der Anmeldung nötige Identifikation für den De-Mail-Dienst soll einfacher werden.

Ermöglicht werden soll die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ausgerechnet durch ein Pretty-Good-Privacy-Verfahren. Dieses soll durch durch eine App, die De-Mail-Nutzer ab April von den Internetseiten ihrer Anbieter herunterladen können sollen, umgesetzt werden.

Bei dem Programm handelt es sich um ein Plugin für die Internet-Browser Firefox oder Chrome. Die Verschlüsselung basiert auf dem weltweit anerkannten PGP (Pretty Good Privacy)-Verfahren. Die De-Mail-Betreiber begründen die Einführung damit, dass das bisherige Verschlüsselungsverfahren zu viel technisches Know-how erfordert habe. Mit dem PGP-Verfahren sei der Einsatz nun allen Anwendern möglich. Bei PGP lägen die Schlüssel ausschließlich bei Sender und Empfänger, nicht beim Anbieter.

Dazu erklärte Bundesinnenminister Dr. Thomas De Maizière sagte: „Mit der digitalen Agenda der Bundesregierung will Deutschland eine Vorreiterrolle bei der Nutzung digitaler Dienste einnehmen. Verschlüsselung ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Mit den bestehenden De-Mail-Sicherheitsfunktionen in Verbindung mit der ab April zusätzlich verfügbaren, massenmarkttauglichen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet De-Mail jetzt für alle Anwendungsfälle auf den verschiedenen Schutzniveaus ein einfaches und nutzerfreundliches Verfahren an.“

Die aus dem Bereich Datenschutz und Datensicherheit in der Vergangenheit vorgebrachten Forderungen nach zusätzlicher Sicherheit würden von den De-Mail-Anbietern auf sehr nutzerfreundliche Art und Weise erfüllt. Damit gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt hin zur flächendeckenden Einführung von De-Mail, so de Maizière abschließend.

Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG, betonte: „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung war bislang Expertensache. Wir wollen, dass alle Kunden ihre De-Mails durchgängig vom Sender zum Empfänger schützen können. Vertrauen, Verbindlichkeit und Sicherheit sind Grundwerte unserer Branche und darum so wichtig für eine Deutsche Telekom.“

Und Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender United Internet AG, erklärte: „Die Digitalisierung des deutschen Briefmarktes ist bisher hinter den Möglichkeiten zurück geblieben. Ein Teil der Korrespondenz ist bereits über eMail digitalisiert, für einen großen Teil ist allerdings Rechtsverbindlichkeit erforderlich, die nur über De-Mail hergestellt werden kann. Durch die Ausweitung und vor allem Vereinfachung der Sicherheitsfunktionalitäten werden wir hier einen weiteren Impuls setzen. Das Beispiel anderer Länder zeigt, dass es einen großen Markt für die sichere und rechtsverbindliche digitale Kommunikation gibt.“

Hans Szymanski, Vorstandssprecher der Francotyp-Postalia Holding AG betont: „Das hohe Maß an Sicherheit der De-Mail bewährt sich schon heute in Behörden und Betrieben. Mit der PGP-Integration in Microsoft Exchange /Outlook-Umgebungen für Gateway-Kunden bieten wir nun einen leicht zu handhabenden Zugang zu einem zusätzlichen Verschlüsselungsstandard. Das Engagement von Verwaltung und Unternehmen wird entscheidend dazu beitragen, dass bereits in wenigen Jahren Unternehmen und Behörden und Millionen Bundesbürger diesen einfachen und effizienten Kommunikationskanal nutzen werden.“

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