Top 100 Global Innovators Das waren die Innovationstreiber 2015

Autor / Redakteur: Sebastian Gerstl / Andreas Donner

Thomson Reuters IP & Science hat in einer Studie die 100 Unternehmen identifiziert, die weltweit die meisten Patente registriert und in der Industrie mit ihren Erfindungen Akzeptanz gefunden haben. Mit 21 Firmen ist die Halbleiter- und Elektronikindustrie mit am stärksten vertreten.

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Globale Innovationshotspots: Zum fünften Mal in Folge hat das Medienhaus Thomson Reuters. gemessen an den weltweit eingereichten Patenten und deren Akzeptanz auf dem Markt, die 100 führenden Innovationstreiber der Welt identifiziert. Demzufolge stammen die meisten Innovationen von japanischen Unternehmen, dicht gefolgt von den USA.
Globale Innovationshotspots: Zum fünften Mal in Folge hat das Medienhaus Thomson Reuters. gemessen an den weltweit eingereichten Patenten und deren Akzeptanz auf dem Markt, die 100 führenden Innovationstreiber der Welt identifiziert. Demzufolge stammen die meisten Innovationen von japanischen Unternehmen, dicht gefolgt von den USA.
(Bild: Thomson Reuters)

Zum fünften Mal in Folge hat das Medienhaus Thomson Reuters in der Studie zu den „Top 100 Global Innovators“ nach den Unternehmen gesucht, die den größten Innovations- und Erfindungsgeist auf dem weltweiten Markt demonstrieren. Dabei ging es der IP-and-Science-Sparte des Medienhauses weniger um wirtschaftlichen Erfolg als um das Bestreben, Forschung und Entwicklung in den jeweiligen Industriezweigen voranzutreiben.

Die Liste wurde anhand von vier Faktoren erstellt: Zunächst erfasste das Studienteam die Menge an gemeldeten Patenten, die im Derwent World Patents Index (DWPI) erfasst sind, eine Zusammenstellung aus 50 patenterteilenden Behörden weltweit. Anschließend erfolgte eine Prüfung, wie viele der eingereichten Patente auch erfolgreich akzeptiert, und in wie vielen globalen Märkten die Entwicklungen patentrechtlich geschützt wurden, speziell in den vier von Reuters definierten weltweiten Stellen (China, Europa, USA und Japan). Schließlich wurde noch der Einfluss, den diese Patente hatten, berücksichtigt: An Hand des Derwent Patent Citation Index (PCI) wurde gemessen, wie häufig andere Organisationen die Patente des jeweiligen Unternehmens innerhalb der letzten fünf Jahre zitiert haben.

Diese Fixierung auf Patente resultiert in einer auf dem ersten Blick vielleicht etwas verwunderlichen Liste: So ist in der Zusammenstellung ein Börsenliebling wie Apple (im Bereich Telekommunikation & Ausstattung) ebenso zu finden wie AMD, das im letzten Jahr wirtschaftlich kaum Erfolgsmeldungen zu verzeichnen hatte. Insgesamt hebt die Studie hervor, dass die in diesem Ranking vertretenen Unternehmen dennoch im Schnitt besser abschneiden als der MSCI World Index: Demnach liege der Umsatz 6 Prozent, die Beschäftigung um 4,09 Prozent und der prozentuale Anteil an Investitionen in Forschung und Entwicklung um 1,86 Prozent höher als im weltweiten Schnitt. Zusammengenommen haben die Top-100-Unternehmen einen internationalen Umsatz von 429 US-$ erzielt und 20 Billionen US-$ in Forschung und Entwicklung investiert.

Aus dem Bereich „Halbleiter und Elektronische Komponenten“ sind insgesamt 21 Unternehmen vertreten. Im Vergleich zu den Vorjahren ist dieser Bereich innerhalb der Top-100-Liste etwas geschrumpft: Trotz wachsender Bedeutung von Automatisierungs­branche und dem zunehmend um sich greifenden „Internet of Things“ machen sich hier der schrumpfende PC-Markt wie auch eine zunehmende Konsolidierung der Branche bemerkbar; einige der in dieser Liste aufgeführten Unternehmen sind im Verlauf dieses Jahres in andere Firmen aufgegangen (Freescale / NXP), hat andere Unternehmen in sich aufgenommen (Avago / Broadcom) oder ist derzeit im Begriff, dies zu tun.

