Virtuell, aber effektiv

Datensicherung und -speicherung bei der Stadtverwaltung Horb

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Disk oder Tape?

Um die bestehende Installation durch eine zukunftsfähige Datensicherung zu ersetzen, prüfte das IT-Team um Hubert Lanz alternative Lösungen auf Basis von Festplatten-Backup. Das perfekte System zu finden erwies sich jedoch als schwierig, denn Tape hat einen unschlagbaren Vorteil gegenüber Disk-Backup-Systemen: die Medien lassen sich ganz einfach entnehmen und so beispielsweise in einem Bankschließfach sicher aufbewahren.

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Bei der Stadt Horb, die für alle Daten höchste Sicherheitsanforderungen erfüllen muss, wird dies wöchentlich und monatlich nach einem Vollbackup durchgeführt. Im Falle eines kompletten Datenverlusts, etwa wenn das gesamte Rechenzentrum mit allen Servern und Applikationen durch Löschschäden oder ein Erdbeben (die Stadt Horb befindet sich in der Erdbebenzone 3, in der gemäß des zugrunde gelegten Gefährdungsniveaus rechnerisch Intensitäten von 7,5 auf der Richterskala und größer zu erwarten sind!) beziehungsweise Überflutung vernichtet werden sollte, kann das Team um Hubert Lanz mit den Backup-Medien aus dem Bankschließfach die Stadtverwaltung schnell wieder arbeitsfähig machen. Schlimmstenfalls fehlen die Daten der letzte Woche vor dem Ausfall.

Das automatisierte Medienhandling und die Möglichkeit, Tapes zu entnehmen, spricht also für Bandsicherung, während Festplatten als Backup-Medien hinsichtlich Geschwindigkeit bei Backup und Restore, Haltbarkeit der Systeme und Fehlertoleranz die Nase vorne haben. Einer Studie von Fleishman-Hillard-Research von Juli 2010 zufolge setzen 60 Prozent der Unternehmen deshalb heute Kombinationen von Disk- und Tape-Backup ein.

Die Daten werden dabei zunächst auf einem Disk-Backup-System gesichert und von dort auf Tapes übertragen, die dann auch entnommen und ausgelagert werden können. Nachteil des Konzeptes ist allerdings, dass durch die Verwendung zweier Backup-Systeme auch doppelte Kosten, doppelte Wartung und Administration und doppelter Platzbedarf entstehen.

Das zentrale Rechenzentrum der Stadt Horb mit seinen 32 unterschiedlichen Serversystemen macht zudem eine besonders gute und aufeinander abgestimmte Datensicherung und Auslagerung notwendig, und die komplexe IT-Landschaft stellt erhebliche Herausforderungen an das Backup-Konzept. Das Pflichtenheft für die neue Datensicherung umfasste daher unter anderem folgende Punkte:

  • Ein Sicherungskonzept für alle physikalischen und virtuellen Serversysteme.
  • Eine einzige Sicherungs-Appliance sollte alle Systeme sichern.
  • Die Geschwindigkeit der Sicherung und Rücksicherung muss sehr hoch sein, damit alle Server in dem zur Verfügung stehenden, nächtlichen Zeitfenster zwischen 22 und 6 Uhr gesichert werden können.
  • Die Sicherung aller Systeme sollte vollautomatisch funktionieren und wenige Ressourcen der Administratoren binden.
  • Das Backup muss die Konformitätsanforderungen für die Sicherung erfüllen.
  • Tages-, Wochen-, Monats- und Jahres-Sicherungen sollten absolut eindeutig sein.
  • Sowohl die Sicherungsmedien als auch die jeweiligen Sicherungsjobs sollten vollautomatisch verwaltet werden.
  • Das neue System sollte flexibel erweiterbar sein.
  • Die Auslagerungsmedien sollten dupliziert werden, sodass die ausgelagerten Daten trotz der Auslagerung für einen schnellen Zugriff zur Verfügung stehen.
  • Das System sollte bezahlbar bleiben und vor allem zum örtlichen Budget passen.

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