Risiken der vernetzten Welt – Teil 1

Datensicherheit im Gesundheitswesen

| Autor / Redakteur: Joachim Jakobs/Stephan Augsten / Jürgen Sprenzinger

Überwachung kritischer Situationen

Alle medizinischen Prozesse, vom Notfall über Dauerbetreuung und Krankenhausaufenthalt bis hin zu Reha und Nachsorge ließen sich prinzipiell automatisieren. Florian Schumacher, einer der Protagonisten in Deutschland, sagt: „Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Ärzte, die ihre Patienten zur Aufzeichnung von Werten wie Blutdruck oder Blutzucker auffordern.“

Mithilfe entsprechend hoch aufgelöster Elektrokardiogramme wollen Wissenschaftler des MIT und der Harvard Medical School sogar einen kommenden Herzinfarkt und dadurch bedingte Todesfälle „vorhersagen“. Wissenschaftler der Universität Potsdam wollen dank „intelligenter“ Kameras erkennen, ob (ältere) Menschen in ihrer Wohnung stürzen, in welcher Position sie sich anschließend befinden und ob ein Krankenwagen gerufen werden muss.

Überwachen lassen sich die Menschen aber auch unterwegs: SAP will unsere Innenstädte mit schlauen Kameras ausstatten, um bei Verkehrsunfällen Hilfe zu holen. Allerdings will auch das Einrichten von Überwachungskameras und Verkehrsleitsystemen gelernt sein – so berichtete die Britsche Zeitung Mirror von Überwachungskameras, deren Aufnahmen live auf Russischen Internetseiten auftauchen.

Krankheiten ohne Zeitverzögerung feststellen

Als nächstes kommt die Diagnose: Mit ein klein wenig Zubehör sollen Patienten ihren eigenen Herzinfarkt feststellen können. Doch kann der Patient im Notfall das EKG-Kabel ans Smartphone klemmen, die Elektroden an Brustbein und -korb befestigen und dann auch noch das Programm starten. Hier könnte womöglich die „EKG-Weste“ helfen: Diese misst in Verbindung mit dem Handy permanent Körperwerte des Trägers, lenkt im Notfall das Auto an den Straßenrand und ruft den Notarzt.

Ist der Infarkt noch unbestätigt, so verschafft spätestens der Rettungsdienst Klarheit – früher diente der Krankenwagen dem Personentransport, heute handelt es sich dabei um eine Notaufnahme auf Rädern: So soll das Krankenhauspersonal von der Straße aus mit den Daten des Patienten versorgt werden „Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute“, weiß Cisco und erklärt: „Die schnelle Verfügbarkeit der ersten EKG-Daten verkürzt die Reaktionszeit von bisher zwei bis drei Stunden auf 20 bis 30 Minuten.“

Da es im Rettungswagen bereits moderne Defibrillatoren gebe, könne der Rettungsdienst schon beim Patienten zu Hause oder im Krankenwagen ein Elektrokardiogramm (EKG) ableiten. „Dieses wird direkt an den Notarzt der Spitalregion übermittelt“, so Cisco. „Anhand dieser Daten lässt sich bereits während der Fahrt im Rettungswagen eine Verlegung des Patienten in das Herzkatheterlabor des Kantonsspitals vorbereiten.“

Das Problem fahrender Rechenzentren besteht nach Ansicht von Andry Rakotonirainy, Professor der Australischen Queensland University, in einem Mangel an Authentizität, Integrität und Vertrauenswürdigkeit. Aktuelle „intelligente“ Fahrzeuge seien auf dem Sicherheitsstand der Desktop-PC aus den 1980er Jahren. Dadurch bestünde die Möglichkeit für Angreifer, die Kontrolle über das Fahrzeug aus der Ferne zu übernehmen.

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Und was lernen wir jetzt?  lesen
posted am 07.02.2015 um 17:10 von mk

schonmal in einer hausarztpraxis im ruhrgebiet gewesen - wenn du dich dann mit einer dieser giants...  lesen
posted am 06.02.2015 um 21:17 von Unregistriert


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