Gleichzeitig sind andere Branchen umso stärker gewachsen: Die Anzahl an Firmen aus der Chemie-Industrie hat sich beispielsweise verdoppelt, und auch die Präsenz aus dem Pharma-Bereich legte um 75 Prozent zu.

Vorjahresvergleich: 2014 war Deutschland noch mit fünf Unternehmen im Top 100 Global Innovators Index vertreten, 2015 sind es nur noch vier: Während Bosch und Siemens nicht mehr in der Liste auftauchen, rückte mit Boehringer Ingelheim ein Vertreter aus der Pharmaindustrie nach. Ferner sind BASF (Chemie), Bayer (Pharma) und das Fraunhofer Institut (Forschung) als deutsche Einrichtungen vertreten.
Vorjahresvergleich: 2014 war Deutschland noch mit fünf Unternehmen im Top 100 Global Innovators Index vertreten, 2015 sind es nur noch vier: Während Bosch und Siemens nicht mehr in der Liste auftauchen, rückte mit Boehringer Ingelheim ein Vertreter aus der Pharmaindustrie nach. Ferner sind BASF (Chemie), Bayer (Pharma) und das Fraunhofer Institut (Forschung) als deutsche Einrichtungen vertreten.
(Bild: Thomson Reuters)

Die Unternehmen in der Top 100 – Liste wurden nicht gerankt, sondern anhand ihrer Namen Alphabetisch sortiert. 2015 findet sich kein Vertreter aus China in dieser Liste; Huawei wurde letztes Jahr als erstes Unternehmen des Landes aufgeführt, konnte seine Position aber in diesem Jahr nicht halten.

Siemens und Bosch, die noch 2014 in der Top 100 gelistet waren, fielen dieses Jahr ebenfalls aus dem Top100-Ranking, sodass 2015 kein einziges deutsches Unternehmen im Bereich „Halbleiter und Elektronische Komponenten“ vertreten ist. Immerhin gelten laut Thomsom-Reuters-Ranking noch vier deutsche Unternehmen zu den globalen Innovationstreibern in ihren jeweiligen Feldern: BASF (Chemie), Bayer, Boehringer-Ingelheim (beide Pharma) sowie das Fraunhofer Institut im Bereich der Forschungseinrichtungen.

Anhand des Top100 Global Innovators Index stellen wir hier – ebenfalls in alphabetischer Reihenfolge – die 21 aufgeführten Unternehmen der Elektronik- und Halbleiterbranche vor. Hierbei fällt auf, dass einige bekannte Unternehmen fehlen, die im Vorjahr noch im Ranking vertreten waren. Dazu zählen Altera, Hewlett-Packard, IBM, Ricoh, Sharp, STMicroelectronics, Texas Instruments und Xerox.

Advanced Micro Devices (AMD)

AMD (USA): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
AMD (USA): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: AMD)

Aus wirtschaftlicher Sicht war 2015 nicht gerade ein erfolgreiches Jahr für den angeschlagenen Prozessorhersteller. Dennoch zählt das Unternehmen für die Analysten von Thomson Reuters Science & IP zu einer der beständigsten Hochburgen der Forschung und Entwicklung, speziell im Gebiet des Halbleiterdesigns.

So stellte die Studie speziell die Erfahrungen um Einführung und Weiterentwicklung der APUs (Accelerated Processing Units; Hauptprozessoren mit integrierter Grafikeinheit) heraus. AMD zeichne sich zudem besonders in den Bereichen Server-Computing, Cloud-Computing und Virtualisierungsumgebungen aus.

Analog Devices

Analog Devices (USA): Zum 4. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2015)
Analog Devices (USA): Zum 4. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2015)
(Bild: Analog Devices)

Zum vierten Mal in fünf Jahren, nach zwischenzeitlicher Abwesenheit 2014, ist Analog Devices unter den führenden Innovationstreibern vertreten.

Analoge, Mixed-Signal- und DSP-Bausteine des in Norwood, Massachusetts, ansässigen Unternehmens werden in einer großen Bandbreite an elektronischen Endprodukten sowie in diversen Industrielösungen verwendet. Analog Devices tue sich laut Top 100 Global Innovators Studie insbesondere durch seine Expertise in der elektronischen Verarbeitung von Bewegungen, Sound, Temperatur, Druck und Licht hervor.

