Smart City & eGovernment

Dänemark ist digitales Vorzeigeland

| Autor: Susanne Ehneß

Der „Nyhavn“ in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen
Der „Nyhavn“ in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen (© Pealiku - stock.adobe.com)

Digitale Bürgerämter, elektronische Arztbriefe, Steuererklärung auf Knopfdruck und Gigabitnetze: Dänemark ist bei der Digitalisierung in vielen Bereichen Vorreiter.

Der Digitalindex der Europäischen Union führt Dänemark auf Platz eins aller 28 EU-Länder. „Dänemark zeigt, wie man ein Land smart macht“, meint Bitkom-Präsident Achim Berg. „Viele Digitalprojekte, die Deutschland jetzt vor sich hat, wurden in Dänemark erfolgreich abgeschlossen. Wir können viel von Dänemark lernen, politisch und ganz praktisch.“

Seit 2001 sei der klassische Briefverkehr in Dänemark um mehr als zwei Drittel zurückgegangen. Pa­rallel habe der Versand digitaler Briefe über die staatliche Post von 19 Millionen (2006) auf 368 Millionen (2016) zugelegt. „In Dänemark werden kaum noch herkömmliche Briefe verschickt. Wichtige Institutionen wie Behörden und Banken erledigen das digital. Auch beim eGovernment liegt Dänemark im OECD-Ranking an der Spitze“, betont Berg.

„Bürgerfreundliche ­digitale Kultur“

Der Botschafter des Königreichs Dänemark in Deutschland, Friis Arne Petersen, erklärt dazu: „Wir leben in einem neuen Zeitalter. Die digitale Welle hat uns erreicht, das Tempo ist hoch und es werden große Anforderungen an die Gesellschaft, den einzelnen Bürger und die Wirtschaft gestellt. Die Digitalisierung bietet eine Unmenge an Möglichkeiten, doch die Entwicklung sollte zugleich allen zu Gute kommen.“

Die technologische Entwicklung berge viele Herausforderungen und es erfordere Mut, Vertrauen und politischen Willen, diese anzugehen. Petersen weiß: „Wir werden jedoch nicht darum herumkommen.“ Gelungene Digitalisierung schaffe Wachstum und setze Ressourcen frei, die für andere wichtige, gesellschaftliche Aufgaben eingesetzt werden können.

„Aus diesem Grund streben wir in Dänemark an, eine fortschrittliche und bürgerfreundliche digitale Kultur zu schaffen. Dies ist notwendig, um unsere Wettbewerbsfähigkeit und unseren Wohlstand zu sichern. Der öffentliche Sektor, eine moderne und effektive Verwaltung und der aktive Gebrauch neuer digitaler Technologien durch Bürger und Unternehmen sollen den Weg weisen. Nicht nur in Dänemark, sondern in Europa. Die dänische Regierung möchte dazu beitragen, dass dies gelingt – gemeinsam mit unseren europäischen Partnern“, betont der dänische Botschafter.

Smart Country Convention

Der skandinavische Staat wird sich bei der – zum ersten Mal stattfindenden – „Smart Country Convention 2018“ Mitte November als offizielles Partnerland präsentieren.Dort ist man laut Botschafter Petersen vertreten, um einen „Beitrag zur digitalen Agenda in Deutschland zu leisten“ und um „unsere Erfahrungen und Lösungen zu teilen“. Vom 20. bis 22. November 2018 wird Dänemark im CityCube Berlin also digitale Anwendungen für öffentliche Einrichtungen und die Digitalisierung von Städten, Gemeinden und Landkreisen präsentieren.

Der IT-Verband Bitkom veranstaltet die Convention gemeinsam mit der Messe Berlin GmbH. Institutionelle Partner sind die drei kommunalen Spitzenverbände Deutscher Städte- und Gemeindebund, Deutscher Städtetag und Deutscher Landkreistag sowie der Verband Kommunaler Unternehmen und das Nationale E-Government Kompetenzzentrum.

„Mit der Smart Country Convention bringen wir alle relevanten ­Akteure aus Verwaltung, Politik, Digitalwirtschaft, Verbänden und Wissenschaft zusammen. Denn egal ob Vernetzung des Energie- und Mobilitätssektors oder smarte Dienstleistungen für Behörden – die Digitalisierung des gesamten Public Sector kann nur im branchenübergreifenden Austausch ­gelingen“, erläutert Dr. Christian Göke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin.

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