Saarland

Das eGovernment der kurzen Wege

| Autor: Manfred Klein

In der saarländischen Staatskanzlei werden Fragen zur Netzneuträlität dskutiert
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In der saarländischen Staatskanzlei werden Fragen zur Netzneuträlität dskutiert (Bild: © Henry Czauderna – Fotolia.com)

Das Saarland ist im November Gastgeber des Nationalen IT-Gipfels. eGovernment Computing wollte vom Landes-CIO und dem Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Jürgen Lennartz, wissen, wie das Land seine eGovernment-Projekte präsentieren will.

Als entscheidend für den Erfolg wird im Saarland dabie die Zusammenarbeit über alle Ebenen gesehen.

Herr Lennartz, wenn im November der 10. IT-Gipfel im Saarbrücken stattfindet, welche Schwerpunkte wird das Land dann setzen?

Lennartz: Zunächst einmal sind wir natürlich stolz darauf, Gastland für den Jubiläumsgipfel zu sein. Wir wollen auf jeden Fall unterstreichen, dass das Saarland ein IT-Standort von internationalem Format ist. Hier gibt es acht weltweit renommierte Forschungseinrichtungen in der Informatik. So sind zum Beispiel beide Informatik-Institute der Max-Planck-Gesellschaft sowie das Deutsche ­Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) im Saarland beheimatet, wie auch das Center for IT-Security, Privacy and Accountability (CISPA). Das Saarland ist aber auch ein Hotspot für Industrie 4.0 und hat eine attraktive IT- und Start-up-Szene.

Zum zweiten wollen wir ganz im Sinne unseres Landes-Slogans „Großes entsteht immer im Kleinen“ deutlich machen, dass wir ein Land sind, in dem Gemeinden miteinander zusammenarbeiten, wenn es um IT geht. Hierfür haben wir mit dem eGo-Saar als Zweckverband aller saarländischer Gemeinden und Landkreise einen starken Kooperationspartner, wir planen die gemeinsame Ausschreibung eines Verwaltungsnetzes und eines gemeinsames Verwaltungsrechenzentrums. Zusätzlich bündeln wir die Aufgaben im Bereich der IT-Dienstleistungen mit den Bürgerdiensten Saar. So international wir im Bereich der Forschung aufgestellt sind, so wichtig ist uns im Bereich der Verwaltung die ebenenübergreifende Zusammenarbeit, um für den Bürger mehr Leistung zu erreichen.

Im Vorfeld des Gipfels plant die Staatskanzlei zudem in Zusammenarbeit mit dem Verein der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister e.V. (VITAKO) eine Regionalkonferenz für die saarländischen Kommunen. Am Gipfel selbst wird die Plattformveranstaltung zur Digitalen Verwaltung und öffentlichen IT in der Staatskanzlei des Saarlandes stattfinden.

Welche Strategie verfolgt das Land bei eGovernment?

Lennartz: In einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft muss sich auch die Öffentliche Verwaltung neu ausrichten. Vernetzte und ebenenübergreifende eGovernment-Angebote aus einer Hand sind hier am besten geeignet, den gestiegenen Anforderungen der Bürger sowie der Unternehmen Rechnung zu tragen. Die saarländische Landesregierung setzt daher weiterhin auf eine konsequente Zentralisierung der IT-Aufgaben sowie horizontale und vertikale Kooperationen.

Aber auch die Zusammenarbeit mit den Instituten der Universität des Saarlandes und den außeruniversitären Forschungsinstituten im IT-Bereich ist hier ein wichtiger Faktor für die Weiterentwicklung der Digitalisierung der Öffentlichen Verwaltung. So hat die Staatskanzlei das Projekt „elektronische Personalakte (ePA)“ initiiert. Zusammen mit dem Institut für Rechtsinformatik sollen hier Lösungen erarbeitet werden, die neben der digitalen Personalakte auch den Workflow unterstützen und die entscheidenden Fragestellungen rund um die Themen Datensicherheit, Datenschutz, Beweissicherung und Beweiskraft einbeziehen.

Das Ministerium für Inneres und Sport entwickelt derzeit in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaftsinformatik, dem DFKI, den Firmen Microsoft und icomedias sowie dem Landespolizeipräsidium eine „Standard-App“ für die polizeiliche Verkehrsunfall­aufnahme vor Ort, die wir auch im Rahmen der Plattform „Digitale Verwaltung und Öffentliche IT“ beim Auftakt des Nationalen IT-Gipfels vorstellen wollen.

Hier geht das Saarland einen neuen Weg. Wir investieren nicht kosten- und zeitintensiv in bestehende Fachanwendungen, sondern bilden Geschäftsprozesse – hier die Verkehrsunfallaufnahme – zukunftsorientiert, „App-tauglich“ sowie bediener- und anwenderfreundlich ab.

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