Projekt „Heraklion“ Daten für die zivile Sicherheit

Von Natalie Ziebolz

Die Hochwasserkatastrophe 2021, aber auch die Corona-Pandemie haben gezeigt, wie wichtig verlässliche Daten zur Vorhersage und Bewältigung von Krisen sind. Die Analyse und Interpretation der zahlreichen Informationen stellt Kommunen und Einsatzkräfte jedoch oftmals vor Herausforderungen. Das soll das Projekt „Heraklion“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ändern.

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Mit dem Projekt „Heraklion“ soll ein Datenraum für die zivile Sicherheit geschaffen werden und mithilfe der Daten die Vorhersage und Bewältigung von Krisen verbessert werden
Mit dem Projekt „Heraklion“ soll ein Datenraum für die zivile Sicherheit geschaffen werden und mithilfe der Daten die Vorhersage und Bewältigung von Krisen verbessert werden
(© oxie99 – stock.adobe.com)

In Krisensituationen ist eine breite Datenbasis unerlässlich, um die Situation zu verstehen und das weitere Vorgehen zu planen. Das hat die Corona-Pandemie eindrucksvoll gezeigt. Doch auch, um neue Krisen vorauszusagen, benötigt es belastbare Informationen. Die schiere Datenmenge stellt Kommunen und Einsatzkräfte jedoch oftmals vor Herausforderungen. Sie müssen die Daten nicht nur auswerten, sondern auch die richtigen Schlüsse aus ihnen ziehen.

Hier setzt das Projekt „Heraklion – Heuristische Resilienzanalyse für Kommunen mittels Datenraumfunktionalitäten“ an. Im Zuge dessen soll das Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik (Ernst-Mach-Institut, EMI) zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (ISST) und der Universität Freiburg einen dezentralen Datenraum für die zivile Sicherheit schaffen.

„Unser Ziel ist es, Datenraumanwendungen für die zivile Sicherheit auszubauen, mit denen wir die Resilienz von Kommunen messbar machen, also ihre Widerstandsfähigkeit, ihre Anpassungsfähigkeit und ihre Erholungs- und Lernfähigkeit nach Krisen. Wenn uns das gelingt, können wir nicht nur den Status quo zur Resilienz einer Kommune bestimmen, sondern auch die Wirkung von Schutzmaßnahmen aufzeigen oder den Einfluss gesellschaftlicher Entwicklungen auf den Verlauf einer Krise prüfen“, erklärt Dr. Tobias Leismann vom EMI.

5,6 Millionen Euro Förderung

Das Projekt ist auf vier Jahre ausgelegt und wird in dieser Zeit mit 5,6 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. „Mit der Förderung eines Datenraums für die zivile Sicherheit gehen wir einen neuen Weg, um zum Beispiel Wetterdaten, Forschungsdaten oder auch Stadtmodelle für die Krisenvorsorge und -bewältigung nutzbar zu machen und die relevanten Akteure besser zu vernetzten“, bekräftigt Staatssekretärin Judith Prischer. „Wir wollen ein ‚Ökosystem’ für Daten schaffen, dass deutschlandweit zum Vorbild werden kann und uns dabei hilft, Krisen schneller zu erkennen und zu bewältigen.“

Forschung, Testmöglichkeiten und Partner

Dazu müsse in den nächsten vier Jahren zunächst Forschungsarbeit geleistet und Wege gefunden werden, um die unterschiedlichen Daten aufzubereiten und für die Entscheidungsfindung in den vielen möglichen Anwendungsfällen bereitzustellen, so Leismann. „Dafür werden wir eine Reihe innovativer Methoden einsetzen, auch neue, auf Resilienz ausgerichtete, heuristische Verfahren und maschinelles Lernen auf dezentral organisierten Daten. Diese werden uns dabei helfen, mathematische Modelle zur Messung der Resilienz zu entwickeln.“ Darüber hinaus spielen auch die Kommunen und Sicherheitskräfte eine wichtige Rolle bei dem Projekt. Die Stadt Freiburg, die Freie Universität Berlin und das Daten-Kompetenzzentrum für Städte und Regionen (DKSR) sind bereits Partner.

Damit das Potenzial des Datenraums und seine Anwendungsmöglichkeiten erfahrbar werden, planen die Beteiligten zudem auch Test- und Demonstrations­möglichkeiten. Wie diese jedoch genau aussehen, wurde noch nicht bekannt gegeben.

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