DigitalPakt Schule Das Saarland und Sachsen-Anhalt investieren in digitale Bildung

Autor / Redakteur: dpa / Manfred Klein

Noch kurz vor dem Jahreswechsel haben die beiden Bundesländer Sachsen-Anhalt und das Saarland umfangreiche Investitionen in die digitale Bildung angestoßen.

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DigitalPakt und Corona treiben die Digitalisierung in den Schulen
DigitalPakt und Corona treiben die Digitalisierung in den Schulen
(© Aleksandra Suzi – stock.adobe.com)

Das Saarland will alle seine rund 9.400 Lehrkräfte bis zum Ende des Schuljahres 2021/22 mit dienstlichen Endgeräten wie Computer oder Laptops ausrüsten. Zudem sollten alle Schüler, die nach dem Schülerförderungsgesetz als bedürftig gelten, wohl im ersten Quartal 2021 digital ausgerüstet sein, teilte das saarländische Bildungsministerium in Saarbrücken mit. Bis 2024 werde das Saarland 137 Millionen Euro in die digitale Bildung investieren; 66,8 Millionen kommen über den Digitalpakt Schule vom Bund.

„Wir haben in diesem Jahr vieles nach vorne gebracht – bei der IT-Ausstattung unserer Schulen, der Fortbildung unserer Lehrkräfte und insbesondere mit unserer Bildungscloud Online-Schule Saarland“, sagte Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist aber auch noch viel zu tun.“ Das sehe man zum Beispiel beim Netzausbau: in der vergangenen Woche seien einige Netze überlastet gewesen.

Zum Programm Digitalpakt Schule (2019-2024) seien bereits 10,3 Millionen Euro beantragt worden: Bis zum Beginn der Herbstferien hätten 111 Anträge vorgelegen, teilte das Ministerium mit. Bereits an 109 Schulen im Saarland – und somit einem Drittel aller Schulen – liefen Maßnahmen, die aus Mitteln des Digitalpaktes gefördert würden, sagte ein Sprecher. Geld aus dem Digitalpakt wird in die IT-Ausstattung und IT-Infrastruktur der Schulen investiert.

Für Schüler haben die Schulträger insgesamt 12.000 Endgeräte bestellt, wie das Ministerium weiter mitteilte. 1.000 Laptops stehen bereits zur Verfügung, sodass Schüler, die im Lockdown keine geeigneten Geräte hatten, ausgestattet werden konnten. In einem zweiten Schritt werde das Ministerium mit den Schulträgern eine landesweite Geräte- und Medienleihe aufbauen, die die bisherige Schulbuchausleihe ablösen solle. Gespräche mit der kommunalen Seite liefen.

Das wichtigste Instrument für digitalen Unterricht und Lernen zu Hause sei die landeseigene Bildungscloud Online-Schule Saarland (OSS). Die Zahl der Nutzer der OSS wachse stetig und habe sich seit Mai 2020 nahezu verdoppelt. Aktuell seien rund 70.000 Schüler sowie 8.700 Lehrkräfte registriert. Für das vergangene Schuljahr 2019/20 gab es rund 550 Anmeldungen von Lehrkräften zu OSS-Fortbildungen, im laufenden Schuljahr 2020/21 bisher rund 770 Anmeldungen.

Sachsen-Anhalt beantragt 40 Millionen Euro Hilfe für digitale Klassenzimmer

Mehr als ein Jahr nach dem Start ist in Sachsen-Anhalt ein Großteil der Bundesmittel für digitale Klassenzimmer noch nicht abgerufen worden. Die Schulträger beantragten bisher Aufträge im Wert von 40 Millionen Euro, wie Bildungsminister Marco Tullner (CDU) der Deutschen Presse-Agentur sagte. Damit sei binnen eines Jahres knapp ein Drittel der Gesamtsumme abgefragt worden, die Sachsen-Anhalt bis 2024 ausgeben könne. Bisher geprüft und bewilligt wurden Projekte im Wert von rund 28 Millionen Euro.

Angesichts des ereignisreichen Jahres mit Corona-Pandemie und vielen zusätzlichen Aufgaben für Land und Kommunen sei das kein schlechtes Ergebnis, sagte Tullner. Einige Kommunen seien schon sehr weit gekommen. So habe etwa der Kreis Anhalt-Bitterfeld bereits die komplette ihm zustehende Summe von 5,33 Millionen Euro für digitale Klassenzimmer ausgezahlt bekommen.

Nach jahrelangem Ringen hatte der Bund zum 1. Oktober 2019 den Digitalpakt gestartet. Dank einer Grundgesetzänderung können die Kommunen vom Bund direkt Geld für eine bessere technische Ausstattung ihrer Schulen bekommen, obwohl Bildung Ländersache ist. Der Bund will dafür deutschlandweit bis zu 5 Milliarden Euro ausgeben. Bremsend bei der Auszahlung wirkt, dass die Schulen ein pädagogisches Konzept vorlegen müssen, wofür sie die neue und bessere Technik im Unterricht brauchen. In diesem Jahr wurden weitere Programme ergänzt, etwa zur Anschaffung von Leihlaptops für Schüler für den Heimunterricht.

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