Avago Technologies (vormals LSI Corporation)

Avago Technologies (USA): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013 als LSI Corporation; 2014, 2015 als Avago)
Avago Technologies (USA): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013 als LSI Corporation; 2014, 2015 als Avago)
(Bild: Avago Technologies)

Avago machte in diesem Jahr insbesondere durch die Übernahme der Broadcom Corporation von sich reden: 37 Milliarden US-$ wird die Akquise des Fabless-IC-Entwicklers insgesamt kosten. Die Übernahme soll im Verlauf des ersten Quartals 2016 vollständig abgewickelt sein, das Unternehmen soll voraussichtlich zukünftig unter dem Namen Broadcom Ltd. firmieren.

Es ist nicht die erste große Übernahme des in Singapur und den USA ansässigen Unternehmens: Im Dezember 2013 verleibte sich der Apple-Zulieferer den Konkurrenten LSI Corporation ein, im selben Jahr schluckte man den optische Chiphersteller CyOptics.

Durch Übernahmen wie diese ist es wenig verwunderlich, dass der Hersteller und Lieferant von analogen, digitalen, Mixed-Signal- und optoelektronischen Komponenten ein breites Portfolio an verschiedenen Patenten besitzt, das ihn für diese Auflistung qualifiziert.

Canon

Canon (Japan): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
Canon (Japan): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: Canon)

Auch Canon zählt nach Auffassung der Analysten von Thomson Reuters Science & IP zu den Hochburgen der Elektronikinnovation. Das japanische Unternehmen ist derzeit der größte Kamerahersteller der Welt. Seit 2009 strebt Canon zudem die Marktführerschaft in der Druckerindustrie an.

Darüber hinaus ist die Firma sehr stark im Umfeld des Digital Imaging (elektronische Bildverarbeitung, EBV) vertreten. So hält Canon neben diversen Patenten hinsichtlich Bildsensorik auch zahlreiche weitere Lösungen zur Verarbeitung, Archivierung, Scanning oder Präsentation in zahlreichen Industriebranchen bereit. Auch in der Medzintechnik sind Canon-Lösungen vertreten.

Zudem hat Canon angekündigt, in Zukunft stark in neue Bereiche zu expandieren. Dazu zählen etwa Network Visual Solutions, (netzwerkbasierte Videoüberwachung) und 3-D-Druck.

Casio Computer

Casio (Japan): Zum 2. Mal vertreten (2014, 2015)
Casio (Japan): Zum 2. Mal vertreten (2014, 2015)
(Bild: Casio)

Casio hatte sich in der Vergangenheit in erster Linie durch seine tragbaren Elektronikprodukte ausgezeichnet. So war das Unternehmen einer der ersten Hersteller einer vollelektrischen, relaisbasierten Rechenmaschine (Modell 14-A). In späteren Jahren war Casio vor allem bekannt für digitale Armbanduhren, Taschenrechner, Keyboards und Sound-Synthesizer.

Mit dem Cassiopeia war das Unternehmen 1996 auch einer der ersten Hersteller eines PDAs. Mit all diesen Lösungen kann man Casio als einen Wegbereiter auf dem Feld der tragbaren Elektronik bezeichnen.

Auch im Bereich der Displaylösungen hält Casio, das weltweit über 10.000 Angestellte beschäftigt und seinen Hauptsitz in Tokyo hat, zahlreiche Patente.

Freescale Semiconductor

Freescale (USA): Zum 3. Mal vertreten (2013, 2014, 2015)
Freescale (USA): Zum 3. Mal vertreten (2013, 2014, 2015)
(Bild: Freescale Semiconductor)

Mit seinen Mikrocontrollern der Kinetis-Familie und den i.MX6- und i.MX7-Prozessoren ist Freescale vor allem im Emedded-Bereich sehr stark vertreten. So finden sich die Bauteile und Patente des in Austin, Texas ansässigen Unternehmens in vielen Automotive-, Consumer-, Industrie- und Networking-Lösungen wieder. Freescale ist zum dritten Mal in Folge in der Global-Innovators-Liste vertreten.

2015 machte Freescale vor allem durch den geplanten Zusammenschluss mit dem in den Niederlanden ansässigen Mitwettbewerber NXP von sich reden. Durch die Fusion wollen die Firmen ihr Halbleitergeschäft zusammenlegen und ein gemeinsames Unternehmen mit einem Marktwert von mehr als 40 Milliarden US-Dollar schaffen. Durch den Zusammenschluss entsteht der größte Halbleiterhersteller Europas sowie der weltweit viertgrößte Hersteller von Nicht-Speicher-Halbleitern.

Auf diese Weise drängen die Unternehmen, unter künftiger Leitung von NXP, insbesondere auf die Marktführerschaft im Bereich der Mixed-Signals-ICs. Zudem setzt man auf führende Postionen sowohl im Feld der Automotive-Halbleiter als auch bei den Mikrocontrollern.

