Saarland

Das eGovernment der kurzen Wege

| Autor: Manfred Klein

Der Breitbandausbau ist inzwischen zur wirtschaftlichen Existenzfrage für den Wirtschaftsstandort Deutschland geworden und reicht weit über eGovernment hinaus. Welche Maßnahmen hat das Saarland hier in die Wege geleitet?

Lennartz: Eine der wichtigsten infrastrukturpolitischen Herausforderungen ist in der Tat der Breitbandausbau. Hier gilt es, als nächstes die Versorgungslücken gerade im ländlichen Raum schnellstmöglich zu schließen. Auch in diesem Bereich arbeiten wir eng mit dem Zweckverband eGo-Saar zusammen, so dass mit einem einzigen Antrag das ganze Land ausgebaut werden kann.

Bereits im April hat das Bundesministerium für Verkehr und ­digitale Infrastruktur (BMVI) die entsprechenden Fördermittel in Höhe von 7,8 Millionen Euro bereitgestellt. Das Land selbst wird weitere Fördermittel zur Verfügung stellen. Wir gehen davon aus, dass mit diesen Fördergeldern schon bis Ende 2018, Anfang 2019 nahezu flächendeckend eine Übertragungsrate von mindestens 50 Mbit/s realisiert werden kann.

Doch an diesem Punkt bleibt die Entwicklung nicht stehen. Zukünftig wird der Bandbreitenbedarf weiter steigen – wir befinden uns auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft mit stetig wachsenden Ansprüchen von Unternehmen, Schulen und Behörden. Unser heutiger Netzausbau legt die Grundlagen für kommende Ausbauschritte, die wir konstruktiv begleiten und bedarfsgerecht unterstützen werden.

Herr Lennartz, wie soll es im Saarland mit eGovernment und Digitalisierung weitergehen?

Lennartz: Auf unserer Agenda stehen zunächst natürlich der Nationale IT-Gipfel und das weitere Vorantreiben des Breitbandausbaus.

Darüber hinaus ist uns aber vor allem das Thema Bildung wichtig. Die digitale Lehre an Grundschulen ist bereits seit geraumer Zeit Gegenstand empirischer Forschung der Universität des Saarlandes. Und anlässlich des IT-Gipfels wird das Saarland den sogenannten Calliope mini für alle Drittklässer einführen, um damit die Kinder spielerisch an die Technik heranzuführen. Zwei Saarbrücker Grundschulen testen derzeit die Geräte.

Darüber hinaus werden der Bundesverband der IT und Kommunikationsindustrie in Deutschland (Bitkom) und Bundesministerin Wanka gemeinsam mit dem Saarland beim IT-Gipfel ein Pilotprojekt Smart School zum Einsatz ­digitaler Medien an einer Gemeinschaftsschule und einem Gymnasium starten, das über den Einsatz von Tablets und Notebooks im Unterricht deutlich hinausgeht.

Hier werden Konzepte entwickelt und umgesetzt , die das Thema „Digitale Bildung“ sowohl in der Lehre als auch bei der Konzeptionierung der Lehreraus- und -weiterbildung berücksichtigen, aber auch Fragen der Verwaltung wie zum Beispiel ein digitales Klassenbuch untersucht.

Darüber hinaus arbeiten wir an einem eigenen eGovernment-Gesetz. Dabei stehen die Realisierung von Servicekonten für Bürger und Unternehmen sowie die informationstechnische Zusammenarbeit in einem „IT-Kooperationsrat Saarland“ als zentralem Steuerungsgremium der gemeinsamen eGovernment-Initiative des Landes und der Kommunen im Mittelpunkt. Und natürlich verfolgen wir auch unsere europäischen Ini­tiativen – etwa im Bereich der eRechnung intensiv weiter. Das Saarland wird also auch weiterhin die Digitalisierung aktiv mitgestalten und versuchen noch schneller voranzubringen.

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