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Datenerfassung für effektive Gebäudenutzung Daten als treibende Kraft für die Universität von morgen

| Autor / Redakteur: Jamie Pitchford* / Julia Mutzbauer

Viele deutsche Universitäten blicken auf eine lange Geschichte zurück. So wurde die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg zum Beispiel bereits 1386 gegründet. Damit ist sie die älteste Universität Deutschlands und zählt zu den ältesten Universitäten Europas. Unabhängig vom Alter steht für jede Universität die produktive Nutzung von Gebäuden im Mittelpunkt. Die Erfassung der Daten im Rahmen der Track-und Tracing-Technologie kann hierbei hilfreich sein.

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Durch die Erfassung von Daten können Studenten zum nächstgelegenen verfügbaren Schreibtisch oder Computer geleitet werden, um die Gebäudenutzung zu planen
Durch die Erfassung von Daten können Studenten zum nächstgelegenen verfügbaren Schreibtisch oder Computer geleitet werden, um die Gebäudenutzung zu planen
(© Monkey Business – stock.adobe.com)

Durch die Erfassung von Daten ist es zum Beispiel möglich, die Studenten zum nächstgelegenen verfügbaren Schreibtisch oder Computer zu leiten. Auf diese Weise werden die Studenten nicht in einer großen Bibliothek, die beleuchtet und beheizt werden muss, verstreut und eine höhere Energieeffizienz ist möglich.

Die drahtlose Technologie, die in den letzten Jahren eingesetzt wurde, um Universitäten bei dem effizienteren Umgang mit ihren Räumlichkeiten zu helfen, ist jedoch immer noch nicht genau genug. In der Regel erhalten sie nur Standortdaten mit etwa zehn Meter Genauigkeit, was keine wirklichen Rückschlüsse darauf erlaubt, ob sich ein Student in einem Hörsaal oder einem Café gegenüber befindet. Solche vagen Daten erschweren die genaue Planung.

Alternativ werden mittlerweile Bluetooth-Beacons verwendet, die eine Genauigkeit zwischen einem und drei Metern bieten. Dank neuester Innovation kann ein Bluetooth-Array innerhalb eines drahtlosen Netzwerks virtualisiert werden. Indem es wie acht Bluetooth-Beacons in einem Zugangspunkt agiert, ist es damit noch effektiver und effizienter. Damit ist es noch einfacher, die Gebäudenutzung zu planen und die Fälle zu reduzieren, in denen eine Universität ein ganzes Gebäude beheizt und beleuchtet, während es nur zu 30 Prozent genutzt wird.

Darüber hinaus sind Universitäten in der Lage, den Wert künftiger Investitionen zu quantifizieren. Mithilfe von aktuellen Nutzungszahlen und -vorhersagen anhand der Daten ist es Universitäten möglich, einen robusteren Business Case für zukünftige Planungen zu erstellen.

Mit Standorttrends das Wohlbefinden steigern

Das Wohlergehen der Studierenden wird für Universitäten immer wichtiger. So sind hunderttausende Studenten in Deutschland psychisch krank und brechen deswegen häufig ihr Studium ab. Bildungspolitiker und Beratungsstellen versuchen dem entgegen zu wirken; für Universitäten ist es aber oftmals schwierig, mit den Studierenden über ihre Probleme zu sprechen. Denn viele von denen, die Schwierigkeiten haben, schweigen, bis sie schließlich das Studium abbrechen. Daher brauchen Universitäten eine Möglichkeit, die Muster zu erkennen, bevor es zu spät ist.

Auch in diesen Fällen sind Standortdienste hilfreich. Sie ermöglichen Universitäten Bewegungsmuster der Studierenden nachzuvollziehen und anhand von Metadatenmustern einen Normaltwert für sie zu bestimmen. Wenn Studenten ihre Bewegung auf dem Campus einschränken oder aufhören, Vorlesungen zu besuchen, zeigt dies eventuell einen Trend, auf den die Universität reagieren sollte. Die anonymisierten Daten, die Universitäten generieren, deuten unter Umständen darauf hin, dass sie der seelsorgerischen Betreuung zusätzliche Aufmerksamkeit schenken müssen. So können Institutionen so früh wie möglich Hilfe leisten.

Tage der offenen Tür neu denken

Universitäten wollen die besten Köpfe für ein Studium gewinnen, deshalb ist es wichtig, zum Beispiel beim Tag der offenen Tür einen guten ersten Eindruck bei den Studieninteressenten zu hinterlassen. Dies ist ein hart umkämpftes Umfeld und da Studieninteressierte in der Regel mehr als eine Universität besuchen, bevor sie ihre Wahl treffen, sollten sich Universitäten hier möglich gut positionieren.

Zahlreiche Universitäten sind aufgrund der globalen Pandemie zu virtuellen Tagen der offenen Tür übergegangen und nutzen dies als Gelegenheit, sich neu zu orientieren und darüber nachzudenken, wie diese Tage aussehen können und sollten, wenn die physischen Veranstaltungen wieder aufgenommen werden. Jede Universität kennt zum Beispiel die Stärken und Möglichkeiten ihres Ingenieurstudiengangs und wird eine entsprechend zugeschnittene Führung für Interessenten anbieten wollen.

Standortbestimmungen ermöglichen die Entwicklung einer App, die eine personalisierte Tour auf der Grundlage dessen bietet, was jede Person studieren möchte. Sie hebt die Teile des Campus hervor, die den Bedürfnissen der Interessenten am besten entsprechen und gibt einen realistischen Eindruck davon, wie das Universitätsleben für sie aussehen würde.

Darüber hinaus erhält die Universität die Information, wie viele Personen an einer bestimmten Führung teilgenommen und wie sie mit ihr interagiert haben. Diese Erkenntnisse tragen dazu bei, zukünftige Führungen weiter zu verbessern.

Daten in Erkenntnisse verwandeln

Die Welt ist im Wandel. Das Track-and-Trace-Modell, das weithin zur Überwachung des Ortes und der Nähe von Infektionen/Infizierten eingesetzt wird, kann die Grundlage dafür bilden, wie Bewegungen im öffentlichen Raum über die aktuelle Pandemie hinaus verfolgt werden. Dies bedeutet, dass Organisationen im Umgang mit Daten und deren verantwortungsbewusster Nutzung – in Übereinstimmung mit der DSGVO – kompetenter werden müssen.

Der Autor Jamie Pitchford, Senior Business Development Leader, European Markets, Juniper Networks
Der Autor Jamie Pitchford, Senior Business Development Leader, European Markets, Juniper Networks
(© Juniper Networks)

Tatsächlich sind Daten wertlos, solange sie keinen sinnvollen Zweck erfüllen. Daher sollten Universitäten nicht nur in die Infrastruktur zur Erhebung der Daten investieren, sondern auch in die Instrumente zur Interpretation und zum Verständnis derer. Der Zugang zu den Algorithmen und der graphischen Darstellung der Informationen bietet eine neue Ebene der Detailgenauigkeit, die bisher nicht zugänglich war. Gleichzeitig ist sie leicht verständlich und lässt sich daher gut nutzen. Dies wird die Grundlage für zukünftige Veränderungen sein, nicht nur für Universitäten, sondern auch für das gesellschaftliche Verständnis.

*Der Autor: Jamie Pitchford, Senior Business Development Leader, European Markets, Juniper Networks

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