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Innovationen steuern Das Internet-Dilemma

| Autor / Redakteur: Dr. Wolf Zimmer / Manfred Klein

Mit „The Innovator’s Dilemma“ überschreibt Clayton M. Christensen sein vielbeachtetes Buch im Jahre 1997. Sein Fazit: Etablierte Unternehmen bleiben bei „Innovationswellen“ solange an der Spitze, wie es sich um evolutionäre Technologieschübe handelt. Verfestigte Organisations­strukturen und Wertesysteme verhindern jedoch Weitsicht und Beweglichkeit.

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Eine vom Internet abhängige Gesellschaft braucht neue Wege der Problemlösung
Eine vom Internet abhängige Gesellschaft braucht neue Wege der Problemlösung
(Foto: fotogestoeber - Fotolia.com)

Dies gilt vor allem dann, wenn es darum geht, neue, oder wie Christensen es nennt, „disruptive“, technologische Entwicklungspfade rechtzeitig zu erkennen.

Die Ähnlichkeiten mit Politik und Verwaltung in unserer Gesellschaft sind nicht zufällig. „Bewährte“ Verwaltungsstrukturen und Entscheidungshierarchien, der Tunnelblick von Politikern auf die Zufriedenheit ihrer Wählerklientel, gepaart mit Wahrnehmungsdefiziten gegenüber technologischen Umwälzungen, haben aus unserer politischen Elite „Follower“ gemacht, wo doch wirtschaftspolitische Führerschaft nötig wäre.

Das Ergebnis: Eine Hightech-Strategie, die im Absichtsvollen bleibt sowie der Entwurf eines IT-Sicherheitsgesetzes, das der nationalen Sicherheitsbehörde bei der Verteidigung des Cyber-Raums allem Anschein nach vor allem den Status einer Meldestelle zuweist.

Gewiss, das Internet trägt einen Januskopf. Cyber-Kriminalität und Cyber-Krieg verursachen weltweit Schäden in Milliardenhöhe, und mit Big Data in den Händen von Internet-Monopolisten ist das Internet längst auch zu einem Marktplatz der Privatsphäre verkommen. Die damit einhergehenden Gefahren zu unterschätzen, wäre geradezu unverantwortlich.

Ein Cyber-Angriff auf kritische Infrastrukturen, wie die Energieversorgung, Transportsysteme oder unser Gesundheitswesen, würde nicht nur unsere Ersparnisse bedrohen. Und der aus einer Cyber-Paranoia staatlicher Institutionen geborene Versuch der Totalüberwachung schürt Misstrauen und macht die Bürger a priori zu Verdächtigen.

Daraus aber den Schluss zu ziehen, die Lösung könnte nur eine „Entnetzung“ oder ein Rückzug hinter befestigte „Stadtmauern“ sein, ist angesichts einer globalisierten Welt, deren Wesenszug Kommunikation und Kollaboration ist, bestenfalls naiv. Ein wirklich sicheres IT-System ist nur ein abgeschaltetes, besser noch, ein unbrauchbares.

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