Fujifilm

Fujifilm (Japan): Zum 4. Mal vertreten (2012, 2013, 2014, 2015)
Fujifilm (Japan): Zum 4. Mal vertreten (2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: Fujifilm)

Anfänglich als ein Produzent von Kinofilmmaterialien gegründet, hat sich Fujifilm bis heute durch Schwerpunktsetzung auf Forschung und Entwicklung zu einem globalen Technologiekonzern entwickelt, der in vielen Geschäftsfeldern tätig ist. So gliedert sich das Unternehmen in die drei Kernbereiche Digital Imaging (Digitalkameras, Bilderservice, Papier, Film, Speichermedien), Information (grafische Systeme, Medizintechnik, Flachbildschirme) sowie Dokumentenverwaltung (Kopierer, Bürokommunikation, Digitaldruck).

Auch im Zusammenhang mit gedruckter Elektronik macht Fujifilm in jüngster Zeit verstärkt von sich reden. So lassen sich etwa Druckerköpfe von Fujifilm Dimatix in den CeraPrinter-Systemen und anderen spannenden Lösungen der noch jungen Bereiche von organischer Elektronik und generativer Fertigung einsetzen.

Fujifilm erzielte im Geschäftsjahr 2014/15 einen Umsatz von 17,9 Milliarden Euro. Das Unternehmen investiert 7 % seines Umsatzes jedes Jahr in Forschung und Entwicklung.

Fujitsu

Fujitsu (Japan): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
Fujitsu (Japan): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: Fujitsu)

Fujitsu zählt in den Augen der Analysten von Thomson Reuter IP & Science zu den Dauerbrennern in Sachen Innovation. Seit Bestehen der Top100-Studie ist das japanische Elektronikunternehmen in der Liste vertreten.

Auch bei Fujitsu macht sich die derzeit fortschreitende Konsolidierung im Halbleitermarkt bemerkbar. Im März 2015 haben sich für den SoC-Markt das LSI-Geschäft von Panasonic und Fujitsu zusammengetan, um den neuen Anbieter Socionext mit Hauptsitz in Europa zu gründen. Hier kommt vor allem ein umfassendes Fachwissen im Grafikgeschäft, der Embedded Software, Netzwerktechnik, Automotive und optische Netzwerke zusammen.

Ferner ist Fujitsu zunehmend im EMS-Geschäft (Electronic-Manufacturing-Services) aktiv. So bringt das Unternehmen sein Know-How und seine Patente in Design- und Entwicklung, Einkaufsdienstleistungen, Elektronikfertigung und Systemassemblierung, Software-Load und Integrationsleistungen, Logistik sowie ergänzenden Services im Customizing und Recycling in den Dienstleistungssektor mit ein. Zudem ist Fujitsu weiterhin stark in den Feldern Telekommunikation und Informationstechnologie präsent.

Hitachi

Hitachi (Japan): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
Hitachi (Japan): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: Hitachi)

Das Elektronik- und Maschinenbauunternehmen Hitachi blickt inzwischen auf eine über 100-jährige Vergangenheit zurück. Das Unternehmen entwickelt im Schwerpunkt Server, Mainframes und ATMs und ist sehr stark in den Feldern IT und Telekommunikation vertreten. Aber auch in Leistungselektronik, Automotive oder Digital Media ist die Firma tätig.

Darüber hinaus hält Hitachi, das zahlreiche Modelle des japanischen Hochleistungszugtyps Shinkansen gestaltet und herstellt, zahlreiche Patente in anderen Feldern. In Joint Ventures hält das unternehmen unter anderem Anteile am Halbleiterhersteller Renesas (zusammen mit Mitsubishi Electrics und NEC), dem optischen Datenspeicherhersteller Hitachi-LG Data Storage (zusammen mit LG) und Mitsubishi Hitachi Power Systems im Bereich der Hochenergie-Stromerzeugung (zusammen mit Mitsubishi Heavy Industries).

Zusätzlich hält Hitachi noch Patente für zahlreiche Speicherlösungen Display-Technologien, Militärtechnik und Robotik-Systeme. In der Fortune-500-liste der global führenden Unternehmen rangiert Hitachi unter den Elektronikherstellern hinter Siemens auf Rang 4.

