Big Data in Klinikalltag und Prävention

Datenanalyse hilft herzkranken Patienten

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Starke Daten helfen schwachen Herzen

Das andere auf der CeBIT präsentierte eHealth-Projekt zeigte, wie die Echtzeit-Analyse starker Daten schwachen Herzen helfen kann.

„Bei Herzversagen wirken häufig verschiedene Ursachen zusammen – zum Beispiel Überlastung, erbliche Faktoren, Umwelteinflüsse oder Störungen im Hormonhaushalt und Immunsystem", so HPI-Informatikwissenschaftler Schapranow.

Mit einem neuen IT-System wollen er und sein Team Medizinern jetzt dabei helfen, die Risikofaktoren für chronische Herzinsuffizienz zu erfassen und erstmals eine ganzheitliche Bewertung zu ermöglichen.

Dabei soll die Integration und interaktive Auswertung entsprechender Daten in einer Internet-Plattform dazu führen, dass Klinik-Ärzte gemeinsam mit Forschern und Experten verschiedener Fachrichtungen individuelle Behandlungsentscheidungen auf einer breiten Wissensbasis schneller treffen können.

„Die beteiligten Projektpartner können künftig Herzversagen als chronische Krankheit aus verschiedenen Blickwinkeln bewerten und standortübergreifend zusammenarbeiten“, sagt Schapranow.

Das vom Bundesforschungsministerium in seinem Programm „e:Med – Sys Med“ geförderte Projekt SMART zielt darauf, für den einzelnen Patienten individuell zugeschnittene Vorbeugungs- und Behandlungs-Strategien zu entwickeln. Auch geht es um Früherkennung und das Verstehen der komplexen Ursachen für Herzinsuffizienz, um Prävention und Versorgung zu verbessern.

„Dazu werden unter anderem mathematische Modelle genutzt und miteinander verknüpft, um Vorhersagen über mögliche Krankheitsverläufe und Therapieerfolge treffen zu können“, sagt HPI-Wissenschaftler Schapranow.

Hier ermögliche die In-Memory-Datenbanktechnologie die blitzschnelle Auswertung nach freiwählbaren Kriterien der medizinischen Experten. Erstmals könnten sie interaktiv und ohne langwierige Wartezeiten analysiert werden.

Dank einer anpassungsfähigen Cloud-Lösung hätten die Projektpartner des HPI einen gesicherten, ortsunabhängigen Sofort-Zugang zu den Ergebnissen, die durch automatisierte Verarbeitung und interaktive Bewertung der erhobenen Daten für ein breites Patientenspektrum ermittelt werden. Das helfe dabei, jeden Patienten anhand persönlicher Merkmale zu klassifizieren und die erforderliche individuelle pharmakologische oder chirurgische Behandlung abzuleiten.

Mitbeteiligt sind neben dem HPI u.a. das Deutsche Herzzentrum Berlin, das Max-Delbrück-Centrum und die Charité Universitätsmedizin. Integriert sind Experten aus mehr als acht Arbeitsfeldern, zum Beispiel Kardiologen, Chirurgen, Molekularbiologen und Bioinformatiker. Alle Daten müssen für die Experten jeweils im richtigen Format vorliegen, gewissermaßen also immer „übersetzt“ werden und visuell auswertbar sein

(ID:43954951)