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Digitalisierungsstudie von Pure Storage Datenschutz als Wettbewerbsvorteil

| Autor: Manfred Klein

Die Pure Storage GmbH hat unter dem Titel Smart Government eine umfangreiche Studie zur Verwaltungsdigitalisierung in Europa vorgelegt. eGovernment Computing diskutierte mit CTO Patrick Smith über die Resultate.

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Taugt die DSGVO als Wettbewerbsvorteil im internationalen Wettbewerb
Taugt die DSGVO als Wettbewerbsvorteil im internationalen Wettbewerb
(© momis – stock.adobe.com)

Herr Smith, welche Zielsetzung verfolgt die Studie „Datengesteuerte Transformation in Europa“?

Smith: Wir sehen, dass die Digitalisierung praktisch alle Bereiche des Lebens erfasst hat, und dazu gehören natürlich auch Ämter und Behörden. Diese stehen aufgrund ihrer Strukturen, Aufgaben und Möglichkeiten vor anderen Herausforderungen als beispielsweise Wirtschaftsunternehmen oder Privatpersonen. Blickt man auf verschiedenen Länder, so wird schnell klar, dass die datengesteuerte Transformation in Ämtern und Behörden von Land zu Land sehr unterschiedlich weit fortgeschritten ist. Wir möchten diese Unterschiede kategorisieren, messen, analysieren und daraus Handlungsempfehlungen ableiten.

Der Chief Technology Officer (CTO) von Pure Storage, Patrick Smith, sieht DSGVO als Wettbewerbsvorteil
Der Chief Technology Officer (CTO) von Pure Storage, Patrick Smith, sieht DSGVO als Wettbewerbsvorteil
(© Pure Storage GmbH)

Wie lassen sich die in der Studie genannten „Digitalisierungsdilemmas“ auflösen?

Smith: Im Wesentlichen haben wir vier Dilemmata identifiziert. So stehen die Verantwortlichen vor Ort und deren Mitarbeiter vor der Herausforderung, die verfügbaren Technologien voll auszuschöpfen, um den Bürgern bestmöglichen Service zu bieten. Allerdings gilt es zu bedenken, dass Technologie alleine nicht die Lösung ist. Die Anwender müssen über die notwendigen Fähigkeiten verfügen, die Prozesse müssen entsprechend passen und die erforderlichen Daten müssen verfügbar sein. Dazu kommt, dass sich die Technologie rasant entwickelt. Ergo muss das Zusammenspiel von Mensch, Prozess, Technik und Daten regelmäßig hinterfragt werden. Zukunftssichere und flexible Technologie ist dabei essentiell.

Zweitens fällt es sehr vielen Ämtern und Behörden schwer, die Auswirkungen von Technologie-Investitionen auf den Alltag der Bürger zu messen. Auch hier spielen Prozesse, die sich an den Möglichkeiten moderner Technologie orientieren, eine so große Rolle, dass sie unverzichtbar sind. Zusätzlich setzt das Messen einer Veränderung immer das Vorhandensein von Daten sowie die Möglichkeit auf diese einfach zugreifen zu können voraus. Hierzu gibt es Lösungen am Markt, die aber natürlich auch genutzt werden müssen.

Dilemma Nummer drei sind die Anforderungen an Investitionen einerseits und verbesserte Kolloboration, Prozessoptimierung und Agilität. Hier sind neue Beschaffungs- und Nutzungsmodelle von IT eine ganz wichtige Stellschraube. So bieten vielen Unternehmen seit einigen Jahren mehr und mehr IT-Leistungen „as a Service“ aus der Cloud an. Zunächst ging es hierbei vor allem um Anwendungen. Mittlerweile sind aber aber auch Hardware bzw. Infrastruktur als Service verfügbar. Unser „Pure as a Service“-Portfolio ist nun soweit fortgeschritten, dass wir alle unsere Lösungen auch als Service anbieten können – ohne hohe Vorabinvestitionen.

Viertens sind auch viele Ämter und Behörden der Meinung, dass sie von veralteter Technik ausgebremst werden. Hier gilt es den richtigen Mix aus zukunftssicherer Hard- und Software zu finden, die vor Ort installiert und betrieben wird, und aus Lösungen, die als Service aus der Cloud bezogen werden. Diese müssen natürlich aufeinander abgestimmt werden.

Mit welchen Maßnahmen lassen sich Behörden zukunftssicher machen?

Smith: Die Notwendigkeit der Mitarbeiterqualifizierung in den Behörden sowie das regelmäßige Überarbeiten von Prozessen habe ich bereits erwähnt. Angesichts immer schnellerer Entwicklungszyklen in der IT ist es von entscheidender Bedeutung,diese stets aktuell zu halten, ohne Mitarbeiter, Budgets und andere Ressourcen zu überfordern. Zur Lösung haben hier unser sogenanntes Evergreen-Modell entwickelt. Dieses garantiert unseren Kunden unterbrechungsfreie Hardware-Updates und vollautomatische Software-Updates und versorgt sie darüber hinaus mit neuen Features. So wird die IT – ganz wie guter Wein – niemals älter sondern nur besser.

Welche Schlussfolgerungen lassen sich aus der Studie für die Politik in der EU und für Deutschland ableiten?

Smith: Da sich die Situationen in den jeweiligen Ländern unterscheiden ist ein allgemeines Urteil schwierig. Man kann aber durchaus festhalten, dass die Frage, wie gut die europäischen Länder die digitale Transformation meistern, ganz entscheidend für die Zukunft Europas sein wird.

Wir stehen in einem zunehmend schärfer werdenden Wettbewerb mit anderen Weltregionen, die teilweise massiv in Digitalisierung investiert haben. Wir dürfen hier den Anschluss nicht verpassen und müssen eine Führungsposition einnehmen, auch um als Standort attraktiv zu bleiben. Wichtig ist dabei, dass wir uns das hohe Maß an Datensicherheit und Datenschutz, für das die EU bekannt ist, erhalten. Aus gutem Grund wurde die DSGVO zum Vorbild für viele Länder außerhalb der EU.

Blickt man auf Deutschland, dann kommt durch die ausgeprägten föderalen Strukturen noch eine weitere Herausforderungen dazu. Diese werden von vielen Menschen als Vorteil, von vielen aber auch als Bremsklotz gesehen. Auch in der Bekämpfung der Corona-Epidemie sind sich die Experten uneins, ob die föderalen Strukturen hilfreich oder nachteilig waren.

Fakt ist: Ämter und Behörden müssen technologisch nachrüsten – auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene. Dabei gilt es zum einen den Organisationen ein hohes Maß an Autonomie und Selbstbestimmtheit einzuräumen und zum anderen aber auch dafür zu sorgen, dass bei Bedarf ein nahtloser Datenaustausch ebenso wie ein hohes Maß an Datensicherheit garantiert sind.

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