Ein Datacenter wechselt den Standort Das Dataport-Rechenzentrum zieht um und der Betrieb läuft

Autor / Redakteur: Anna von Trips/Dataport / Ulrike Ostler

Nichts leichter als das! - zumindest bei Dataport. Der IT-Provider wechselt während des laufenden Betriebs den Standort für sein Rechenzentrum. Emerson Network Power liefert die Basis für den Datacenter-Umzug.

Firmen zum Thema

Im Rechenzentrum Alsterdorf von Dataport.
Im Rechenzentrum Alsterdorf von Dataport.
(Bild: Dataport)

Dataport hatte 2011 Akquinet mit dem Bau und Betrieb zweier neuer Rechenzentren in Hamburg und Norderstedt beauftragt. Ziel war es den IT-Bedarf der norddeutschen Verwaltung auch in Zukunft sicher bedienen zu können. Das neue Rechenzentrum - ein Twin-Datacenter - sollte mit zwei Standorten zudem für die nötige Ausfallsicherheit und Redundanz sorgen.

Das Twin Datacenter ist Teil eines Konsolidierungskurses. Dataport ist aus dem Zusammenschluss der IT-Dienstleister mehrerer Länder entstanden, die zuvor jeweils eigene Rechenzentren hatten. Diese historisch gewachsene und heterogene technische Infrastruktur stößt an ihre Grenzen während parallel kontinuierlich die Anforderungen an Rechenleistung steigen.

Mit dem neuen Twin Datacenter konsolidiert Dataport die Rechenzentren und reduziert ihre Anzahl auf zwei. Andreas Reichel, Dataport-Vorstand Technik, erläutert: „Wir müssen in der Lage sein, auf steigenden Bedarf wirtschaftlich sinnvoll reagieren zu können – das geht nur in einem nach klaren Regeln durchstrukturierten Rechenzentrum, wie wir es nun bekommen haben.“

Der Betrieb muss gewährleistet sein

Die Entscheidung aber stellte Dataport vor eine wesentliche Herausforderung (siehe: Kasten): Für die Phase des Umzugs musste zu jeder Zeit der Rechenzentrumsbetrieb sichergestellt werden. Gleichzeitig wollte Dataport die Remote-Infrastrukturverwaltung in dem neuen Rechenzentrum effizienter gestalten – mit dem Ziel, ein zukunftsfähiges Rechenzentrum zu betreiben, das von der Unternehmenszentrale aus gesteuert werden konnte.

Rainer Dechow, Systemadministrator bei Dataport, holte Emerson Network Power mit an Bord. „Wir benötigten ein Konzept für einen reibungslosen Umzug sowie eine passende Lösung für ein effizienteres Infrastrukturmanagement aus der Ferne. Emerson Network Power war hierfür der richtige Partner, denn er konnte beide Anforderungen erfüllen“, fasst Rainer Dechow seine Gründe für die Kooperation zusammen.

Um einen reibungslosen Umzug des Rechenzentrums zu gewährleisten, entwarf Emerson Network Power im ersten Schritt ein umfassendes Betriebskonzept und die neuen Administrationsstrukturen im Rechenzentrum.

„Gerade für die Zeit des Umzugs, haben wir auf die Expertise von Emerson Network Power vertraut. Für uns war es wichtig, die Verfügbarkeit während der Umzugsphase garantieren zu können. Zudem sollte der Umzug möglichst rasch und reibungslos vonstattengehen. Gutes Projektmanagement ist dafür alles“, erläutert Dechow.

Software-Hilfe

Dataport setzt bereits seit 2011 die „Avocent DSView“-Management-Software von Emerson Network Power ein, die eine einzige Verwaltungszugriffsstelle für die gesamte Infrastruktur darstellt. Im Zuge des geplanten Umzugs führte Dataport 2014 dann als Erweiterung das „Avocent Universal Management Gateway 4000“ (UMG) ein.

Das UMG übernimmt jetzt in den Racks die Funktionen mehrerer Appliances und macht so den Einsatz von dedizierten KVM-Switches, seriellen Konsolen-Servern und Serviceprozessor-Management-Systemen überflüssig.

Die Integration mit der Avocent DSView-Management-Software ermöglicht die Remote-Verwaltung, das Konsolen-Management und vor allem eine zentrale Benutzerverwaltung für die Administration. Das spart Kosten, erhöht die Betriebssicherheit und steigert die Gesamteffizienz der beiden Rechenzentrumsstandorte.

Die Appliance Avocent UMG 4000
Die Appliance Avocent UMG 4000
(Bild: Emerson Network Power)

Weitere Vorteile des Management-Tool: Eine einheitliche Benutzeroberfläche für das Management von Servern, Storage oder Netzwerkkomponenten unterschiedlicher Hersteller sowie deren zentrale Steuerung erhöhen die Effizienz und Reaktionsgeschwindigkeit.