Intel

Intel (USA): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
Intel (USA): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: Intel)

Auch Intel hat seinen Platz in dieser Liste fast schon fest abonniert: Das Unternehmen ist seit Bekanntgabe der ersten Top100 Global Innovators alljährlich in der Studie vertreten. Doch auch hier macht sich die Konsolidierung des Halbleitermarktes 2015 bemerkbar. Für einen Kaufpreis von 16,7 Milliarden US-Dollar gab Intel im Juni diesen Jahres die Übernahme von Altera, seinerseits der derzeit zweitgrößte FPGA-Hersteller auf dem Markt, bekannt. Altera war 2014 noch selbst auf der Liste der Top100 Global Innovators vertreten.

Intels Produkte sind schon lange auf dem Computermarkt etabliert: Chipsätze, Verbindungslösungen, Speicher, Motherboards und natürlich Prozessoren gehören zum Grundstock des Unternehmens. Zudem fertigen zahlreiche Halbleiterhersteller in Intels patentiertem 14nm-FinFET-Verfahren. Gemessen am Umsatz ist Intel zudem seit 1992 ohne Unterbrechung der weltweit führende Halbleiterhersteller.

Allerdings lief dieses Jahr nicht alles rund bei Intel. So verzögert sich etwa die Markteinführung der geplanten 10-nm-CPUs, Codename "Cannonlake", bis ins zweite Halbjahr 2017. Als Zwischenlösung soll Ende 2016 statt dessen die Prozessorreihe "Kaby Lake" erscheinen, nach Broadwell und Skywell Intels dritte Generation an 14-nm-Prozessoren.

Marvell

Marvell (USA): Zum 4. Mal vertreten (2012, 2013, 2014, 2015)
Marvell (USA): Zum 4. Mal vertreten (2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: Marvell TEchnology Group)

Zum vierten Mal in Folge schaffte es die Marvell Technology Group in das Top100-Ranking. Durch die konsequente Weiterentwicklung der 2006 von Intel erworbenen XScale-Prozessortechnologie konnte sich die Firma einen Ruf in Sachen Mikroprozessor-Architekturen und DSPs erarbeitet.

Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über nennenswerte Expertise in Sotrage- und Netzwerklösungen. So war Marvell einer der ersten Hersteller, der eine marktreife Gigabit-Ethernet-switching-Lösung im Angebot hatte.

Das 1995 gegründete Unternehmen ist heute ein wichtiger Name in Smartphone- und Industrie-Kommunikation.

MediaTek

MediaTek (Taiwan): Zum 2. Mal vertreten (2014, 2015)
MediaTek (Taiwan): Zum 2. Mal vertreten (2014, 2015)
(Bild: MediaTek)

Nachdem China mit Huawei 2014 das erste Mal im Top100-Ranking auftauchte, findet sich dieses Mal kein einziger Vertreter dieses Landes in der Liste. Taiwan hingegen bringt es zu wenigstens einem Auftritt: Nach 2014 gilt der auf ARM-Architekturen fokussierte Fabless-IC-Hersteller Mediatek auch in diesem Jahr laut Thomson Reuters wieder als eines der weltweit innovativsten Unternehmen der Halbleiterbranche.

Das 1997 gegründete Unternehmen ist auf Halbleitertechnologie für SoCs spezialisiert. Die von MediaTek entwickelten Lösungen kommen überwiegend in Consumerprodukten zum Einsatz, etwa in Smartphones, optischen Laufwerken (etwa Blu-Ray- oder DVD-Player), HDTV-Geräten, Tablet-Computern, Set-Top-Boxen oder verschiedenen WiFi-Lösungen wie GPS-Empfänger, WLAN-Router oder Bluetooth-Geräte.

MediaTek hat sich seit seiner Gründung vom kleinen Underdog zu einem Big Player in der Halbleiterindustrie gemausert. Laut IHS-Studie schaffte es das Unternehmen 2014 erstmals in die Top10 der weltweit größten Halbleiterhersteller. Unter anderem durch die Übernahme des Mitbewerbers MStar Stieg der Umsatz des Unternehmens 2014 auf 7.194 Millionen US-$ an. Damit rangierte MediaTek im vergangenen Jahr laut IHS offiziell direkt hinter STMicroelectronics (7.395), aber noch vor Renesas (6.910).

