Weiß mein Handy, wie es mir geht?

Das Handy als Gesundheitshelfer

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

Die Zahl der Apps, die einen Beitrag zu einem gesünderen Leben leisten wollen, wächst ständig
Die Zahl der Apps, die einen Beitrag zu einem gesünderen Leben leisten wollen, wächst ständig (Bild: © Scanrail - Fotolia)

Das Thema Gesundheit und Medizin ist laut aktueller Deloitte-Studie einer der wichtigsten Trends der kommenden Jahre. Dabei kommt modernen Smartphones eine wichtige Rolle zu: Sie begleiten die Menschen heute rund um die Uhr und wissen daher einiges über deren Gewohnheiten.

Eine aktuelle Studie von Deloitte prognostiziert, dass 45 Prozent der Deutschen bis Ende 2014 auf ihren Smartphones und Tablets Gesundheitsangebote verwenden werden. Zum einen können die verbauten Sensoren wichtige Parameter messen und zum anderen ist ein Smartphone ein kleiner Computer, der entweder durch die manuelle Eingabe oder durch den Anschluss von medizinischem Zubehör Daten auswerten kann.

Die Zahl der Apps, die einen Beitrag zu einem gesünderen Leben leisten wollen, wächst stetig. Und so viele es inzwischen gibt, so unterschiedlich funktionieren sie auch. Deloitte begründet das Wachstum nicht nur mit dem steigenden Bewusstsein für Gesundheit und Fitness in der Gesellschaft, sondern nennt auch die hohe Zahlungsbereitschaft der Verbraucher als Grund, warum dieser Bereich für die Industrie so sexy ist.

Auch die Medizin profitiert

Das erste Blutzuckermessgerät für Diabetes-Patienten, das mit einem Smartphone verbunden werden konnte kam von iBigStar und ist kompatibel mit Apple Geräten, die noch den 30pin-Connector verbaut haben. Dieser mittlerweile veralteten Lösung machen unter anderem zwei andere Hersteller Konkurrenz. Glokoo hat einen Adapter entwickelt, der mit über 25 gängigen Blutzuckermessgeräten kompatibel ist. LabStyle aus Israel hat den Dario vorgestellt, der neben dem Messgerät auch die Lanzette (Stechinstrument zur Blutgewinnung) und eine Teststreifenpatrone enthält. Die Lösungen beider Hersteller kommunizieren über die Klinken-Buchse mit dem Smartphone und es gibt jeweils eine eigene App, um mit den ermittelten Daten ein Tagebuch zu führen.

Die Redaktion des unabhängigen Verbraucher-Portals www.handytarife.de hat sich einmal in der Praxis angesehen, wie Handys welche Daten über ihre Nutzer ermitteln und was für Erkenntnisse daraus gewonnen werden können.

Analyse und Diagnose per Mobiltelefon

Zur Datenerfassung werden Sensoren benötigt, deren Werte mithilfe von so genannten „Wearables“ aufgezeichnet werden. Dies sind zum Beispiel Fitness-Armbänder und Herzfrequenzmesser, auch sie durchliefen den Alltags-Test der Redaktion.

„Moderne Smartphones haben meist schon eine Vielzahl von Sensoren integriert und werden mit der entsprechenden App selbst zum Messinstrument“ erklärt Jérôme Lefévre, Hardware-Experte bei handytarife.de. „Ein Beispiel hierfür ist die Menthal-App, die versucht, die Diagnose von Despressionen mit Hilfe der Handys von Betroffenen zu verbessern.“

Was ist mit dem Datenschutz?

Dabei sind die Grenzen zwischen Gesundheit und Medizin fließend. Wie die Medizin von der neuen Technik profitieren will, erläutert der aktuelle Ratgeber „Das Handy als Gesundheitshelfer“ mit Beispielen aus der Forschung von Fraunhofer und verweist auch auf das „Handy als Lebensretter“, wenn es nicht mehr um die Prävention, sondern den Einsatz des Mobiltelefons im Notfall geht.

Dass über dieser spannenden Entwicklung stets das Damoklesschwert der Datensicherheit schwebt, bleibt dabei ebenso wenig außer Acht wie der Datenschutz, der unter anderem bei manchen Apps von Krankenversicherungen fragwürdig wird.

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