Ein Fall für das Universal Management Gateway

Das neue, gespiegelte Rechenzentrum hat nicht nur mehr Kapazität, sondern verfügt auch über eine andere Struktur. Infolgedessen wurden die Appliance-Systeme neu gestaltet. Ein weiterer Fall für Avocent UMG. „Ein ausschlaggebender Punkt war die hohe Port-Anzahl von Avocent UMG 4000“, erläutert Rainer Dechow, Systemadministrator bei Dataport. „Insgesamt können über ein Avocent UMG 4000 physikalisch über Kabel bis zu 40 IT-Geräte (über deren Serviceprozessor, KVM- oder serielle Schnittstelle), logisch sogar bis zu 512 Server angeschlossen und verwaltet werden.“

Bereits im Vorfeld hatten sich Rainer Dechow und ein Kollege zwei UMGs bestellt und mit der Handhabung vertraut gemacht. „Für uns war es nur ein neuer Appliance-Typ. Eine richtige Testphase hatten wir nicht. Die Produkte von Emerson Network Power hatten uns schon in der Vergangenheit überzeugt. So waren wir auch beim Avocent UMG 4000 sicher, die richtige Lösung für unsere Anforderungen einzuführen“, erläutert Rainer Dechow.

Im Rechenzentrum Alsterdorf von Dataport.
Im Rechenzentrum Alsterdorf von Dataport.
(Bild: Dataport)

Höhere Effizienz in der RZ-Verwaltung

„Die Entscheidung für Emerson Network Power und die Einführung des Avocent UMG 4000 war für uns absolut richtig“, erläutert Dechow. „Insbesondere die Installation der Server läuft jetzt wesentlich effizienter ab.“

Früher hatte Dataport beim Server-Kauf die Hardware zunächst in die Niederlassung in Hamburg liefern lassen. Dort wurden die Server nach festen Regeln installiert und danach ins Rechenzentrum gebracht, vor Ort eingebaut und angeschlossen.

Virtualisierung und Co-Location

„Seitdem wir das Avocent UMG haben, können wir die Geräte direkt ins Rechenzentrum liefern lassen. Dort werden sie eingebaut, angeschlossen und dann über DSView und die Virtual Media-Funktion des UMG aus der Ferne konfiguriert“, konstatiert Dechow.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war der Faktor Zeit. Bei Störungen im Rechenzentrum musste früher ein Service-Techniker ins Rechenzentrum fahren und den Fehler vor Ort beheben. Mit dem Avocent-Gateway ist nun ein ‚Out-of-Band-Zugang‘ umgesetzt.

„Ich arbeite mit meinem Team in Hamburg. Das neue Rechenzentrum ist rund 20 Kilometer von meinem Arbeitsplatz entfernt. Wenn jetzt irgendetwas nicht mehr funktioniert, können wir remote darauf zugreifen und die Störung so schnell beheben“, schildert Dechow.

Außerdem ist es möglich, alle Systeme über die verschiedenen Schnittstellen (KVM, Serial und Service-Prozessoren) einzubinden, da diese alle über die Appliance angesprochen werden. Der Vorteil für Rechenzentrumsbetreiber liegt auf der Hand: Eine einzige Appliance genügt und infolgedessen werden weniger Geräte wie Konsolen-Server oder KVM-Switche benötigt. So spart man Höheneinheiten in den Racks, es müssen weniger Kabel verlegt werden und auch die Verwaltung der Infrastruktur ist deutlich schlanker.

Das neue Rechenzentrum von Dataport ist ein Co-Location-Rechenzentrum, das heißt die von Dataport gemieteten Systemräume sind mit Infrastruktur einschließlich der Racks ausgestattet. Die benötigte Hardware bestellt Dataport bei Herstellern mit denen Rahmenverträge bestehen. Für das Avocent UMG 4000 ist das kein Problem. Die Appliance verwaltet die jeweiligen Geräte herstellerunabhängig – das ist besonders wichtig, wenn man die aktuell beste Hardware beschaffen möchte. Für Rechenzentrumsbetreiber sichert das die nötige Flexibilität und Investitionssicherheit.

Auch bei Dataport macht sich die steigende Virtualisierung im Rechenzentrum bemerkbar. Inzwischen sind weniger physische Komponenten im Rechenzentrum als früher, dafür mehr virtuelle Server. Dank der zunehmenden Virtualisierung und dem Out-of-Band -Management mithilfe des Avocent UMG 4000 kann nun mit dem gleichen Personal wie zuvor ein größeres Rechenzentrum gemanagt werden.

„Für unser Projekt, die Umsetzung eines Out-of-Band-Managements, hatten wir mit Emerson Network Power den richtigen Partner an unserer Seite. Innerhalb von nur drei Monaten war das Projekt umgesetzt. Und das im laufenden Rechenzentrumsbetrieb!“, lobt Dechow.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:43888208)