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800 Rechenzentren sterben Datacenter-Kill - US-Regierung setzt auf Cloud-Computing

Redakteur: Ulrike Ostler

In den kommenden vier Jahren sollen in den USA 40 Prozent der Behörden-Rechenzentren schließen. Die Regierung setzt stattdessen auf Cloud-Computing. Das sagte Vivek Kundra, Chief Information Officer der Regierung, gegenüber der „New York Times“.

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Dunkle Wolken über den Rechenzentren der US-Administration: Kostendruck rationalisiert die Datacenter weg.
Dunkle Wolken über den Rechenzentren der US-Administration: Kostendruck rationalisiert die Datacenter weg.
( Archiv: Vogel Business Media )

Bekanntermaßen müssen die USA sparen. Jetzt trifft es offenbar die Rechenzentren. Laut Kundra ließen sich mit Cloud Computing viele Milliarden Dollar einsparen.

Die US-Regierung gilt als der größte IT-Käufer der Welt. Die Ausgaben belaufen sich auf knapp 80 Milliarden Dollar.

Allerdings kostet die Schließung von 800 Rechenzentren vermutlich auch viele den Job. Wie die US-Zeitung New York Times schreibt, sollen Tausende wegfallen. Dies bestätigte Kundra jedoch nicht.

Die Schließung bringt Milliarden Dollar an Einsparungen

Rund 40 Prozent der 2000 Rechenzentren sollen nun bald Geschichte sein. Wie Kundra, der im August seinen Posten verlässt und zur Harvard-Universität geht, ausführt, sei die Schließung Teil eines größeren Plans. Es gelte, effizienter zu sein und ins Internet-Zeitalter vorzudringen.

Schon im April hatte die US-Regierung die Schließung von 137 Rechenzentren für dieses Jahr bekannt gegeben. Laut aktualisiertem Plan sollen bis zum kommenden Jahr 178 Rechenzentren dicht machen. Wird jedoch das bisherige Tempo eingehalten, dürfte es sich noch in diesem Jahr um 195 Rechenzentrumsschließungen handeln.

Die reine Schließung soll laut Kundra Einsparungen von drei Milliarden Dollar bringen. Zudem erwartet er einen positiven Effekt auf die Umwelt.

Einige Behörden sind schon drin

Außerdem vertraut der US-CEO der Verlagerung von IT-Diensten in die Cloud. Nutzten die US-Behörden nicht mehr eigene E-Mail- und andere Standard-Programme, sondern Dienste von Cloud-Anbietern, ließen sich jährlich 5 Milliarden Dollar einsparen.

Vorreiter für dieses Modell gibt es bereits: Die US-Bundesbehörde General Services Administration (GSA) stellt ihr E-Mails-System auf „Gmail“ um und das US-Landwirtschaftsministerium verlagert mit Hilfe von Microsoft IT in die Cloud.

Durch Cloud-Computing sollen so fünf Milliarden Dollar pro Jahr eingespart werden. Zugleich fallen die Kosten für Software und Hardware weg, die jede Regierungsstelle ansonsten einkauft.

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