Quantengesicherte Videokommunikation Datensouveränität in der Zukunft

Autor: Ira Zahorsky

Die Verschlüsselung der Kommunikation zwischen zwei Bundesbehörden per Lichtquanten schlägt ein neues Kapitel der Datensicherheit auf. Manipulationen sollen vom Sender und Empfänger nachgewiesen und unterbunden werden können.

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An der Initiative QuNET sind das Fraunhofer IOF, das Fraunhofer HHI, das MPL sowie das DLR beteiligt.
An der Initiative QuNET sind das Fraunhofer IOF, das Fraunhofer HHI, das MPL sowie das DLR beteiligt.
(Bild: Fraunhofer IOF)

Die so genannte Quantenkommunikation soll Cyberkriminelle in Zukunft davon abhalten, vertrauliche Daten zu hacken. Bereits heute können mithilfe von Quantencomputern und neuen Algorithmen verschlüsselte Daten abgespeichert und ausgelesen werden. Sensible Daten von Regierungen und Behörden sowie den Bürgern sind dabei besonders wertvoll für die Hacker.

„Quantenkommunikation ist eine der entscheidenden Schlüsseltechnologien in der IT-Sicherheit und kann uns für zukünftige Bedrohungsszenarien rüsten. Das ist wichtig, denn Sicherheit und Souveränität im Netz sind Voraussetzungen für eine stabile Demokratie“, sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek.

Langfristige Datensicherheit

Um das Ziel der langfristigen Datensicherheit zu gewährleisten, hat Karliczek vor zwei Jahren die Initiative QuNET ins Leben gerufen. Im Fokus der QuNET-Arbeit steht dabei der so genannte „Quantenschlüsselaustausch", auch QKD (Quantum Key Distribution) genannt. Die QKD ermöglicht den Austausch symmetrischer Schlüssel, deren Sicherheit quantifizierbar ist. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) begleitet dabei die Initiative QuNET und bereitet flankierende und unabhängige Prüfkriterien in internationaler Zusammenarbeit vor.

Das Fraunhofer-Institut, die Max-Planck-Gesellschaft sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DRL) sind als Forschungsgesellschaften beteiligt. Inzwischen haben die Wissenschaftler sowohl die Gesamtarchitektur für Systeme zur quantensicheren Kommunikation weiterentwickelt, als auch Möglichkeiten zum Austausch von Quantenschlüsseln über lange, mittlere sowie kurze Distanzen mittels Freistrahl- und Fasersystemen.

Die erste praktische Demonstration war eine Videokonferenz zwischen Karliczek und dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am 10. August 2021, bei der mehrere Freistrahl- und Fasersysteme eingesetzt wurden.

Über QuNET

Die Initiative QuNET startete im Herbst 2019 und wurde für eine Dauer von sieben Jahren geplant. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert QuNET mit einem Budget von 125 Millionen Euro.

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 Ira Zahorsky

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Redakteurin und Online-CvD, IT-BUSINESS