Landesamt für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen

Das ganze Saarland digital

12.03.2009 | Autor / Redakteur: Holger Eriksdotter / Gerald Viola

Auf dem einen Monitor sieht man die Katasterkarte mit der Kirche in der Mitte, auf dem zweiten Monitor sieht man den sogenannten Riss zur Vermessung der Kirche
Auf dem einen Monitor sieht man die Katasterkarte mit der Kirche in der Mitte, auf dem zweiten Monitor sieht man den sogenannten Riss zur Vermessung der Kirche

Im Saarland läuft zurzeit das Projekt „DIRI“ mit dem Ziel, die letzten noch in analoger Form vorliegenden Dokumente in digitale Rasterdaten umzuwandeln. Ein Projekt mit gewaltigen Ausmaßen: Rund 1,5 Millionen Dokumente mit geschätzten 40 Terabyte Speicherbedarf müssen dafür gescannt und in die Datenbank eingelesen werden. Mithilfe ausgeklügelter Verfahren und einer virtualisierten, hochskalierbaren Infrastruktur von Fujitsu Siemens Computers soll das Projekt im Jahre 2010 abgeschlossen werden. Dann sollen die gesamten Vermessungsdaten des Bundeslandes digitalisiert vorliegen.

Geodaten verändern sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte: Flurstücke werden verkauft oder vererbt, zusammengelegt oder geteilt, Grundstücksgrenzen werden verlegt, Straßen und Häuser gebaut und verändert. Seit mehr als hundert Jahren wird dieser Wandel in Form von sogenannten „Rissen“ (von Aufriss) von Vermessungsingenieuren dokumentiert und in den Vermessungs- und Katasterämtern der Verwaltungen archiviert. Im Laufe der Jahrzehnte sind so erhebliche Mengen an Dokumenten entstanden, die die Aktenregale der Kataster- und Liegenschaftsämter füllen: „Es können schon mal 10 bis 20 Risse für die Vermessung eines einzigen Flurstücks vorliegen“, erklärt Patric Theobald, Vermessungsingenieur beim saarländischen Landesamt für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen (LKVK).

Er ist der Leiter des Projekts „DIRI“ (Digitales Riss-Archiv), dessen Aufgabe es ist, die Risse als letzte analog vorliegende Daten in das Geodatenportal des Bundeslandes zu integrieren. Dabei macht ihm nicht nur die reine Datenmenge zu schaffen: „Es gibt verschiedene Dokumenttypen und unterschiedliche Ordnungssysteme. Ebenso stellt der Materialwechsel zwischen den verschiedenen Zeichnungsträgern (Karton, transparente Zeichenfolie, Papier) eine besondere Herausforderung dar“, so Theobald. Zudem sind die Papierdokumente teilweise mehr als hundert Jahre alt und unterscheiden sich in Papierqualität, Farbe und Format. Aber schon wegen des riesigen Umfangs von etwa 1,5 Millionen Dokumenten wäre eine rein manuelle Erfassung durch das Landesamt unbezahlbar und würde wohl Jahrzehnte dauern.

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