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Berliner Verwaltung noch nicht vollständig migriert Datenschutz fordert Abschaltung von Windows-XP-Rechnern

| Redakteur: Susanne Ehneß

Das Ende ist bereits seit einem Jahr da: Für Windows XP stellt Microsoft keinen Support mehr zur Verfügung. Dennoch hinkt die Öffentliche Verwaltung bei der Migration auf ein neueres Betriebssystem hinterher. Der Berliner Datenschutz fordert nun, betroffene Rechner vom Netz zu nehmen.

Ab Mittwoch sind die XP-Rechner der Berliner Verwaltung nicht mehr geschützt
Ab Mittwoch sind die XP-Rechner der Berliner Verwaltung nicht mehr geschützt
(Bild: Microsoft)

Keine Sicherheitsupdates mehr, keine Hotfixes, kein Support oder technische Ressourcen – für Microsoft ist XP tot. Nach 14 Jahren war das Betriebssystem „in vielerlei Hinsicht nicht mehr zeitgemäß“.

Dass der Support eingestellt wird, war lange bekannt. Doch die Migration auf Windows 7, Windows 8 oder gar ein quelloffenes Betriebssystem zieht sich hin, besonders in den öffentlichen Verwaltungen. Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix fordert nun sogar, sämtliche Windows-XP-Rechner der Berliner Verwaltung abzuschalten. In einem Gespräch mit Inforadio RBB sagte er: „Ich halte die Gefahr von Hackerangriffen für erheblich. Es sind Hackerangriffe auf die Rechner der öffentlichen Verwaltung permanent zu beobachten, und das Risiko ist ja schon seit mehr als einem Jahr bekannt. Wir haben jetzt erneut nachgefragt, welche Maßnahmen ergriffen worden sind, aber die Verwaltung reagiert äußerst schwerfällig. Wir haben bis jetzt noch keinen Überblick, wie die Situation der Umstellung tatsächlich ist, aber wir werden den Online-Betrieb von Rechnern mit Windows XP ab Mittwoch beanstanden. Das ist die einzige Möglichkeit, die wir haben. Das ist ein unverantwortliches Risiko, dem die Bürgerdaten hier ausgesetzt werden."

Am morgigen Dienstag läuft ein Vertrag aus, den das ITDZ Berlin für ein weiteres Support-Jahr mit Microsoft abgeschlossen hatte. Bereits damals kam Kritik. Thomas Birk, Sprecher für Verwaltungsmodernisierung bei den Grünen, sagte damals: „In der Berliner Verwaltung drohen enorme IT-Sicherheitslücken, weil der Senat trotz absehbarer Entwicklungen jahrelang geschlafen hat.“ Von den betroffenen 48.560 Computern würde nur für 16.500 die Migration auf eine andere Windows-Version bis zum Support-Ende vollzogen. „Einen vernünftigen Plan, wie sensible Daten von Bürgerinnen und Bürgern etwa in den Bürger- und Jugendämtern nach dem Suppertende geschützt werden sollen, hat der Senat bis heute nicht erarbeitet“, so Birk.

Dix schlägt nun in dieselbe Kerbe. Die Rechner mit dem veralteten Betriebssystem laufen zu lassen, sei ein „erhebliches Risiko“ für die sensiblen Bürgerdaten.

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