Von der eAkte zu Open Data

Das Archiv informiert

| Autor / Redakteur: Rainer Kury / Manfred Klein

Christian Maierhofer leitet das Competence Center eGov Solutions im Bechtle IT-Systemhaus Bonn/Köln
Christian Maierhofer leitet das Competence Center eGov Solutions im Bechtle IT-Systemhaus Bonn/Köln (Fotostudio M42)

„It‘s all about the information!“ Im Jahr 1992 erklärte dies Ben Kingsley dem charmanten Robert Redford im Film „Sneakers – Die Lautlosen“. Unwahrscheinlich, dass der Drehbuchautor damit etwas über Open Data, geschweige denn über Open Government vermitteln wollte. Allerdings wurde schon damals deutlich: Alles dreht sich um die Information. Eine einheitliche Archivierungsplattform eröffnet jetzt neue Ansätze für die effiziente Bereitstellung von Datenbeständen.

In den vergangenen Monaten und Jahren verdichteten sich neue Gesetze und Initiativen um Aspekte der zeitgemäßen Verfügbarkeit von Daten im Rahmen der digitalen Verwaltung. Der jüngste Entwurf zur Neufassung des Informationsweiterverwendungsgesetzes (IWG-E), das 2013 in Kraft getretene E-Government-Gesetz (EGovG) und die kürzlich angepasste europäische PSI-Richtlinie weisen in dieser Hinsicht Überschneidungen auf. Experten referieren über Open Data und damit verknüpfte Themen wie die kommerzielle und nichtkommerzielle Datennutzung, deren Umfang und Bedingungen sowie Gewährleistungs- und Haftungsausschlüsse.

Richtet man den Blick vom Makrokosmos EU und Bund hin zum Mikrokosmos der Städte und Kommunen, zeigt sich, dass auch hier die Entwicklung noch am Anfang steht. „Einige Vorreiter haben zwar schon beachtenswerte Projekte realisiert, insgesamt ist das Ausmaß der Bereitstellung verwendbarer Informationen aber noch gering. Ein Grund dafür ist der Mangel an innovativen, einfachen Lösungen, um Daten zu verwalten und transparent zu machen“, erklärt Christian Maierhofer, Leiter des Competence Centers eGoV Solutions im Bechtle IT-Systemhaus Bonn/Köln.

Multitalent InfoArchive

Hat hier der industrielle Partner seinen Auftritt verschlafen? Keineswegs. Im Zuge der Architekturplanung für die vollständig in Microsoft Outlook und die Office-Suite integrierte eAkte im Jahr 2013 konnte Bechtle für Aspekte wie Aussonderung, Archivierung und die Anbindung von Fachverfahren auf geeignete Produkte zugreifen. Christian Maierhofer: „Unsere Lösung basiert fast durchgängig auf EMC Documentum-Technologien, die wir in puncto eZusammenarbeit noch um Microsoft SharePoint Foundation ergänzt haben. Seitdem beschäftigen wir uns besonders mit einem Produkt: EMC InfoArchive. Mit dem Thema Live Archiving hat der Hersteller einen echten IT-Meilenstein geschaffen.“

Geboren aus dem Ansatz des Application Decomissioning – dem Abschalten von Altanwendungen – entstand ein Produkt, das in seiner Anwendungsvielfalt seinesgleichen sucht. Ansprüche an Flexibilität, Skalierbarkeit und IT-Sicherheit können umfassend erfüllt werden. Das Lizenzmodell auf Terabyte-Ebene ermöglichte in Projekten nachweislich ROIs von unter drei Monaten.

„Die Anwendungsfälle multiplizierten sich, als unsere Kunden nach erfolgreichem Archivprojekt kreative Ideen entwickelten und mit uns besprachen“, sagt Christian Maierhofer. In Folgeprojekten wurden verschiedenste Archive konsolidiert, Altapplikationen abgeschaltet und aktive Fachverfahren systemseitig entlastet, wodurch der TCO der Datensätze sukzessive verringert werden konnte. Hinzu kamen indirekte Einsparungen in den Bereichen Infrastruktur, Storage, Backup und Energie.

Doppelter Nutzen

„Die Möglichkeit der Integration von strukturierten, unstrukturierten sowie semistrukturierten Daten aus unterschiedlichen Quellsystemen, verbunden mit einer professionellen Suche und einfachen Zugriffsmöglichkeiten über Web-Services oder das inkludierte Web-Interface machten uns neugierig, ob sich EMC InfoArchive auch im Sinne des Open-Data-Gedankens strategisch einsetzen lässt“, sagt Christian Maierhofer.

Das Ergebnis: ein klares Ja. Durch eine einmalige oder automatisiert wiederholende Migration von Datensätzen werden sie OAIS-konform in InfoArchive gespeichert. Hierbei kann dem Datensatz jede Entität und Logik mitgegeben werden. Aufbewahrungsfristen und weitere Compliance-Vorgaben werden mit bisher ungekannter Einfachheit erfüllt. Anforderungen der Weiterverwendbarkeit lassen sich über die Web-Services hervorragend abbilden. Milliarden von Datensätzen können dadurch im XML-Format den Fachverfahren, Open-Data-Portalen oder dem digitalen Rathaus ohne weitere Lizenzkosten zur Verfügung gestellt werden.

Christian Maierhofer: „Die Einführung von Open-Data-Konzepten geht auf diese Weise mit der Senkung von Betriebskosten und der Leistungssteigerung bestehender Applikationen einher. Das bedeutet, zwei zentrale Ziele mit einer Lösung zu erreichen.“

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