Förderung durch DFG

Datenbank für Mukoviszidose-Wirkstoffe

| Autor: Ira Zahorsky

Mukoviszidose-Wirkstoffe sollen künftig in einen Datenbank zusammengefasst werden, um die Forschung zu erleichtern
Mukoviszidose-Wirkstoffe sollen künftig in einen Datenbank zusammengefasst werden, um die Forschung zu erleichtern (Bild: Zerbor_Fotolia.com)

In Deutschland sind rund 8.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene von der unheilbaren Erbkrankheit Mukoviszidose betroffen. Eine Datenbank soll den Forschungsstand zu Substanzen, die auf den betroffenen CFTR-Kanal wirken, bündeln

Die Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose wird durch eine Störung im CFTR-Gen ausgelöst. Dieses Gen ist die Grundlage dafür, dass die Zelle den CFTR-Kanal bildet, einen Kanal, der an der Regulation des Salz-Wasser- Haushalts der Zellen beteiligt ist. Bei Mukoviszidose ist dieser Kanal gestört. Dadurch bildet sich ein zäher Schleim, der die Funktion wichtiger Organe, wie die Lunge oder die Bauspeicheldrüse, beeinträchtigt. Ziel der Forschung ist es, die Funktion des CFTR-Kanals zu verbessern.

Häufig wissen die Wissenschaftler nicht, welche Wirkstoffe schon von anderen Forschern untersucht wurden. Hier setzt das Projekt CandActCFTR (Curated database of candidate therapeutics for the activation of CFTR-mediated ion conductance) an. Dr. Frauke Stanke der Medizinischen Hochschule Hannover und Dr. Manuel Nietert von der Universität Göttingen möchten eine Datenbank aufbauen, um Forschungsergebnisse zu Substanzen, die hinsichtlich ihrer Wirkung auf den CFTR-Kanal untersucht wurden, zu bündeln. Die in der Datenbank gesammelten Informationen über erprobte Wirkstoffkandidaten sollen es dann später ermöglichen, aus diesen gezielt abzuleiten, welche Moleküle am besten zur Weiterentwicklung als Therapeutikum geeignet sind.

Moderne IT-Strukturen, wie die erweiterbare Datenverwaltungssoftware openBIS in der Systembiologie sowie die Softwarebibliothek Chemistry Development Kit (CDK), unterstützen das Projekt.

Der Aufbau der Datenbank erfolgt in Kooperation mit der Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e.V. (TMF). Auch das Mukoviszidose Institut ist an dem Projekt beteiligt und hat es mit initiiert.

„Unsere Aufgabe ist es nun, Wissenschaftler, die zu Mukoviszidose forschen, für die Datenbank zu gewinnen“, erklärt Dr. Miriam Schlangen, Leiterin des Mukoviszidose Instituts, die Rolle des Instituts. „Denn je größer die Datenlage ist, desto besser können vielversprechende Substanzen identifiziert und mit Blick auf die klinische Anwendung weiterentwickelt werden.“

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für zunächst zwei Jahre mit rund 332.000 Euro gefördert.

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