Micron Technology

Micron (USA): Zum 4. Mal vertreten (2012, 2013, 2014, 2015)
Micron (USA): Zum 4. Mal vertreten (2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: Micron)

Das In Boise, Idaho, ansässige Technologie-Unternehmen Micron ist insbesondere durch seine innovativen Speicherlösungen bekannt. Die Firma hat eine breite Palette an DRAM-, NAND- oder NOR-Flash-Lösungen für unterschiedlichste Ansprüche im Aufgebot. Die zusammen mit Intel entwickelte und dieses Jahr vorgestellte 3D-NAND-Technologie verspricht beispielsweise, die bisherigen Skalierungsgrenzen bei Speicherlösungen zu durchbrechen.

Micron verfügt über Produktionsstandorte in den USA, Italien, Singapur und Japan. Heute ist Micron der einzige DRAM-Hersteller in den Vereinigten Staaten, nachdem in der Vergangenheit die Speicherproduktionen von Texas Instruments und Toshiba sowie der Mitwettbewerber Lexar übernommen worden waren.

Neben Kooperationen mit anderen namhaften Unternehmen bedient Micron zahlreiche Kunden in Bereichen wie Netzwerktechnik, Speicherlösungen, Consumerelektronik, (Mobile) Telekommunikation oder Computer.

NEC

NEC (Japan): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
NEC (Japan): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: NEC)

Die NEC Corporation (ehemals Nippon Electric Company) ist ein weiteres japanisches Traditionsunternehmen, das unter den Top 100 Global Innovators einen festen Platz zu besitzen scheint. Das Unternehmen bietet zahlreiche IT-Services und -Endprodukte an, darunter Server, Displaytechnologie, Übertragungstechnik sowie Internet- und Softwarelösungen.

Zudem hält das Unternehmen noch zahlreiche Halbleiterpatente. 2010 wurde der Halbleiterbereich – NEC Electronics – aus NEC ausgegliedert und mit Renesas Technology zu Renesas Electronics verschmolzen. Im PC-Geschäft beschloss NEC 2011 mit Lenovo zu fusionieren; während die Produkte weiterhin unter dem Namen Lenovo vertrieben werden, hält NEC nun 49% an der neuen gemeinsamen Firma.

Auch in den Feldern ASICs und Supercomputer ist NEC stark vertreten. Zudem treibt das Unternehmen weiterhin die Forschungen im Bereich optischer Datenträger voran. Während sich die von NEC entwickelte HD-DVBD letztendlich nicht gegen das Konkurrenzformat Blu-ray behaupten konnte, arbeitet das Unternehmen weiterhin an dem Konzept der „Protein-coated Disc“ (PCD), die Speichergrößen von bis zu 50 TByte verspricht.

Qualcomm

Qualcomm (USA): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
Qualcomm (USA): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: Qualcomm)

Der Aufstieg des Chipherstellers Qualcomm geht Hand in Hand mit dem Siegeszug der Smartphones. Die Snapdragon-SoCs des Unternehmens nehmen eine Vorreiterposition unter den mobilen Embedded-Systemen ein und geben im Smartphone- und Tabletmarkt den Ton an. Für das kommende Snapdragon-820-SoC hat Qualcomm zudem angekündigt, mit der Kryo-CPU nun auf eine selbst entwickelte 64-Bit-Architektur zu setzen.

Seit 2013 gilt Qualcomm nach Intel, Samsung und TSMC als der viertgrößte Chiphersteller der Welt. Im Gegensatz zu den genannten Konkurrenten besitzt das Unternehmen aber keine eigenen Fertigungsstätten. Damit ist Qualcomm der weltgrößte Fabless-IC-Hersteller.

Generell gilt Qualcomm als sehr stark im Umgang mit Wireless-Technologie und -Diensten, sei es 3G- 4G oder zukunftsgerichtete 5G-Entwicklung. Qualcomm ist zudem ein Vorreiter in der Digitalmobilfunktechnologie, basierend auf dem Codemultiplexverfahren (CDMA), entwickelt Internet- und Satellitendienste und gehört zu den ersten Hauptmitgliedern der 2013 formierten FIDO-Allianz.

Qualcomms marktbeherrschende Position, speziell im Bereich der Baseband-Chipsätze, gerät allerdings auch unter scharfe Kritik. So hat die Europäische Kommission im Sommer 2015 gegen das Unternehmen zwei förmliche Kartellamtsverfahren wegen wettbewerbsfeindlichen Verhalten eingeleitet.

Samsung Electronics

Samsung (Südkorea): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
Samsung (Südkorea): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: Samsung)

Kaum ein anderes Unternemen ist derart in so vielen verschieden Marktbereichen global präsent wie Samsung. Dabei gilt besonders der Elektronik-Sparte ein besonderes Augenmerk. Nicht nur ist die koreanische Firma einer der drei weltweit größten Chiphersteller der Welt, Samsung besitzt in seinem Portfolio zudem zahlreiche Endprodukte in den unterschiedlichsten Bereichen. Laut Fortune 500 ist Samsung zudem der größte Elektronik-Hersteller weltweit.

