Suchen

Erfolgsaussichten der Konjunkturpakete

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen“

Seite: 2/5

Firmen zum Thema

„Da hilft hoffen, dass die Diesel anspringen“

Die internationale Kritik an den deutschen Konjunkturpaketen lässt sich in zwei einfachen Forderungen zusammenfassen: Mehr Geld! Schneller! Hier stehen jedoch die eingangs bereits angeführten unsicheren Erfolgsaussichten entgegen. Wären eine Milliarde Euro für die IT besser? Die einzelnen Maßnahmen sind nach erster Einschätzung umfänglich budgetiert. Die Frage ist vielmehr, ob die richtigen Maßnahmen gewählt wurden. Das IT-Investitionsprogramm fasst über 250 Einzelprojekte zusammen. Bei aller vorwerfbaren Kleinteiligkeit liegt die Stärke dieses Ansatzes darin, im gesuchten Erfolg nicht von wenigen großen Vorhaben abhängig zu sein. Vielmehr steht Risikostreuung im Vordergrund. Die Zahl der Projekte und die Differenzierung der Themen erlauben zudem eine breite Einbindung der spezialisierten IT-Wirtschaft in Deutschland. Nicht nur die Projektergebnisse zielen auf konjunkturelle Effekte. Auch die Umsetzung sichert bereits die wirtschaftlichen Grundlagen vieler IT-Firmen. Sollten sich über die Laufzeit des Investitionsprogramms thematische Lücken zeigen, bieten sich zudem ausreichend Gestaltungsmöglichkeiten, um nachzusteuern. Anders steht es um die Kritik an der fehlenden Geschwindigkeit.

„Ruhe, ich jetzt brauche“

Das IT-Investitionsprogramm soll konjunkturelle Impulse geben. Jeder Ingenieur weiß: Masse mal Geschwindigkeit ergibt den Impuls. Wenn die Masse der bereitgestellten Mittel ausreicht, kommt es jetzt auf die Geschwindigkeit an, diese Mittel einzusetzen. Man muss kein Maverick sein, um ein „Need for Speed“ zu fühlen. Nach der parlamentarischen Freigabe der Mittel kommt es jetzt auf die Bundesverwaltung an, die Projekte zeitnah umzusetzen.

Aber 250 Projekte lassen sich nicht einfach anschalten. Allein die personellen Ressourcen zur Leitung von 250 komplexen, häufig behörden- und verwaltungsebenenübergreifenden Projekten stehen in der Regel nicht oder zumindest nicht ohne Vorlauf in der Verwaltung bereit und wurden in den Stellenplänen für 2009 kaum ausreichend berücksichtigt. Projektarbeit ist zudem nicht der Standard der Arbeitsorganisation in der Öffentlichen Verwaltung. Entsprechend schleppend zeichnet sich der Beginn der Umsetzung vieler Projekte ab. Der aufziehende Bundestagswahlkampf mit den üblichen Lähmungserscheinungen in der Verwaltung bis zum Wahltag verheißt zusätzlich nichts Gutes. Um die eigentlichen Ziele des IT-Investitionsprogramms zu sichern, sind starke Taktgeber gefordert. Unter dem Rat der IT-Beauftragten des Bundes übernimmt diese Rolle nicht zuletzt das Team um Ludger Weskamp, Leiter der Projektgruppe Invest im IT-Stab des Bundesministeriums des Innern.

Die Projektgruppe bildet auch einen ruhenden Pol im Zentrum der Planung auf dem alle Informationen zum Fortschritt der Maßnahmen für die Wirkanalyse zusammentreffen. Damit kann es aber genug der Ruhe sein. Wir suchen keine Hektik bei den Verantwortlichen der einzelnen Projekte. Ein realistischer Vorlauf in der Vorbereitung der teilweise komplexen Projektthemen erfordert aber die beschworene Schnelligkeit, um die Mittel – wie geplant – konjunkturfördernd in den Jahren 2009 und 2010 zu beauftragen. Zumal die Projektarbeit bei allen in der Regel auch noch gegen die übliche Abfolge von Osterurlaub, Pfingstfeiertagen, Sommerpause und parallelem Tagesgeschäft steht. Hatte ich die Bundestagswahl bereits erwähnt?

Nächste Seite: IT-Investitionsprogramm als Chance für die Bundesverwaltung

(ID:2021731)