Die Produktpalette von Samsung Electronics erstreckt sich von Speichern (SDRAM, SRAM, NAND-Flash) über Digitale Medien (z.B. Displaytechnik, Drucker, Note- und Netbooks, Kameras) und Telekommunikation (z.B. Smartphones, Tablets, Mobiltelefone, STBs, Multiplexer, Receiver) bis zu vollständigen, mit Digitaltechnik erweiterten Haushaltsgeräten (Klimaanlagen, Kühlschränken, Geschirrspüler etc.). Samsung hält zudem noch eine Lizenz zur Production von Slpha-Prozessoren (ursprünglich entwickelt von DEC), ist derzeit in diesem Segment allerdings nicht aktiv.

Samsung ist auch hierzulande derart präsent und aktiv auf dem Markt, dass das internationale Marktforschungs-Unternehmen YouGov in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt das Unternehmen nach einer Umfrage unter 700.000 Verbrauchern zu Deutschlands „Marke des Jahres“ kürten.

Seagate

Seagate (USA): Zum 4. Mal vertreten (2012, 2013, 2014, 2015)
Seagate (USA): Zum 4. Mal vertreten (2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: Seagate Technology)

Seagate ist nicht nur der älteste noch bestehende, unabhängige Festplattenhersteller auf dem Markt: Spätestens seit es sich 2011 die Festplattensparte von Samsung Electronics und 2012 den französischen Mittbewerber LaCie einverleibt hat, ist das Unternehmen aus Cupertino in seinem Marktsegment eine treibende Kraft.

Der Hauptfokus des Unternehmens liegt in der Produktion und Entwicklung „klassischer“ HDD-Festplattenspeicher (Hard Disk Drives), SSDs (Solid-State-Disks) sowie die 2007 intern entwickelten SSHDs (Solid State Hybrid Drives). Anfang 2015 gab das Unternehmen bekannt, weltweit mehr als 10 Millionen SSHD (Solid State Hybrid Drives) ausgeliefert zu haben.

In diesen Segment hat Seagate über die Jahre einige Innovationen präsentiert: So stellte das Unternehmen die erste 3TByte-Festplatte (2010), die erste Festplatte mit einer Speicherdichte von 1TByte pro Quadratzoll (2012) oder das lasergestützte HAMR-Verfahren (Heat Assited Magnetic Recording) zur noch stärker komprimierbaren Aufzeichnung von Daten vor (2013).

Im Oktober 2015 gab Seagate die Übernahme des Software- und Hardware-Speicherlösungsanbieters Dot Hill Systems bekannt.

Seiko Epson

Seiko Epson (Japan) Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
Seiko Epson (Japan) Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: Seiko Epson Corporation)

Hierzulande meist nur unter dem Namen Epson bekannt, stellt die japanische Seiko Epson Corporation einen der weltweit größten Hersteller von Druckern, Scannern, digitalen Fotoapparaten, Personal Computern, Laptops, integrierten Schaltkreisen, Projektoren, Registrierkassen, Industrierobotern und LCD-Komponenten dar. Die Epson-Gruppe wird von der japanischen Seiko Epson Corporation geführt und beschäftigt weltweit mehr als 73.000 Mitarbeiter in 94 Tochtergesellschaften.

Unter Endverbrauchern sind die Drucker aus dem Hause Epson am besten bekannt. In diesem Bereich stellte das Unternehmen zahlreiche Premieren auf dem Endmarkt vor, so etwa 2012 den ersten Drucker der wireless Daten empfängt und druckt, oder 2015 mit dem ET-4550 einen Drucker, der sich individuell mit Tinte befüllen lässt, statt weiterhin auf Kartuschen zu setzen.

In gewisser Hinsicht innovativ, aber nicht gerade kundenfreundlich: Im selben Jahr hatten noch Nachrichten die Runde gemacht, dass Epson-Drucker dazu neigen, Tintenkartuschen als leer anzuzeigen, selbst wenn diese noch zu 20% befüllt sind.

Epson gilt zudem als eines der weltweit führenden Unternehmen hinsichtlich Quartzkristall-Technologie.In dieser Hinsicht sind Epson-Produkte außer im Consumermarkt auch in der Industriautomatisierung stark präsent.

TE Conncectivity

TE Connectivity (Schweiz): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
TE Connectivity (Schweiz): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: TE Connectivity)

Seit 2011 ist die Tyco Electronics Limited unter dem Namen TE Connectivity bekannt, auch wenn der weltweit einheitliche Auftritt unter diesem Namen in einigen Ländern erst mit etwas Verzögerung nachgeholt wurde. Ebensolang ist der Spezialist für Transport-, Industrie- und Kommunikationslösungen auch unter den Top 100 Global Innovators.

Das im schweizerischen Schaffhausen ansässige Unternehmen beschäftigt etwa 75.000 Angestellte in 50 Ländern und erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von 12 Milliarden US-$. TE Connectivity entwirft und produziert elektronische Komponenten sowie Steckverbinder, um Stromversorgung sowie Datenfluss in Consumer- und Industrielösungen zu gewährleisten.

Am 28. August 2015 gab das Unternehmen bekannt, seine Breitband-Netzwerk-Sparte für 3 Milliarden US-$ an den die CommScope Holding Co. verkauft zu haben.

Toshiba

Toshiba (Japan): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
Toshiba (Japan): Zum 5. Mal vertreten (2011, 2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: Toshiba)

Laut Fortune-500-Liste ist Toshiba derzeit das siebtgrößte Elektronikunternehmen der Welt. Gleichzeitig ist das Unternehmen einer der umsatzstärksten Halbleiterhersteller der Welt (Rang 7 laut IHS-Erhebung 2014).

Der seit 1875 bestehende japanische Technologiekonzern (hervorgegangen ursprünglich unter dem Namen Tanaka Seizo-sho) ist ein vielfältiger Produzent von Elektroniklösungen und -produkten. Seine vier Hauptdomänen sind Digitale Produkte, Elektronische Gerätschaften, Infrastruktursysteme und Haushaltsgeräte.

Neben einer Vielzahl von Produktankündigungen kam im Jahr 2015 allerdings auch der wohl größte Skandal der Unternehmensgeschichte Toshibas ans Licht: Das Unternehmen hatte jahrelang die Bücher frisiert, die erzielten Gewinne um schätzungsweise 1,2 Milliarden Euro geschönt. Im Zuge dieser Offenbarungen trat Toshiba-Geschäftsführer Hisao Tanaka zurück, Aktionäre entzogen das Vertrauen, Toshiba verlor seinen Status als eines der wertvollsten Unternehmen Japans. Damit ist der Skandal allerdings noch nicht ausgestanden: zahlreiche Aktionäre des Unternehmens verklagen Toshiba nun auf Schadenersatz. Zusätzlich will die Finanzaufsichtsbehörde FSA dem Unternehmen eine Rekordstrafe von umgerechnet 55 Millionen Euro aufbrummen – die höchste Strafsumme in Japans Finanzgeschichte.

Xilinx

Xilinx (USA): Zum 4. Mal vertreten (2012, 2013, 2014, 2015)
Xilinx (USA): Zum 4. Mal vertreten (2012, 2013, 2014, 2015)
(Bild: Xilinx)

Auch der weltgrößte Anbieter Programmierbarer Logik konnte sich dieses Jahr zum vierten Mal in Folge in die Liste der weltweit führenden Innovatoren einschreiben. Die FPGAs, SoCs und 3D-ICs von Xilinx durchdringen etwa 55% des Weltmarkts.

Im Finanzjahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 2,38 Milliarden US-$, bediente weltweit 20.000 Kunden, beschäftigte über 3.500 Angestellte und kann über 3.500 Patente in seinem Namen verzeichnen. Darüber hinaus rühmt sich Xilinx, etwa 60 Industriepremieren in den Markt eingeführt zu haben.

FPGA-Hersteller Xilinx hat sich auch für die Zukunft voll und ganz dem Motto der vollen Programmierbarkeit verschrieben. Indem die Hardware immer mehr durch Software definiert wird („Software defined - Hardware Optimized“, wie Xilinx es ausdrückt) erhofft man sich, die potentielle Nutzerbasis an FPGAs innerhalb der nächsten fünf Jahre zu verfünffachen. Zukünftig werde man sich stark an den bis 2020 kommenden Trands auf dem Elektronikmarkt ausrichten, und Technologien wie 5G, Software-Defined Networking, Echtzeit- und hochauflösende Videoberechnung, Cloud-Computing sowie Industrielle IoT (Internet of Things) - Anforderungen stärker adressieren.

(ID:43801919)

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